Kjetil Jansrud

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Kjetil Jansrud Ski Alpin
Kjetil Jansrud im Februar 2011
Kjetil Jansrud im Februar 2011
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 28. August 1985
Geburtsort Stavanger
Größe 181 cm
Gewicht 84 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Peer Gynt Alpinklubb
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber Vancouver 2010 Riesenslalom
Gold Sotschi 2014 Super-G
Bronze Sotschi 2014 Abfahrt
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Silber Vail/Beaver Creek 2015 Alpine Kombination
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Silber Maribor 2004 Riesenslalom
Silber Bardonecchia 2005 Kombination
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 19. Januar 2003
 Weltcupsiege 10
 Gesamtweltcup 2. (2014/15)
 Abfahrtsweltcup 1. (2014/15)
 Super-G-Weltcup 1. (2014/15)
 Riesenslalomweltcup 4. (2010/11)
 Slalomweltcup 21. (2005/06)
 Kombinationsweltcup 3. (2010/11)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 5 3 1
 Super-G 5 2 3
 Riesenslalom 0 3 3
letzte Änderung: 29. März 2015

Kjetil Jansrud (* 28. August 1985 in Stavanger) ist ein norwegischer Skirennläufer. Seine bisher größten Erfolge sind der Gewinn der Abfahrts- und Super-G-Disziplinenwertung in der Saison 2014/15 sowie die Goldmedaille im Super-G bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Mit der Bronzemedaille in der Abfahrt 2014 und der Silbermedaille im Riesenslalom 2010 konnte er zwei weitere olympische Medaillen erringen. Zudem gewann er drei Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und entschied in der Saison 2004/05 die Gesamtwertung im Europacup für sich.

Biografie[Bearbeiten]

Jansrud bestritt im Dezember 2000 seine ersten FIS-Rennen und nahm ein Jahr später erstmals an Wettbewerben im Europacup teil. Ab der Saison 2002/03 startete Jansrud regelmäßig im Europacup. Ende November holte er mit Platz 25 im ersten Slalom von Levi seine ersten Punkte und am nächsten Tag erreichte er im zweiten Slalom bereits den neunten Platz. In den folgenden eineinhalb Jahren kam er aber nur zwei weitere Male unter die besten zehn, bis ihm am 5. März 2004 im Slalom in Pas de la Casa der erste Podestplatz gelang. Der endgültige Durchbruch im Europacup gelang ihm in der Saison 2004/05. Jansrud gewann zwei Slaloms und zwei Riesenslaloms, erreichte sechs weitere Podestplätze und insgesamt 19 Top-10-Platzierungen. Damit gewann er die Slalom- und Riesenslalomwertung und punktegleich mit dem Österreicher Hannes Reichelt auch die Gesamtwertung.

Von 2002 bis 2005 nahm Jansrud an vier Juniorenweltmeisterschaften teil. 2003 verfehlte er als Vierter in der Kombinationswertung nur knapp eine Medaille, 2004 gewann er mit Platz zwei im Riesenslalom erstmals Edelmetall und 2005 gewann er in der Kombination eine weitere Silbermedaille.

Seinen ersten Einsatz im Weltcup hatte Jansrud bereits am 19. Januar 2003 im Slalom von Wengen. Seit der Saison 2003/04 startet er regelmäßig im Weltcup. Allerdings kam er in diesem Winter nur im Riesenslalom von Flachau in den zweiten Durchgang, wo er als 29. seine ersten Weltcuppunkte gewann. In der Saison 2004/05 konnte er bereits viermal punkten und fuhr mit Platz 19 im Riesenslalom von Alta Badia erstmals unter die besten 20. Im Februar 2005 kam er auch bei der Weltmeisterschaft in Bormio im Slalom zum Einsatz, fiel dabei aber im ersten Durchgang aus.

Nach seinen Erfolgen im Europacup in der Saison 2004/05 gelang dem Norweger im nächsten Winter auch im Weltcup der Anschluss an die erweiterte Spitze. Anfang Dezember erreichte er im Slalom von Beaver Creek den vierten Platz und im Januar kam er im Slalom von Adelboden und in der Super-Kombination von Wengen erneut unter die besten zehn. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin erreichte er in der Kombination als bester Norweger den zehnten Platz.

Nachdem Jansrud in der gesamten Saison 2006/07 verletzungsbedingt pausieren musste, blieb im Winter 2007/08 ein 20. Platz im Slalom von Bad Kleinkirchheim sein bestes Weltcupresultat. Im nächsten Winter gelang dem Norweger endgültig der Anschluss an die Weltspitze. Bereits zum Auftakt der Saison kam er im Riesenslalom von Sölden wieder auf den elften Platz, im Dezember erreichte er den vierten Platz im Riesenslalom von Beaver Creek und am 10. Februar 2009 stand er als Dritter des Riesenslaloms von Adelboden erstmals auf dem Podest. Mit einem weiteren Top-10-Platz erreichte er zu Saisonende den neunten Rang im Riesenslalomweltcup. Im Slalom blieb er nach einigen Ausfällen ohne Weltcuppunkte, dafür konnte er erstmals im Super-G punkten. Mehrere Ausfälle musste er auch bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère hinnehmen. Sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom schied er bereits im ersten Durchgang aus und auch im Super-G kam er nicht bis ins Ziel. Sein einziges Resultat war der neunte Platz in der Kombination.

Zu Beginn der Weltcupsaison 2009/10 erreichte Jansrud zwei Top-10-Platzierungen in den Riesenslaloms von Sölden und Beaver Creek. Zudem holte er auf der anspruchsvollen Birds of Prey-Piste in Beaver Creek erstmals in der Abfahrt Weltcuppunkte. Am 30. Januar 2010 erreichte er mit Platz zwei im Riesenslalom von Kranjska Gora sein bis dahin bestes Weltcupergebnis, nachdem er am Vortag dort beim ersten Riesenslalom den dritten Platz belegt hatte. Dieses Ergebnis konnte Jansrud bei den Olympischen Winterspielen 2010 bestätigen, wo er hinter Carlo Janka die Silbermedaille im Riesenslalom gewann. Im Riesenslalomweltcup konnte sich der Norweger auf Rang sieben verbessern, im Gesamtweltcup kam er erstmals unter die besten 20. In der Saison 2010/11 konnte sich Jansrud weiter steigern. Mit zwei zweiten Plätzen in den Riesenslaloms von Hinterstoder und Beaver Creek erreichte er den vierten Platz im Disziplinenweltcup. Zudem wurde er Dritter im Kombinationsweltcup. Im Gesamtweltcup verbesserte er sich um vier Plätze auf Rang 13. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen wurde Jansrud Fünfter im Riesenslalom und Zehnter in der Super-Kombination, während er in Slalom und Super-G ausschied. In den Jahren 2010 und 2011 wurde er dreimal Norwegischer Meister, zweimal im Riesenslalom und einmal im Super-G.

Im Weltcupwinter 2011/12 verbesserte sich Jansrud in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G deutlich. Er zeigte beständige Leistungen und klassierte sich bis Ende Februar zehnmal unter den besten zehn (davon zwei dritte Plätze). Anfang März fuhr er im ersten Super-G und in der Abfahrt von Kvitfjell wiederum zweimal aufs Podest, wobei er sich nur um drei bzw. zwei Hundertstelsekunden geschlagen geben musste. Am 4. März 2012 gelang ihm schließlich der erste Weltcupsieg, als er den zweiten Super-G von Kvitfjell für sich entschied. In Super-G-Weltcupwertung erreichte er in diesem Winter den vierten Platz. Zu Beginn der Saison 2012/13 erzielte Jansrud eine weitere Podestplatzierung in der Abfahrt von Beaver Creek. Bei der Weltmeisterschaft 2013 schied er im Super-G aus; etwas später stellte sich heraus, dass er dabei einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Somit war die Saison für ihn vorzeitig beendet.[1]

Sein Comeback im Weltcup gab er Ende November 2013 in Lake Louise. Er konnte sogleich annähernd an seine frühere Leistungen anschließen und erreichte in Mitte Dezember 2013 mit dem zweiten Platz in der Abfahrt von Gröden den ersten Podestplatz nach seiner Verletzung. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurde er nach dem Gewinn der Bronzemedaille in der Abfahrt am 16. Februar 2014 Olympiasieger im Super-G.

Jansrud startete sehr stark in die Weltcupsaison 2014/15: Im November gewann er die Abfahrt und den Super-G von Lake Louise, im Dezember die Abfahrt von Beaver Creek sowie den Super-G von Gröden und lieferte sich mit dem Österreicher Marcel Hirscher ein spannendes Duell um die Führung im Gesamtweltcup, die mehrmals wechselte. Im Januar gewann er noch die Abfahrt von Kitzbühel, bei der Skiweltmeisterschaft in Vail/Beaver Creek konnte er jedoch in den Speed-Disziplinen keine Medaillen gewinnen: dem 4. Platz im Super-G folgte ein 15. Platz in der Abfahrt. Erst in der nächsten Abfahrt, die aber nur für die alpine Kombination zählte, erzielte er die Bestzeit und legte damit den Grundstein für seine Silbermedaille in der Kombination. Ähnlich wie Tina Maze bei der WM 2013 hat er somit "die falsche Abfahrt" gewonnen - diejenige, die keine Goldmedaille einbrachte. In den ersten beiden Weltcup-Abfahrten nach der WM erreichte er die Plätze 14 und 19, was im Kampf um die große Kristallkugel von ihm selbst als herber Rückschlag beurteilt wurde.[2] Am 8. März 2015 gewann er jedoch den Super-G von Kvitfjell und entschied damit vorzeitig die Disziplinenwertung für sich. Außerdem kam er damit Marcel Hirscher im Gesamtweltcup wieder etwas näher. Beim Weltcupfinale in Méribel gewann Jansrud die Abfahrt und sicherte sich somit die Abfahrtskugel vor Hannes Reichelt. Im Super-G belegte er zwar den zweiten Rang, da sein Konkurrent Hirscher aber den vierten Rang erreichte, konnte er diesen nicht überholen. Im letzten Riesenslalom der Saison wurde Jansrud Elfter und Hirscher Vierter, womit Jansrud vor dem abschließenden Slalom 60 Punkte zurücklag. Jansrud verzichtete aber auf einen Start im Slalom, womit Hirscher den Gesamtweltcup gewann und der Norweger Platz 2 belegte. Zum Abschluss des Winters wurde Jansrud in Hemsedal norwegischer Meister in Abfahrt und Super G.

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

  • Turin 2006: 10. Kombination
  • Vancouver 2010: 2. Riesenslalom, 9. Super-Kombination, 12. Super-G, 17. Slalom, 31. Abfahrt
  • Sotschi 2014: 1. Super-G, 3. Abfahrt, 4. Super-Kombination

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Junioren-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Weltcup[Bearbeiten]

  • Saison 2008/09: 9. Riesenslalomweltcup
  • Saison 2009/10: 7. Riesenslalomweltcup, 10. Kombinationsweltcup
  • Saison 2010/11: 3. Kombinationsweltcup, 4. Riesenslalomweltcup
  • Saison 2011/12: 8. Gesamtweltcup, 4. Super-G-Weltcup, 7. Kombinationsweltcup, 9. Riesenslalomweltcup
  • Saison 2012/13: 8. Super-G-Weltcup, 10. Abfahrtsweltcup
  • Saison 2013/14: 6. Gesamtweltcup, 2. Super-G-Weltcup, 4. Abfahrtsweltcup
  • Saison 2014/15: 2. Gesamtweltcup, 1. Abfahrtsweltcup, 1. Super-G Weltcup
  • 25 Podestplätze, davon 10 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
4. März 2012 Kvitfjell Norwegen Super-G
28. Februar 2014 Kvitfjell Norwegen Abfahrt
2. März 2014 Kvitfjell Norwegen Super-G
29. November 2014 Lake Louise Kanada Abfahrt
30. November 2014 Lake Louise Kanada Super-G
5. Dezember 2014 Beaver Creek USA Abfahrt
20. Dezember 2014 Gröden Italien Super-G
24. Januar 2015 Kitzbühel Österreich Abfahrt
8. März 2015 Kvitfjell Norwegen Super-G
18. März 2015 Méribel Frankreich Abfahrt

Europacup[Bearbeiten]

  • Saison 2004/05: Gesamtsieger, 1. Riesenslalomwertung, 1. Slalomwertung
  • 15 Podestplätze, davon 5 Siege

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jansrud mit Kreuzbandriss. skionline.ch, 6. Februar 2013, abgerufen am 6. Februar 2013.
  2. Österreichischer Dreifach-Erfolg in Garmisch / Jansrud resigniert. kurier.at, 28. Februar 2013, abgerufen am 1. März 2013.