Klütz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Klütz in Mecklenburg; für den Ort Klütz in Pommern siehe Klucz (Stettin). Zum deutschen Fußballspieler und -trainer siehe Jörg-Uwe Klütz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Klütz
Klütz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Klütz hervorgehoben
53.96666666666711.16666666666712Koordinaten: 53° 58′ N, 11° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Klützer Winkel
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 44,12 km²
Einwohner: 3073 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23948,
23946 (Tarnewitzerhagen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 038825
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 039
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstraße 1
23948 Klütz
Webpräsenz: www.kluetz-mv.de
Bürgermeister: Dieter Fischer
Lage der Stadt Klütz im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Börzow Gägelow Mallentin Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Nesow Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Vitense Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Papenhusen Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
Über dieses Bild

Klütz ist eine Kleinstadt im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Klützer Winkel, dem weitere fünf Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Klütz ist die zentrale Stadt der Region Klützer Winkel im Westen Mecklenburgs an der Ostsee beim Heilbad Boltenhagen, zwischen Wismar und Lübeck.

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Klütz, Christinenfeld, Goldbeck, Grundshagen, Hofzumfelde, Oberhof, Steinbeck, Wohlenberg, Arpshagen, Niederklütz, Kühlenstein und Tarnewitzerhagen.[2]

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung von Klütz setzt sich nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 aus dem Bürgermeister und 13 weiteren gewählten Vertretern zusammen:

CDU SPD Die Linke UWG Einzel-bewerber
4 2 2 3 2

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. April 1997 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 123 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Grün eine silberne Eule auf zwei schräggekreuzten, seitlich wachsenden, vierblättrigen goldenen Lindenzweigen sitzend, darüber zwei schräggekreuzte dreiblättrige goldene Lindenzweige.“

Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe gestaltet.

Symbolik[3]: Seit 1936 war eine grüne Eiche im goldenen Wappen. Neu gestaltet wurde es 1957. Der Baum hatte keinen Bezug zum Ort und wurde durch sieben Blätter ersetzt. Die im Wappen gezeigte Eule im goldene Feld verwies auf das „Uhlennest“. Uhlennest war ein Hinweis auf die Umgangsform für die Ortsbezeichnung. Der ins Schild genommene schrägrechter Schlüssel sollte den slawischen Ortsnamen verkörpern und der silberne Balken war als Symbol für den waldreichen Klützer Winkel gedacht gewesen. 1997 wurde das Wappen neu gestaltet.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Klütz pflegt mit Bad Arolsen (Hessen) eine Partnerschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Der Name Klütz kommt aus dem altpolabischen Substantiv kl'uć. Von der silva cliuz, also vom Wald bei Klütz ist 1188 die Rede. Clutse, Clutze (1237), Cluthze, Klutze (1267) und Cluze (1273) heißt es dann im 13. Jahrhundert, woraus dann das Klütz heutiger Tage wurde.[4]

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Schon während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit wurde um Klütz gesiedelt; bis zur Völkerwanderung waren es Germanen, dann slawische Stämme und ab der Mitte des 12. Jahrhunderts deutsche Siedler. Das Waldgebiet wurde bereits 1188 als silva cliuz, der Ort und die Kirchgemeinde 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. Klütz befand sich im Mittelalter unter mecklenburgischer Landesherrschaft. Der Flecken war wirtschaftlicher Mittelpunkt eines landwirtschaftlich genutzten Gebiets.[4]

Mit dem Bau der gotischen dreischiffigen Stadtkirche St. Marien wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Der quadratische Turm folgte im 14. Jahrhundert. Das Gewölbe im Langhaus musste ab 1701 ersetzt werden.[5]

Rittergeschlechter im Klützer Winkel[Bearbeiten]

Vom 14. bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts herrschten die Ritter von Plessen im Klützer Winkel. Hans Caspar von Bothmer kaufte dann weite Teile des Klützer Winkels und hatten einen Grundbesitz von etwa 7000 Hektar. Das barocke Schloss der Grafen von Bothmer wurde von 1726 bis 1732 nach englischem und niederländischen Vorbildern nach Plänen von Johann Friedrich Künnecke errichtet. Die Schlossanlage von 11,7 ha mit der 250 Jahre alten Festonallee aus spalierartig gezogenen und beschnittenen Linden wurde zum Wahrzeichen der Stadt.[6] Handwerk und Handel blühten auf und von 1713 bis 1924 besaß im Gebiet nur Klütz die Marktgerechtigkeit. Seit etwa 1660 hat der Markttag am ersten Donnerstag im Oktober eine besondere Bedeutung.

Ab 1800[Bearbeiten]

1844 wanderte der 1820 in Klütz geborene Johann Friederich August Kelling nach Neuseeland aus und gründete dort eine deutsche Siedlung. 1873/74 wurde die erste feste Straße nach Grevesmühlen gebaut. Ab 1905 konnte die Eisenbahn von Klütz nach Grevesmühlen fahren. Erst 1938 erhielt Klütz das Stadtrecht und war mit rund 1.300 Einwohnern die kleinste Stadt Mecklenburgs. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieg besetzten britische Truppen die Stadt und übergaben sie Ende Juli an die Rote Armee. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den Ostgebieten. In den 1950er Jahren wurden die Ortsteile Niederklütz, Steinbeck, Grundshagen, Kühlenstein, Goldbeck, Arpshagen, Hofzumfelde, Christinenfeld, Eulenkrug, Tarnewitzerhagen, Oberhof und Wohlenberg angeschlossen. Nach 1991 wurde das kleine Stadtzentrum im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Klütz

Literarisches[Bearbeiten]

Klütz ist das Jerichow im literarischen Werk von Uwe Johnson, die Stadt der Cresspahls in den Mutmassungen über Jakob und in den verfilmten Jahrestagen. Dem Schriftsteller und seinem Werk ist das im April 2006 eröffnete Uwe-Johnson-Literaturhaus gewidmet. Es befindet sich in einem sanierten vierstöckigen früheren Bohnen- und Getreidespeicher aus dem Jahr 1890. Zwei Stockwerke beherbergen eine Dauerausstellung zu Johnson, außerdem werden Lesungen veranstaltet. Gleichzeitig dient das Haus als Bibliothek des Ortes.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Bahnstrecke Grevesmühlen–Klütz wurde 2006 abgebaut. Spätestens ab 2014 soll nach Wiederaufbau als Schmalspurbahn ein touristischer Betrieb mit historischen Wagen auf dem Streckenabschnitt Klütz bis zum Haltepunkt Dorf Gutow beginnen.[7] Eine Anbindung der Strecke bis Grevesmühlen ist vorerst nicht abzusehen. Der nächste Bahnhof ist somit vorläufig noch Grevesmühlen an der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Klütz (PDF; 407 kB), §2
  3. Heinz Machatscheck, Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik, Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979, S.223
  4. a b Ernst Eichler und Werner Mühlner: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  5. Dehio: Mecklenburg, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1980, S. 178
  6. Dehio: Mecklenburg, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1980, S. 179
  7. Drehscheibe 200 (4/07), S. 72

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klütz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien