Kissamos

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Gemeinde Kissamos
Δήμος Κισσάμου
Kissamos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Kreta
Regionalbezirk: Chania
Geographische Koordinaten: 35° 29′ N, 23° 39′ O35.48333333333323.65Koordinaten: 35° 29′ N, 23° 39′ O
Fläche: 341,18 km²
Einwohner: 10.790 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 31,6 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Kissamos
Sitz: Kissamos
LAU-1-Code-Nr.: 941300
Gemeindebezirke: 3 Gemeindebezirke
Ortschaften: 29 Ortschaften
Website: www.kissamos.gov.gr
Lage in der Region Kreta
Datei:2011 Dimos Kissamou.png

f9f8

Kissamos (griechisch Κίσσαμος (m. sg.), latinisiert: Cisamus) ist eine Gemeinde (Δήμος, Dimos) im Nordwesten des Regionalbezirks Chania auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta. Die Insel bildet eine der 13 Regionen Griechenlands.

Die Gemeinde Kissamos wurde durch die Zusammenlegung der Gemeinden und jetzigen Gemeindebezirke Innachori, Kissamos und Mythimna auf Grund des Kallikratis-Gesetzes aus dem Jahr 2010 gebildet. Verwaltungssitz ist die 4236 Einwohner zählende Kleinstadt Kissamos an der nördlichen Küste der Gemeinde am Golf von Kissamos. Obwohl der offizielle Name der Stadt nur Kissamos lautet, ist der Name Kastelli Kissamou (griechisch Καστέλλι Κισσάμου), Kasteli Kissamou oder auch nur Kastelli sowohl in der Bevölkerung als auch auf Karten und in Reiseführern noch weit verbreitet.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Kissamos liegt etwa 40 Kilometer westlich von Chania, am Golf von Kissamos, der im Westen durch die Halbinsel Gramvousa und im Osten durch die Halbinsel Rodopou begrenzt wird. Sie befindet sich fast an der Ostgrenze des Gemeindegebietes, dass sich südlich bis zur Insel Elafonisi, westlich zum Meer am Kap Xoskalo und nördlich bis zum Kap Kokala auf der Insel Agria Gramvousa erstreckt.


Geschichte[Bearbeiten]

An der Stelle des heutigen Kissamos befand sich in der Antike die bis in die nachminoische Zeit zurückreichende gleichnamige Stadt. Ob Kissamos ein Hafen von Polyrrhenia war, ist umstritten. Bis heute sind die Beziehungen zwischen Phalasarna, einem Hafen der Antike, Kissamos selbst und Polyrrhenia nicht endgültig geklärt.

Unter römischer Herrschaft erlangte Kissamos im 3. Jahrhundert n. Chr. eine gewisse Selbständigkeit. Aus römischer Zeit wurde im Norden der heutigen Stadt ein Haus, möglicherweise ein Bad, eine Zisterne und Reste eines Aquädukts, ferner geringe Reste eines Theaters entdeckt. In der Tabula Peutingeriana wird der Ort Cisamos genannt und an einer Straße liegend angeführt, die von Cydonia (Chania) kommend über Cantano (Kandanos) nach Liso (Lissos) an der Südküste führte.

Im Jahr 342 wurde Kissamos Bischofssitz. Im 12. Jahrhundert wurde es von Genua eingenommen, 1550 von den Venezianern befestigt. Für die Mauern wurden Bauteile des römischen Hafens verwendet, dessen Steine wiederum aus den Ruinen der nachminoischen Siedlung stammten.

Als erster befestigter Platz auf Kreta fiel das Kastell 1645 an die Türken. 1692 und 1821 gelang es kretischen Aufständischen vorübergehend den Platz einzunehmen. Ein weiterer Versuch, Kissamos den Türken zu entreißen, schlug 1866 fehl.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Archäologisches Museum

In Kissamos befindet sich ein archäologisches Museum, das in ein eigens dafür renoviertes Gebäude im Stadtzentrum einzog. Die für griechische Verhältnisse aufwendige Ausstellung zeigt Fundstücke aus der Antike der Region von Kissamos.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kissamos ist von Landwirtschaft geprägt und Handelszentrum der umliegenden Gegend. Tourismus spielt wirtschaftlich bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Verkehr[Bearbeiten]

Kissamos hat zwei Häfen, einen kleinen Fischerhafen und den Fährhafen am Kap Kavonisi, der sich etwa drei Kilometer nordwestlich der Stadt in Richtung Kaliviani befindet. Von dort laufen Ausflugsschiffe unter anderem zur Insel Imeri Gramvousa und zur sogenannten „Piratenbucht“ Balos an der Nordwestküste der Halbinsel Gramvousa aus. Auch die seit 2006 ganzjährig verkehrende Fähre über die Inseln Antikythira und Kythira nach Gythio auf dem Peloponnes startet von dort.

Bischofssitz[Bearbeiten]

Kissamos ist Sitz der Metropolie (Diözese) Kissamos und Selino. Durch die Aktivitäten des populären langjährigen Metropoliten Irineos Galanakis erlangte die Diözese Bedeutung für ganz Kreta. Sein Nachfolger ist Metropolit Amphilochios Andronikakis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kissamos wird gebildet aus den folgenden Bezirken und Ortschaften[1]. Sie teilen sich in insgesamt 102 bewohnte Siedlungen und Wohnplätze:

  • Gemeindebezirk Inachori (Δημοτική Ενότητα Ιναχωρίου, 912 Einw.)
    • Ortschaft Amygdalokefalion (Αμυγδαλοκεφάλιον), 112 Einw.
    • Ortschaft Elos (Έλος), 223 Einw.
    • Ortschaft Kambos (Κάμπος), 107 Einw.
    • Ortschaft Kefali (Κεφάλι), 80 Einw.
    • Ortschaft Perivolia (Περιβόλια), 39 Einw.
    • Ortschaft Strovles (Στροβλές), 65 Einw.
    • Ortschaft Vahti (Βάθη), 127 Einw.
    • Ortschaft Vlatos (Βλάτος), 157 Einw.
  • Gemeindebezirk Kissamos (Δημοτική Ενότητα Κισσάμου, 7.579 Einw.)
    • Ortschaft Gramvousa (Γραμβούσα), 796 Einw.
    • Ortschaft Kalathenes (Καλάθενες), 160 Einw.
    • Ortschaft Kallergiana (Καλλεργιανά), 520 Einw.
    • Ortschaft Kissamos (Κίσσαμος), 4.275 Einw.
    • Ortschaft Koukounara (Κουκουναρά), 88 Einw.
    • Ortschaft Lousakies (Λουσακιές), 373 Einw.
    • Ortschaft Platanos (Πλάτανος), 1.179 Einw.
    • Ortschaft Polyrrinia (Πολυρρηνία), 78 Einw.
    • Ortschaft Sirikari (Σηρικάρι), 110 Einw.
  • Gemeindebezirk Mythimna (Δημοτική Ενότητα Μυθήμνης, 2.299 Einw.)
    • Ortschaft Cherethiana (Χαιρεθιανά), 70 Einw.
    • Ortschaft Drapanias (Δραπανιάς), 427 Einw.
    • Ortschaft Faleliana (Φαλελιανά), 163 Einw.
    • Ortschaft Kaloudiana (Καλουδιανά), 385 Einw.
    • Ortschaft Malathyros (Μαλάθυρος), 89 Einw.
    • Ortschaft Pervolakia (Περβολάκια), 150 Einw.
    • Ortschaft Potamida (Ποταμίδα), 224 Einw.
    • Ortschaft Rokka (Ρόκκα), 88 Einw.
    • Ortschaft Sasalos (Σάσαλος), 48 Einw.
    • Ortschaft Sfakopigadion (Σφακοπηγάδιον), 116 Einw.
    • Ortschaft Topolia (Τοπόλια), 225 Einw.
    • Ortschaft Voulgaro (Βουλγάρω), 314 Einw.

Gemeindeansichten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kissamos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)