Kisielice

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kisielice (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kisielice
Wappen von Kisielice
Kisielice (Polen)
Kisielice
Kisielice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Iława
Fläche: 3,37 km²
Geographische Lage: 53° 36′ N, 19° 16′ O53.619.266666666667Koordinaten: 53° 36′ 0″ N, 19° 16′ 0″ O
Höhe: 90 m n.p.m
Einwohner: 2153
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 14-220
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NIL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GrudziądzOstróda
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 172,80 km²
Einwohner: 6111
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2807043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Tomasz Koprowiak
Adresse: ul. Daszyńskiego 5
14-220 Kisielice
Webpräsenz: www.kisielice.pl

Kisielice (deutsch Freystadt in Westpreußen) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geschichte[Bearbeiten]

1255 befand sich der Marktflecken, als Vrienstad, im Eigentum des Bistums. 22. Januar 1293 erhielt Dietrich von Stangen das Recht zur Anlage von Siedlungen auf seinen Grundstücken nach Kulmer Recht vom Bischof und Domkapitel von Pomesanien. Die heutige Stadt Kisielice wurde vermutlich zwischen 1315 und 1320 angelegt[2]. 1331 erhielt die Siedlung als Vrienstad Stadtrecht[3] und es wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Eine Besonderheit des Ortes ist der Marktplatz in Dreiecksform. 1350 wurde von einem gemauerten Rathaus sowie gemauerten Stadtbefestigungen und drei Toren berichtet. 1397 verkaufte Katharina von Stangen die Stadt an das Bistum Pomesanien. Nach dem Ende des Zweiten Friedens von Thorn 1466 kam der Ort unter Herrschaft des Deutschen Ordens. 1653 brannte die Stadtkirche nach einem Blitzeinschlag und wurde 1659–1660 wieder aufgebaut allerdings wurde der Glockenturm nur aus Holz gefertigt. 1775 vernichtete ein Feuer große Teile der Stadt. Zwischen 1796 und 1802 erhielt der Ort den Namen Freystadt. 1856/57 wurde der hölzerne Glockenturm der Kirche durch einen gemauerten ersetzt[4] Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie von Riesenburg (heute: Prabuty) nach Jablonowo (dt. 1903–1920 Goßlershausen) wurde auch Freystadt 1897/1899 an Schienennetz angeschlossen. Das Freystädter Tageblatt erschien 1902 erstmals. 1912 öffnet die Volksschule des Ortes. 1934 erschien die letzte Ausgabe des Freystädter Tageblatt. 1945 marschiert die Rote Armee in die Stadt ein. Die zu etwa 80 Prozent zerstörte Stadt verlor ein Jahr später ihr Stadtrecht. Durch eine Verwaltungsreform kam Kisielice 1975 zur neu gebildeten Wojewodschaft Elbląg. 1986 wurde der Ort wieder zur Stadt erhoben. Nach der Auflösung der Wojewodschaft Elbląg war die Stadt ab 1999 Teil der Wojewodschaft Ermland-Masuren.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Anzahl Notizen
1576 525[5]
1782 719 in 134 Haushalten (Feuerstellen), meistens evangelisch-lutherische Deutsche[6]
1831 1.157[7]
1875 2.564[8]
1880 2.298[8]
1890 3.075[8]
1905 2.425 davon 2.196 Evangelische, 71 Katholiken und 150 Juden[5]
1933 3.075[8]
1939 3.351[8]
1943 3.313[5]
2012 2.191 Stand vom 30. Juni 2012[9]

Gmina Kisielice[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Kisielice gehören folgende kleinere Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Biskupiczki Bischdorf Limża Limbsee
Butowo Bauthen Łodygowo Klein Ludwigsdorf
Byliny Bellingswalde Nowy Folwark Neuvorwerk
Galinowo Gallnau Ogrodzieniec Neudeck
Goryń Guhringen Pławty Wielkie Groß Plauth
Jędrychowo Heinrichau Sobiewola Sobiewolla
1913-45 Eigenwill
Kantowo Kanters Hof Stary Folwark Altvorwerk
Kisielice Freystadt i.Westpr. Trupel Traupel
Klimy Harnau Wałdowo Waldau B
Krzywka Krzywken
1892–1945 Niedereichen
Wola Wolla
193?-45 Willenfeld
Łęgowo Langenau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Landesstraße 16 welche von Grudziądz und Olsztyn führt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Josef Kaufmann: Geschichte des Kreises Rosenberg. Band 1. Groll, Marienwerder 1927.
  • Carl Josef Kaufmann: Geschichte der Stadt Freystadt. Teil 1: Bis 1653. Groll, Marienwerder 1931.
  • Alfred Müsse: Der Kreis Rosenberg. Ein westpreußisches Heimatbuch. Bösmann, Detmold 1963.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 22. November 2014.
  2. http://aefl.de/rosenberg/Freystadt/freystadt/freystadt.htm
  3. entweder nach Magdeburger Recht so die Website der Stadt oder nach Kulmer Recht so http://aefl.de/rosenberg/Rosenberg/doerfer_1/doerfer_teil1.htm
  4. http://aefl.de/rosenberg/Rosenberg/doerfer_1/doerfer_teil1.htm
  5. a b c Handbuch der historischen Stätten: Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 156.
  6. Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 8, Nr. 4.
  7. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 439, Nr. 51.
  8. a b c d e Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Rosenberg (2006).
  9. http://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/l_ludnosc_stan_struktura_30062012.pdf