Kitzbühel

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Kitzbühel
Wappen von Kitzbühel
Kitzbühel (Österreich)
Kitzbühel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 58,02 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 24′ O47.44638888888912.391944444444762Koordinaten: 47° 26′ 47″ N, 12° 23′ 31″ O
Höhe: 762 m ü. A.
Einwohner: 8.168 (1. Jän. 2013)
Postleitzahl: 6370
Vorwahl: 05356
Gemeindekennziffer: 7 04 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hinterstadt 20
6370 Kitzbühel
Website: www.kitzbuehel.eu
Politik
Bürgermeister: Klaus Winkler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
12 ÖVP,
4 SPÖ,
1 Gemeinsame Kitzbüheler Liste,
1 Kitzbüheler Bürgerliste (KBL),
1 Junge Unabhängige KitzbühelerInnen (JUK)
Lage der Stadt Kitzbühel im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Kitzbühel im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Zentrum mit Blick auf die Pfarrkirche „Zum Heiligen Andreas“ und Liebfrauenkirche
Zentrum mit Blick auf die Pfarrkirche „Zum Heiligen Andreas“ und Liebfrauenkirche
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Kitzbühel, gesprochen Kitzbühl, ist eine Stadt mit 8168 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im nordöstlichen Tirol, Österreich. Kitzbühel liegt rund 95 km östlich der Landeshauptstadt Innsbruck an der Kitzbüheler Ache mitten in den Kitzbüheler Alpen und ist Bezirkshauptstadt des Bezirks Kitzbühel. International bekannt ist sie als einer der bedeutendsten Wintersportorte Österreichs. Die Stadtgemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Aurach bei Kitzbühel, Jochberg, Kirchberg in Tirol, Oberndorf in Tirol, Reith bei Kitzbühel, St. Johann in Tirol, Fieberbrunn

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Geschichte[Bearbeiten]

In der späten Bronzezeit (1100–800 v. Chr.) wurde das Gebiet um Kitzbühel von Illyrern besiedelt, die nach Kupfererz schürften.

Um das Jahr 15 v. Chr. breiteten sich die Römer unter Kaiser Augustus bis über den Alpenraum aus und errichteten die Provinz Noricum. Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches wurde das Gebiet um 800 von Bajuwaren besiedelt, die die Wälder rodeten.

Um 1178–1182 wurde der Name Chizbuhel erstmals in einer Chiemseer Urkunde (dort ist von einem Marchwardus de Chizbuhel die Rede[1]) erwähnt, wobei Chizzo eine bayerische Sippe bezeichnet und Bühel die geographische Lage der Siedlung auf einer Anhöhe. Hundert Jahre später bezeugt eine Quelle die Vogtei des Stiftes Bamberg in Kicemgespuchel; in der Stadterhebungsurkunde von 1271 wurde der Ort Chizzingenspuehel genannt.

Kitzbühel kam 1255 mit der ersten bayerischen Landesteilung zu Oberbayern, Herzog Ludwig II. verlieh Kitzbühel am 6. Juni 1271 das Stadtrecht und die Stadt wurde mit einer wehrhaften Mauer befestigt. Da sich Kitzbühel aber in den nächsten Jahrhunderten durch seine Lage zwischen Pass Thurn und Chiemgau als Handels- und Marktplatz etablierte, stetig wuchs und von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont blieb, wurden die Mauern auf Höhe des ersten Stockes abgetragen und zum Bau von Wohnungen benutzt.

Die Heirat von Margarete von Tirol mit dem bayerischen Herzog Ludwig dem Brandenburger im Jahr 1342 vereinte Kitzbühel vorübergehend mit Tirol, das durch die Eheschließung bis zum Tode Ludwigs zu einem bayerischen Nebenland wurde, bis die Stadt nach dem Schärdinger Frieden 1369 wieder an Bayern abgetreten wurde. Durch die bayerischen Landesteilungen gelangte Kufstein an die Landshuter Linie der Wittelsbacher. Während dieser Zeit wurde der Bergbau in Kitzbühel systematisch voran getrieben und ein umfassendes Bergrecht erlassen, das später für das gesamte bayerische Herzogtum von Bedeutung werden sollte.

Am 30. Juni 1504 kam Kitzbühel dauerhaft an Tirol, nachdem sich Kaiser Maximilian als Gegenleistung für seinen Kölner Schiedsspruch, der den Landshuter Erbfolgekrieg beendete, die vormals Landshuter Ämter Kitzbühel, Kufstein und Rattenberg vorbehalten hatte. In den drei genannten Städten galt aber bis in das 19. Jahrhundert weiterhin das Landrecht Ludwigs des Bayern, so dass diese innerhalb Tirols eine juristische Sonderstellung einnahmen.

Maximilian verpfändete Kitzbühel, und so gelangte es Ende des 16. Jahrhunderts unter die Herrschaft der Grafen von Lamberg bis zum 1. Mai 1840, als Kitzbühel feierlich an den Staat übergeben wurde. Vom Schwedischen Krieg (1630–1635) zeugt die Inschrift „Bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiter“ (historisch nicht bezeugbar) in der Schwedenkapelle.[2]

Die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts gingen an der Stadt vorüber, wenngleich sich auch Kitzbüheler an den Tiroler Befreiungskämpfen beteiligten. Kitzbühel gelangte erneut zu Bayern, als Kaiser Franz I. im Frieden von Pressburg Tirol an Bayern abtrat. Nach dem Sturz Napoleons wurde es auf dem Wiener Kongress wieder mit Österreich vereint.

Als Kaiser Franz Joseph schließlich die verworrenen Verfassungsverhältnisse ordnete und im Jahre 1875 die Salzburg-Tiroler-Bahn fertiggestellt wurde, erfuhr die Stadt einen Aufschwung in Wirtschaft und Industrie. Kitzbühel hatte das Glück, im Ersten und Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont zu bleiben.[3]

Die Gemeinde ist seit 2000 Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten]

Das Museum Kitzbühel bietet für alle Besucher einen Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt und Region Kitzbühel. Im obersten Geschoss des Hauses befindet sich die Galerie Alfons Walde, in der 30 herausragende Gemälde des Künstlers präsentiert werden.

Im Winter 2004 gelang es der Stadtgemeinde Kitzbühel, dass die Ausstellung der United Buddy Bears auf ihrer Welttournee im Tennisstadion Station machte, bevor diese – unter der Bezeichnung The Art of Tolerance – in Metropolen auf allen fünf Kontinenten präsentiert werden konnte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kitzbühel

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Kitzbühel 1998 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Stadt ausgezeichnet.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Kitzbühel, am Fuße des Hahnenkammes (1712 m) und des Kitzbüheler Horns (1996 m) gilt als eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Österreich. Gemeinsam mit den Skipisten und Liften im benachbarten Kirchberg in Tirol, Jochberg und am Pass Thurn weist Kitzbühel eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs auf. Mit rund 10.000 Hotel- und Pensionsbetten besitzt Kitzbühel mit seinen Nachbarorten auch eine ungewöhnlich hohe Fremdenbettendichte.

Den Urlaubern in Kitzbühel stehen im lokalen Skigebiet 56 Seilbahn- und Liftanlagen sowie 168 Pistenkilometer zur Verfügung, hinzu kommen für die Langläufer 40 Loipen-Kilometer.

Im Sommer gibt es 120 km mit dem Mountainbike und 500 km mit den Wanderschuhen zu erkundschaften.

Weitere Attraktionen sind die sechs Tennis- und vier Golfplätze, das Kitzbüheler Schwimmbad, Österreichs einzige Curlinghalle sowie der Schwarzsee.

Besondere Erwähnung verdient der Tourismus im Hochpreissegment, da viele Prominente und der Jetset unter anderem zur Zeit des Hahnenkammrennens hierher kommen.

Sport[Bearbeiten]

Zahlreiche erfolgreiche Sportvereine und Sportgroßveranstaltungen tragen zur Bekanntheit von Kitzbühel bei. Hierzu zählen insbesondere:

  • das Hahnenkammrennen (Abfahrtslauf auf der Streif, Slalom am Ganslernhang, Super G auf der Streif), welches jährlich 80.000-100.000 Besucher anlockt und für die Region rund 30 Millionen Euro Wertschöpfung bringt. Im Jahr 2005 haben 700 Medienvertreter aus 35 Nationen von den Rennen berichtet.
  • das Austrian Open Kitzbühel (ATP-Tennisturnier der Herren), welches jedes Jahr im Juli stattfindet.
  • der EC Kitzbühel, der momentan in der Tiroler Eliteliga spielt. Seit Dezember 2006 spielt der EC Die Adler Kitzbühel in der neuen Eishalle im Sportpark.
  • der KCC (Kitzbühel Curling Club), der als der bekannteste Curling-Club in Österreich gilt.
Der Schwarzsee, in dem jeden August der Weltmeisterschaftsserien-Triathlon beginnt, mit dem Wilden Kaiser.

Am Kitzbüheler Schwarzsee fanden in den Jahren 2007 und 2008 Weltcup-Triathlons statt, seit 2009 ist der Ort einer von acht Austragungsorten der Triathlon-Weltmeisterschaftsserie, und zwar der einzige, der nicht in einer Millionenstadt angesiedelt ist.

Auf der Münichauer Wiese findet jedes Jahr im Jänner, eine Woche vor dem Hahnenkamm-Rennen, das weltgrößte Snow-Polo Turnier mit Spielern aus aller Welt statt.[5]

Außerdem führt jährlich eine Etappe der Österreich-Rundfahrt auf das Kitzbüheler Horn.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

In Kitzbühel mündet die Brixentalstraße B170 von Wörgl kommend in die Pass Thurn Straße B161 von Mittersill nach St. Johann in Tirol.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Neben dem Kitzbüheler Bahnhof existieren mit Hahnenkamm und Kitzbühel Schwarzsee zwei weitere Haltepunkte an der Salzburg-Tiroler-Bahn. Während die Haltestellen Hahnenkamm und Schwarzsee ausschließlich von Nahverkehrszügen bedient werden, halten am Bahnhof Kitzbühel auch Fernverkehrszüge aus den Richtungen Innsbruck und Graz. Der Bahnhof Kitzbühel wurde zwischen 2009 und 2011 umgebaut und mit barrierefreien Bahnsteigen, Personentunnel und Liften ausgestattet.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl am 14. März 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 12 ÖVP – stellt den Bürgermeister und den 1. Vizebürgermeister
  • 4 SPÖ (Wir für Kitzbühel, Parteifreie und Kitzbüheler Sozialdemokraten) – stellt den 2. Vizebürgermeister
  • 1 Gemeinsame Kitzbüheler Liste (GKL)
  • 1 Kitzbüheler Bürger Liste (KBL)
  • 1 Junge Unabhängige Kitzbüheler/innen (JUK)

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus fünf Mitgliedern und setzt sich gegenwärtig aus folgenden Stadträten zusammen:

  • Klaus Winkler (Bürgermeister)
  • Gerhard Eilenberger (1. Vizebürgermeister)
  • Siegfried Luxner (2. Vizebürgermeister)
  • Barbara Planer (Finanzstadträtin)
  • Ellen Sieberer (Stadträtin)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Bürgermeisteramt bekleidet der Steuerberater Dr. Klaus Winkler (ÖVP). Er wurde bei den Bürgermeisterwahlen am 14. März 2010 mit 74,64 % der Stimmen gewählt. Ihm zur Seite stehen Gerhard Eilenberger (ÖVP) als 1. Vizebürgermeister und Siegfried Luxner (SPÖ) als 2. Vizebürgermeister.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Historische Schwesterstädte[Bearbeiten]

Städte, denen 1393 wie Kitzbühel das Stadtrecht von München verliehen wurde:

Coat of arms of Bavaria.svg Wappen Ingolstadt.svg Ingolstadt in Bayern
Coat of arms of Bavaria.svg Wappen Landshut.svg Landshut in Bayern
Tirol Wappen.svg
Coat of arms Kufstein.svg Kufstein in Tirol
Tirol Wappen.svg
Wappen at rattenberg.png Rattenberg in Tirol

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Bekannte Einwohner von Kitzbühel[Bearbeiten]

Panorama[Bearbeiten]

Blick auf Kitzbühel vom Hahnenkamm

Literatur[Bearbeiten]

  • Gertrud Heß-Haberlandt: Bauernleben. Eine Volkskunde des Kitzbüheler Raumes. Haymon, Innsbruck 1988; ISBN 385218035X
  • Kitzbüheler Ski Club (Hrsg.): Hahnenkamm. Chronik eines Mythos. Wissen Media, Gütersloh–München 2003
  • Emil Arnim Pfeifer: Kitzbühel. Sonne und Pulverschnee. Verein „Alte Kitze – Old Kids“, Kitzbühel 1992
  • Wido Sieberer (Hrsg.): Kitzbühels Weg ins 20. Jahrhundert. Sparkasse Kitzbühel, Kitzbühel 1999
  • Wido Sieberer: Stadtführer Kitzbühel, 2006; ISBN 3702227008
  • Wolfgang Straub: Kitzbühel. Mit Fotos von Gerhard Trumler. Brandstätter Verlag, Wien 2005; ISBN 3854984251
  • Eduard Widmoser (Hrsg.): Stadtbuch Kitzbühel. Gemeinde Kitzbühel, Kitzbühel 1967–1971

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kitzbühel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kitzbühel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch, II. Abt.: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals, Bd. 2: 1140–1200. Innsbruck: Wagner 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 272 Nr. 744 (b).
  2. Über die Sage vom unbekannten Reiter
  3. Kitzbühel, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“
  4. http://www.blumenbuero.or.at/
  5. Weltgrößte Polo Turnier lädt wieder nach Kitzbühel: der Valartis Snow Arena World Cup
  6. http://www.tt.com/Tirol/2770868-2/moderner-kundenfreundlicher-bahnhof-kitzb%C3%BChel-er%C3%B6ffnet.csp
  7. http://www.kitzbuehel.at/system/web/wahl.aspx?menuonr=218979795
  8. Universität Rostock: Guido Eilenberger