Klöster in Bremen

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Die Klöster in Bremen sind nicht erhalten. Historisch gab es in Bremen das Kloster St. Paul, das Dominikanerkloster St. Katharinen, das Franziskanerkloster St. Johannis und die Komturei des Deutschen Ordens. Seit 2002 besteht das Birgittenkloster. 1522 kam der Lutherische Augustiner Heinrich von Zütphen durch Bremen und predigte in der Ansgariikirche. Die dann folgende Reformation in Bremen führte dazu, dass sich in Bremen der lutherische Glauben durchsetzte und die Klöster deshalb aufgelöst wurden.

Kloster St. Paul[Bearbeiten]

Hauptartikel: St.-Paul-Kloster (Bremen)

Das ehemalige Kloster St. Paul der Benediktiner im westlichen Teil des heutigen Ostertorsteinviertels ist nicht erhalten. Es bestand von 1050 bis 1523.

Dominikanerkloster St. Katharinen[Bearbeiten]

Ehemaliges Katharinenkloster, Zeichnung von Daniel Feuerbach, 1734

Hauptartikel: St.-Katharinen-Kloster (Bremen)

Die Dominikaner ließen sich 1225 in Bremen nieder. Sie gründen das Kloster St. Katharinen.

Um 1253 wurde mit dem Klosterbau in der Altstadt zwischen Sögestraße, Unser-Lieben-Frauen-Kirchhof und Domshof begonnen. Das Kloster bestand aus der dreischiffigen Hallenkirche, dem Klosterhof mit dem Kreuzgang, dem Wirtschaftshof, dem Remter, dem Refektorium und den weiteren Aufenthalts- und Wirtschaftsräumen. Die Reste des gotischen Klosters, die Katharinenstraße, der Katharinenklosterhof und die Katharinenpassage erinnern an das Kloster. 1524 wurden in der Folge der Reformation die ersten Dominikaner – u. a. der Abt und der Lesemeister – ausgewiesen. Das Kloster wurde 1528 geschlossen.

In ihren Räumen wird die Lateinschule (siehe bei Altes Gymnasium) und ab 1898 das Historische Museum (siehe bei Focke-Museum) eingerichtet. Das Kirchengebäude war danach Zeughaus der Stadt. Im 19. Jahrhundert war die Kirche auch Lagerhaus. Nach einem Teilabrisse der Kirche blieben Reste bis zur endgültigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bestehen.

Die Reste des Klosters – u. a. der Remter – sind heute durch die Katharinen-Hochgarage und die Katharinen-Passage überbaut. Sie stehen seit 1973 unter Denkmalschutz (Siehe hier)

Franziskanerkloster St. Johannis[Bearbeiten]

Hauptartikel: St.-Johannis-Kloster (Bremen)

Propsteikirche St. Johann
Dom-Museum: Modell St. Johannis und Klostergebäude vor Abbruch

Die Franziskaner ließen sich wahrscheinlich auch 1225 in Bremen nieder. Das Kloster befand sich in der Altstadt. Die Klosterkirche St. Johann, die Klosterkirchenstraße und die Klosterortstraße erinnern an das Kloster.

Mit dem Bau des Klosters wurde um 1258 begonnen. Es bestand aus der heute erhaltenen dreischiffigen gotischen Kirche St. Johann aus dem 14. Jahrhundert, die im 15. Jahrhundert zur Hallenkirche vergrößert wurde. Hinzu kamen die südseitig liegenden, heute nicht erhaltenen, Klostergebäude und Höfe.

Um die 20 bis 30 Franziskaner lebten im 14. bis 16. Jahrhundert im Kloster. Das Kloster wurde 1528 nach der Reformation geschlossen. Die Klostergebäude wurden danach für die Unterbringung von geistig Schwachen genutzt (Irrenhaus). 1834 erfolgte der Abriss der inzwischen maroden Klostergebäude und Wohnbauten entstanden auf dem Gelände. Die Kirche war u. a. Krankenhauskirche und bis 1801 Kirche reformierter („französischer“) Kirchgemeinden.

1823 wurde die Kirche St. Johann nach einer gründlichen Sanierung als erste römisch-katholische Pfarrkirche Bremens nach der Reformation wieder geweiht.

1856 kommen die ersten katholischen Ordensfrauen zur St.-Johannis-Gemeinde und unterrichten in der St.-Johannis-Schule bis 1803. Sie verlassen Bremen, da sie hier nicht mehr im Ordenshabit unterrichten dürfen. Die Franziskanerinnen von Thuine übernehmen die Schuldienste und die Betreuung eines St.-Johannis-Kindergarten in Walle.

Die Franziskanerinnen von Mauritz übernehmen 1869 die Pflege- und Betreuungsdienste im neu gegründeten St.-Joseph-Stift.

Außerdem besteht in direkter Nachbarschaft zur Propsteikirche St. Johann ein Konvent der Franziskanerinnen.

Komturei des Deutschen Ordens[Bearbeiten]

Hauptartikel: Komturei des Deutschen Ordens in Bremen

Ordenskreuz

Der beim Dritten Kreuzzug von Kreuzfahrern aus Bremen und Lübeck bei der Belagerung von Akkon (1189–1191) gegründete Deutsche Orden errichtete schon 1230 eine Komturei in Bremen. Eine kleine einschiffige Kirche mit nur zwei Jochen und ein angefügtes Ordenshaus entstanden beim Spittal. Das vorhandene Heiliggeist-Spital wurde übernommen und bald als „Deutsches Haus“ bezeichnet. 1426 wurde der Hospitalbetrieb eingestellt und 1519 das Haus letztmals erwähnt. Die Komturei befand sich am Ostertor in der Altstadt. Die Komturstraße erinnert an den Standort.

Auch die Ritter des Deutschen Ordens beteiligten sich 1234 am „Kreuzzug“ gegen die Stedinger im Stedingerkrieg.

Nur wenige Ordensbrüder befanden sich in Bremen und nur ein bis zwei Ordenspriester waren bis 1450 tätig. Der Orden wandelte sich zum wohlhabenden Wirtschaftsbetrieb. Obwohl der Orden sich während der Reformation beginnt zu wandeln wird 1531 der Komtur Rolf von Bardewisch und vier seiner Kriegsknechte von den aufgebrachten Bremer Bürgern beim Beginn des Aufstandes der 104 Männer getötet. 1564 erwarb Bremen die Komturei und die 31 dazugehörenden Bauernhöfe. Der letzte lutherische Komtur wohnt und verwaltet das Anwesen noch bis 1583.

Ab 1674 war die Kirche dann nur noch Lager und Packhaus. Die Gebäudereste wurden im Zweiten Weltkrieg zerbombt und 1956 teilweise abgerissen. Die Unterkirche blieb unter dem Gerichtsgebäude – ab 1976 als Restaurant „Komturei“ – erhalten.

Die Jesuiten[Bearbeiten]

Von 1648 bis 1788 – also kurz nach dem Verbot der Jesuiten im Jahr 1773 – wirken die Jesuiten in Bremen, davon einige Patres als „Hofkapläne“ des kaiserlichen Residenten. Sie wirken aber auch inoffiziell für die Bürger und Arbeiter des katholischen Glaubens, in einer Zeit, da die katholische Kirche nicht in Bremen vertreten ist. Ihr Haus befand sich zunächst in der Altstadt und ab 1651 in der Neustadt. Die Jesuiten wirken erst 1963 wieder in Bremen im „Peter-Faber-Haus“ mit einer Kapelle in Schwachhausen am Schwachhauser-Ring 151. 1990 wurde ihre Niederlassung aufgelöst.

Nonnen und Beginen in Bremen[Bearbeiten]

Im mittelalterlichen Bremen gab es nur wenige Nonnen oder Ordensschwestern.

  • Beginen und Beginenhöfe: Beginen sind seit Beginn des 13. Jahrhunderts in Lilienthal und dann seit 1258 bei St. Katharinen tätig und so dem Dominikanerorden seelsorgerisch verbunden. Ein weiteres Beginenhaus war bei der St. Nikolaikirche, die 1260/70 erbaut und um 1650 teilweise abgerissen wurde. Die Beginen, unverheiratete Frauen aus bürgerlichen Oberschichten, überstanden – inzwischen lutherisch – die Reformation in Bremen. Sie lebten in Häusern in der Hutfilter Straße und danach am Schüsselkorb. Ab 1828 gab es das Katharinenstift, welches 1912 in die Parkallee umzog. Nach den Beginen wurde die Straße Auf dem Beginenlande benannt.
  • Der Beginenhof in der Neustadt war seit 2001 lediglich eine genossenschaftliche Wohngemeinschaft, ebenso wie das Projekt in Horn an der Nernstraße.
  • Birgittenkloster: 2002 wird für die Nonnen des Birgittenordens das Birgittenkloster im Schnoor geweiht.

Andere katholische Ordenstätigkeiten[Bearbeiten]

  • Das katholische St. Theresienhaus in Vegesack wurde von 1927 bis 1989 von den Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariens, auch nach dem Sitz des Mutterhauses der Ordensgemeinschaft in Osnabrück-Nette als „Netter Schwestern“ bekannt, betreut. Einige Schwestern waren noch bis 1999 im katholischen St.-Elisabeth-Haus in Schwachhausen tätig.
  • Von 1959 bis 2003 wirkten Frauen des Säkular-Instituts St. Bonifatius in Bremen und betreuen das Altenzentrum St. Michael in der Neustadt an der Kornstraße.
  • Holländische Patres betreuen ab 1963 die St.-Pius-Gemeinde in Huchting.
  • Im Stadtteil Gartenstadt Vahr (Rethemer Straße) existiert seit dem Jahr 2000 ein Kloster der Marthaschwestern, die in der Caritas und Seniorenbetreuung tätig sind.

Literatur[Bearbeiten]