Kladde

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Kladde

Eine Kladde (seit dem 17. Jahrhundert im Niederdeutschen belegt, eigentliche Bedeutung ‚Schmutz‘, ‚Schmiererei‘) ist ein vorläufiger Entwurf, ein Konzept und davon abgeleitet, vermutlich als Kurzform von „Kladde⸗Buch“,[1] ein Schmier-, Skizzen-, Notiz- oder vorläufiges Geschäftsbuch (Vorbuch). Hochsprachlich gleichbedeutend ist das französische Lehnwort Brouillon.[2]

Kladden sind in der Regel fest gebunden und enthalten je nach Verwendungszweck entweder leere (blinde) Seiten oder solche, die mit Linien oder Tabellen für Eintragungen vorbereitet sind. Der Inhalt von Kladden zur Buchführung (auch Strazzen genannt) wird anschließend in Grund- und Hauptbücher übertragen.

An norddeutschen Schulen wird die „Kladde“ vom „Reinschriftheft“ unterschieden. In Mittel- und Süddeutschland spricht man von Manuskript oder Konzept.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kladde. In: Johann Georg Krünitz (Hrsg.): Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats⸗ Stadt⸗ Haus⸗ und Landwirtschaft, in alphabetischer Ordnung. Band 39. Pauli, Berlin 1787, S. 303 (mit weiteren Bezeichnungen: „Kladder⸗Buch“,Schmutz⸗Buch, in einigen oberdeutschen Gegenden das Klätt⸗Buch, Kleck⸗Buch, Klitter⸗Buch, Sudel⸗Buch. Von dem im g.[emeinen] L.[eben] üblichen kleien, klittern, schlecht schreiben“).
  2. Siehe etwa Novalis’ „Materialien zur Enzyklopädistik“: Novalis: Das Allgemeine Brouillon 1798/99. In: Werke, Tagebücher und Briefe Friedrich von Hardenbergs. Hrsg. von Hans-Joachim Mähl, Richard Samuel. Bd. 2, Hanser, München, Wien 1978, S. 473–720.