Kiss – Von Phantomen gejagt

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Filmdaten
Deutscher Titel Kiss - Von Phantomen gejagt
Originaltitel Kiss Meets the Phantom of the Park
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Gordon Hessler
Drehbuch Jan Michael Sherman, Don Buday
Produktion Hanna-Barbera, KISS / Aucoin Productions
Musik Hoyt Curtin
Kamera Robert Caramico
Schnitt Peter E. Berger
Besetzung

Kiss – Von Phantomen gejagt ist ein 1978 von Hanna-Barbera Cartoons, Inc. produzierter TV-Film, der außerhalb der USA auch im Kino gezeigt wurde. Der Film greift das damals propagierte Superhelden-Image der Gruppe Kiss auf; seine Handlung, die überwiegend im Freizeitpark Magic Mountain spielt, stellt die mit besonderen Fähigkeiten ausgestatteten Mitglieder der Gruppe in den Mittelpunkt. Der Originaltitel des Films lautet „Kiss Meets the Phantom of the Park“. Drehorte waren der Freizeitpark sowie die Culver City Studios in Culver City. Die Mitglieder der Gruppe verfügen in dem Film über Superkräfte, die ihnen von vier Talismanen verliehen werden, die die Form der Maske des jeweiligen Kiss-Mitglieds haben.

Handlung[Bearbeiten]

Der Ingenieur Abner Devereaux (Anthony Zerbe) verliert seinen Job im kalifornischen Magic Mountain-Freizeitpark, weil er bei der Entwicklung neuer Attraktionen Sicherheitsstandards unberücksichtigt gelassen hat. Er zieht sich in sein Labor zurück und sinnt auf Rache. Er entwickelt ein Szenario, das zufällig mit der Ankunft der Rockband Kiss zusammenfällt, die ein Konzert im Freizeitpark geben soll. Dabei macht er sich seine Erfindung zu Nutze, mit der er Roboter-Klone von Menschen erzeugen kann, um seinen Plan umzusetzen. Als Gehilfen manipuliert er zuerst seinen Assistenten Sam (Terry Lester). Auch einige pöbelnde Jugendliche werden ins Labor geschafft.

Magic Mountain Freizeitpark (2008)

Als Kiss eintreffen, versucht Devereaux sie mithilfe eines Gene-Simmons-Roboters zu diskreditieren, indem er ihn Gebäude im Park beschädigen und Sicherheitspersonal angreifen lässt. Am nächsten Tag werden Kiss zu dem Vorfall befragt, es folgen jedoch keine Konsequenzen. Daraufhin versucht Devereaux, das Konzert selbst zu sabotieren. Es gelingt ihm, Kiss’ Superkräfte zu neutralisieren und die Band in seinem Labor einzusperren. Anschließend schickt er die falschen Kiss auf die Bühne, wo sie eine textlich zu „Rip and Destroy“ veränderte Version des Liedes „Hotter Than Hell“ spielen, um die Fans aufzubringen. Den echten Kiss gelingt die Flucht aus dem Labor und sie fliegen zur Bühne, um im finalen Kampf gegen ihre Doppelgänger anzutreten. Nach ihrem Sieg setzt die Band das Konzert fort und die Krise ist vorüber.

Nach der Show begeben sich Kiss mit Melissa und dem Chef des Parks, Calvin Richards (Carmine Caridi), zu Devereaux, um ihn davon zu überzeugen, Sam freizulassen. Als er sich umdreht, hat Devereaux weiße Haare und einen starren Gesichtsausdruck, wobei ungeklärt bleibt, ob er tot ist. Es gelingt Paul Stanley, das Gedankenkontrollgerät von Sam zu entfernen, sodass dieser wieder normal wird, sich jedoch an nichts erinnern kann.

Superkräfte der Mitglieder

Die Superkräfte der Kiss-Mitglieder werden damit erklärt, dass sie der Band durch vier sogenannte Talismane verliehen werden, die sich in einer Schatulle befinden. Durch sie werden die Mitglieder befähigt, Feuer zu spucken (Gene Simmons), „Laserstrahlen“ aus den Augen zu verschießen (Paul Stanley), besonders weit und hoch zu springen (Peter Criss) oder die ganze Gruppe durch Gedankenkraft an einen anderen Ort zu bringen (Ace Frehley).

Merkwürdigkeiten[Bearbeiten]

Aufgrund seiner drogen- und alkoholbedingten häufigen Ausfälle wurde Ace Frehley bei den Dreharbeiten gelegentlich durch sein Stunt-Double ersetzt. Dieser Mann, der ursprünglich nur dafür vorgesehen war, in gefährlicheren Szenen für Frehley einzuspringen, sah ihm körperlich kaum ähnlich und war dunkelhäutig. Es gibt mehrere Szenen im Film, in denen klar erkennbar ist, dass Frehley an der jeweiligen Szene nicht beteiligt war.[1]

In der dritten Staffel der Zeichentrickserie South Park dient der Film als lose Vorlage für die Handlung der Folge „Korns echt abgefahrene Geisterstory“ (Korn’s Groovy Pirate Ghost Mystery), in der die Band Korn über spezielle Kräfte verfügt und in Scooby-Doo-Manier ein Rätsel lösen muss, um ein Konzert geben zu können.

Ausstrahlung und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Film wurde in den USA am 28. Oktober 1978 bei NBC erstmals ausgestrahlt und 1979 international veröffentlicht. In zahlreichen Ländern, unter anderem in Peru, Deutschland und Finnland, lief er im Kino.[2]

Rezeption[Bearbeiten]

Rotten Tomatoes beschreibt den Film als „extrem comichaft, weil er zahlreiche schlechte Witze und billige Spezialeffekte aufweise“. Er sei ein „erwähnenswerter Quotenerfolg gewesen, habe aber leider auch die Gruppe Kiss als “Kiddie-Band” gebrandmarkt, wodurch die Mitglieder der Band den Film heute als Peinlichkeit empfinden“ würden. Er sei dennoch ein „Kultfilm für die Fans der Gruppe und Freunde ungewöhnlicher Fernsehsendungen“.[3]

filmflausen.de schrieb, der Film sei „grottiger Fantasy-Trash mit miserabel beleuchteten Kulissen, einem ‚TKKG‘-Plot, Plateauschuh-Terror und ein paar Rockern, die sich gnadenlos zum Affen machen, ohne dass jemand dabei Spaß zu haben scheint.“ [4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. No Regrets; Ace Frehley & Joe Layden, MTV Books, 2011; ISBN 978-1451613940
  2. imdb.de
  3. Beschreibung auf rottentomatoes.com
  4. Rezension bei Filmflausen.de