Großache

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Großache
Kössener Ache, einschl. Jochberger- und Kitzbüheler Ache (A), Tiroler Achen (D)
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Die Tiroler Achen in der Entenlochklamm

Die Tiroler Achen in der Entenlochklamm

Daten
Gewässerkennzahl AT: 2-8-270, DE: 184
Lage Landkreis Traunstein, Bayern; Bezirk Kitzbühel, Tirol
Flusssystem Donau
Abfluss über Chiemsee → Alz → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Pass Thurn, Pinzgau, Salzburg
47° 18′ 33″ N, 12° 24′ 37″ O47.309212.410291270
Quellhöhe 1270 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Chiemsee47.86406912.499802518Koordinaten: 47° 51′ 51″ N, 12° 29′ 59″ O
47° 51′ 51″ N, 12° 29′ 59″ O47.86406912.499802518
Mündungshöhe 518 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 752 m
Länge 79 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Staudach[1]
AEo: 952 km²
Lage: 9,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (03.02.1963)
MNQ 1921/2006
MQ 1921/2006
Mq 1921/2006
MHQ 1921/2006
HHQ (31.05.1940)
7,18 m³/s
11,8 m³/s
35,5 m³/s
37,3 l/s km²
342 m³/s
780 m³/s
Linke Nebenflüsse Reither Ache, Kohlenbach
Rechte Nebenflüsse Fieberbrunner Ache, Grießbach, Schwarzlofer
Mittelstädte Kitzbühel
Kleinstädte St. Johann in Tirol, Kössen, Marquartstein
Die Kitzbüheler Ache in St. Johann

Die Kitzbüheler Ache in St. Johann

Die Mündung der Tiroler Achen in den Chiemsee

Die Mündung der Tiroler Achen in den Chiemsee

Die Großache ist ein 79 km langer Fluss im Osten des österreichischen Bundeslandes Tirol und im bayerischen Chiemgau, der in seinem Verlauf nacheinander fünf verschiedene Namen trägt: Oberhalb Kitzbühels Jochberger Ache, von Kitzbühel bis St. Johann in Tirol Kitzbüheler Ache, im Mittellauf Kössener Ache oder Großache, was zugleich die Gesamtbezeichnung des österreichischen Teils ist,[2][3] im deutschen Unterlauf Tiroler Achen. Sie entspringt am Pass Thurn auf salzburgischem Gebiet, erreicht die Tiroler Grenze nach 400 m, die deutsche Grenze nach 55 km und mündet 24 km weiter bei Grabenstätt in den Chiemsee.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Großache ist nicht der einzige Fluss, dessen Name sich an der Grenze zweier gleichsprachiger Länder ändert. Für den österreichischen Namen gibt es noch die Nebenform Große Ache, für den bayerischen die Nebenform Tiroler Ache. Die Schreibweise Achen stellt keinen Plural dar, sondern ist eine Eigenart der bairischen Sprache. Auch die Bezeichnung Kössener Ache kommt vor.

In zahlreichen, auch seriösen Publikationen wird für den österreichischen Teil des Flusslaufes irrtümlich nur eine Länge von 48 km angegeben und in manchen Karten der Salzburger Beginn des Gewässers weggelassen. In der amtlichen Österreichischen Karte 1:200.000 ist als oberster Abschnitt des Flusslaufes der Trattenbach eingezeichnet, der länger und wohl auch wasserreicher ist als der nominelle oberste Abschnitt des Flusslaufes.

Flusslauf[Bearbeiten]

Der nominelle Ursprung der Jochberger Ache liegt auf 1270 m Meereshöhe am Pass Thurn. Ein paar der ersten Zuflüsse sind aber länger und wasserreicher. Der bedeutendste ist der Trattenbach, kommt als Rinnsal aus einem Hochkar in etwa 1900 m Meereshöhe zwischen dem Zweitausender und dem Rossgruberkogel südlich des Kleinen Rettensteins und wird vor dem Zusammenfluss mit der Jochberger Ache noch von mehreren Quellen gespeist.

Die Täler von Jochberger Ache und Kitzbüheler Ache sind von den Kitzbüheler Alpen umgeben. Die Gipfel an den Enden der Seitentäler haben Höhen bis zu 2363 m über dem Meer (Geißstein), um Kitzbühel weniger als 2000 m. Die Großache bildet die östliche Begrenzung des Kaisergebirges. Kurz nach St. Johann, noch im Leukental, liegen die Orte Kirchdorf in Tirol und Erpfendorf. Zwischen Kössen, das in einem auch Kaiserwinkl genannten, zum Inntal offenen Ostwesttal liegt, und dem bayerischen Tal bei Schleching durchbricht der Fluss die Chiemgauer Alpen in einer engen Schlucht, dem Entenloch. Bei Grassau erreicht die Tiroler Achen das Alpenvorland.

Über den Chiemsee und die Alz gehört sie zur rechten Seite des Flusssystems des Inn und damit dem der Donau, die ins Schwarze Meer mündet. Ihre wichtigsten Nebenflüsse sind nach der Fieberbrunner Ache samt ihren Nebenzuflüssen, und der Reither Ache, welche im Spertental bei Aschau/Kirchberg entspringt, und mit dem Goinger Hausbach und dem Rettenbach auch die südliche Seite des Kaisergebirges entwässert, kurz vor Kössen die Schwarzlofer von Reit im Winkl, und in Kössen der Kohlenbach mit dem Weißenbach vom Walchsee.

Wasserbau und Naturschutz[Bearbeiten]

Die zunehmende Besiedelung des Leuken- und des Achentals, des unteren Tals der Ache, seit den sechziger Jahren führten zu einer starken Belastung der Tiroler Achen und damit auch des Chiemsees mit Abwässern. In den 1970er Jahren wurde die Güteklasse als kritisch eingestuft. Erst durch die verstärkte Kanalisierung der Anliegergemeinden und die Schaffung von modernen Klärwerken, u. a. in Kössen und Grassau (Klärwerk Achental der deutschen Achentalgemeinden seit 1977), konnte die Belastung der Gewässer entscheidend verringert werden.

Das Mündungsdelta in den Chiemsee ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

In den Jahren 1996–2001 wurde die Großache im Bereich Kirchdorf in Tirol im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes Kirchdorf renaturiert, indem sie durch Eintiefung der Sohle und Aufweitung der Ufer mehr Abflussraum erhielt. Um auch bei 100-jährlichen Hochwasserereignissen Sicherheit zu gewährleisten, wurde die Flusssohle auf einer Länge von 6,5 km um 1,8 m abgesenkt, der Flussquerschnitt auf durchschnittlich 60–100 m verbreitert. Im Flussumland wurden 20 ha Fläche für den Hochwasserrückhalt bereitgestellt. Neben Hochwasserschutz bringt diese innovative Strategie auch Zusatznutzen in Anliegen von Naturschutz und Erholung.[4][5] Zur Behandlung der Abwässer im Einzugsgebiet der Großache wurden verschiedene Abwasserzweckverbände, wie der Abwasserverband Reither Ache, gegründet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Staudach. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).
  2. Österr. Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft: Großache - Hochwassersicherheit im Einklang mit der Natur: „Einmündung der Fieberbrunner Ache in die Großache“
  3. Rundwanderweg Kitzbühel, siehe Etappe 5: Quelle der Großache beim Pass Thurn
  4.  Siegfried Siegele, AVT ZT.-GmbH (Hrsg.): Die Referate der Verantwortlichen für das Naturnahe Hochwasserschutzprojekt Grossache Kirchdorf. Fachtagung Sicherheit und Natur vom 23. September 1999 in Kirchdorf in Tirol. St. Johann in Tirol 1999 (avt.at (pdf; 980 kB), abgerufen am 20. Juli 2013).
  5. Großache - Hochwassersicherheit im Einklang mit der Natur. In: WASSERnet > Unsere Gewässer > Flüsse. Lebensministerium VII/5, 4. März 2008, abgerufen am 17. Januar 2011 (Erlebnisweg Großache. Folder. Abgerufen am 17. Januar 2011 (pdf 0,4 MB).).