Kirtachi

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Landgemeinde Kirtachi
Landgemeinde Kirtachi (Niger)
Landgemeinde Kirtachi
Landgemeinde Kirtachi
Koordinaten 12° 48′ N, 2° 29′ O12.7933333333332.4775Koordinaten: 12° 48′ N, 2° 29′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Kollo
Einwohner 33.955 (2010)

Kirtachi (englische Schreibweise: Kirtashi, deutsch veraltet: Kirotaschi)[1] ist eine Landgemeinde im Departement Kollo in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Kirtachi liegt am Fluss Niger in der Großlandschaft Sudan. Die Nachbargemeinden sind Kouré im Norden, Fakara, Fabidji und Falmey im Osten sowie Say und Tamou im Westen. Südlich von Kirtachi erstreckt sich die Weltnaturerbestätte Nationalpark W. Das Gemeindegebiet ist in 25 administrative Dörfer und 38 Weiler gegliedert.[2] Der Hauptort der Landgemeinde ist Kirtachi, bestehend aus den administrativen Dörfern Kirtachi Seybou und Kirtachi Zéno.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirtachi wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von einem Zarma namens Afoda gegründet.[4] Der Name Kirtachi ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern kiro, das „Vogel“ bedeutet, und tachi, das mit „Sandbank“ oder „Sanddüne“ übersetzt werden kann.[5] 1895 stieß in Kirtachi Ernst von Carnap-Quernheimb, der im Wettlauf um Afrika von Süden kommend die Einflusssphäre des Deutschen Reiches erweitern sollte, auf Georges-Joseph Toutée, der im Auftrag Frankreichs unterwegs war. Das deutsche Vordringen in dieser Region Afrikas wurde damit aufgehalten.[6] 1903 richtete Frankreich in Kirtachi einen Militärstützpunkt ein, der sich zuvor in der unsicheren Grenzstadt Gaya befunden hatte. Kirtachi bot den Franzosen eine vorteilhafte Lage, um den Karawanenhandel aus Say zu überwachen.[7] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es im Dorf Kirtachi Zéno zu einem Streit zwischen zwei Brüdern, woraufhin der jüngere den Ort verließ und das Dorf Kirtachi Seybou gründete.[5] Die Landgemeinde Kirtachi ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Kirtachi hervor.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Kirtachi 24.314 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 33.955 Einwohner berechnet.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Heinrich Barth: Reisen und Entdeckungen in Nord- und Central-Afrika. Vierter Band, Justus Perthes, Gotha 1858, S. 577.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 90.
  5. a b Jöelle Hauzeur, Laurent Pellé: Fleuve Niger. Toponymie et géographie récentes du W de Kirtachi à Boumba. In: Journal des africanistes, 63. Ausgabe, Paris 1993, S. 53.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 64.
  7. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 235.
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  9. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.