Kitani Minoru

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Kitani Minoru (jap. 木谷 実; * 25. Januar 1909 in Kōbe; † 19. Dezember 1975) war einer der bekanntesten Profi-Gospieler und Lehrer des Go im 20. Jahrhundert in Japan.

Biographie[Bearbeiten]

Sein Go-Lehrer war Suzuki Tamejiro.

Kitani bekam den Spitznamen „das Wunder“, nachdem er ein K.O.-Turnier gewonnen hatte. Er besiegte 1928 acht Gegner des Kiseisha in einer Reihe und spielte ein bekannte Partie gegen Honinbo Shusai. Der Literaturnobelpreisträger Kawabata Yasunari verarbeitete diese Spiel in seinem Roman Meijin. 1954 erlitt Kitani eine intracerebrale Blutung, erholte sich aber bald. 1964 erkrankte er erneut und ging in Rente. 1967 gewann er den Okura-Preis.

Segoe Kensaku, ein Freund und Rivale von Kitani, nannte ihn den „Großen Kitani“ wegen seiner außergewöhnlichen Go-Erfolge.

Freundschaft mit Go Seigen[Bearbeiten]

Er war ein Wunderkind, der nach der Gründung des Nihon Ki-in viel Aufmerksamkeit erregte. Er wurde ein großer Rivale und Freund von Go Seigen aus China.

Go und Kitani waren 1933-1936 Vorreiter des Shinfuseki, das auch "Neue Eröffnung" genannt wird.

Go Seigen und Kitani spielten ab 1939 im Kamakura jubango, dem bekanntesten Jubango des Jahrhunderts. Es endete mit Gos klarem Sieg. Kitanis Karriere erholte sich davon nie wieder; er hat auch gesundheitliche Probleme mit dem Herzen. Später hatte er eine eigenwillige Spielweise, bei der er großen Wert auf sicheres Gebiet legte.

Kitanis Go-Schule[Bearbeiten]

Kitani wurde der produktivste Go-Lehrer von zukünftigten Go-Profis überhaupt. Das Kitani dojo begann 1945 in seinem Haus auf dem Lande zu florieren und wurde in praktischen Fragen von seiner Frau verwaltet. Es produzierte eine ganze Generation von Spitzenspielern, die im japanischen Go von den frühen 1970ern bis in die 1990er führten. Seine Tochter Kitani Reiko (1939–1996) wurde 6. Dan, gewann mehrfach die japanischen Frauen-Meisterschaft[1] und heiratet einen der besten Schüler Kitanis, Koichi Kobayashi. Deren Tochter Izumi Kobayashi ist heute die stärkste weibliche Spielerin Japans. Als Kitani starb, hatte er über 60 Schüler belehrt und 40 von ihnen zu Profis herangezogen.

Profi-Dan-Grade[Bearbeiten]

  • 1. Dan: 1924
  • 2. Dan: 1926
  • 3. Dan: 1926
  • 4. Dan: 1927
  • 5. Dan: 1929
  • 6. Dan: 1933
  • 7. Dan: 1935
  • 8. Dan: 1942
  • 9. Dan: 1956

Titel und Anwärterschaften[Bearbeiten]

Titel Jahre
Noch existierend 1
JapanJapan NHK Cup 1960
Ehemalige 2
JapanJapan Asashi Top Position 1957, 1958
Titel Jahre
Noch existierend 5
JapanJapan Honinbo 1947, 1953, 1959
JapanJapan NHK Cup 1958, 1961
Ehemalige 3
JapanJapan NHK Championship 1958
JapanJapan Asashi Top Position 1959
JapanJapan Igo Senshuken 1958

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://senseis.xmp.net/?KitaniReiko

Weblinks[Bearbeiten]

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Kitani der Familienname, Minoru der Vorname.