Klangfarbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Klangfarbe (auch das Timbre) ist in der Musik einer der Parameter des einzelnen Tons und wird bestimmt durch sein Klangspektrum, also das spezifische Gemisch aus Grundton, Obertönen, Rauschanteilen, sowie den zeitlichen Verlauf dieses Spektrums und der Lautstärke.

Tonzusammensetzung bzw. Klangzusammensetzung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Oberton

Die Tonzzusammensetzung von annähernd periodischen Schwingungen z. B. kann mit Hilfe der Kurzzeit-Fourier-Transformation (STFT) analysiert werden. Je nach Einstellung des STFT-Analysators bekommt man relativ genaue Aussagen über die Teiltöne oder / und die Dauer der Teilbestandteile des Klanges. Die Teiltöne und Hüllkurve (Formanten) bestimmen bei vielen musikalischen Instrumenten die charakteristische Ton- bzw. Klangfarbe. Dies ist ein Grund, warum verschiedene Instrumente bei gleicher Tonhöhe des wahrgenommenen Grundtons unterschiedlich klingen.

Bei mechanischen Musikinstrumenten sind neben dem Grundton immer auch Obertöne vorhanden. Reine Sinusschwingungen mit der Frequenz des Grundtons lassen sich nur elektronisch erzeugen, etwa mit einem Synthesizer.

Es gibt auch musikalisch genutzte Klänge, die komplexere Zusammensetzungen aufweisen.

  • Glockenklänge lassen sich schwer mit einfachen Tonverhältnissen beschreiben. Generell führt starke Inharmonizität zu einem eher metallischen Klang.
  • Trommeltöne sind ein Gemisch aus Tönen und Rauschsignalen.
  • Selbst schmalbandiges Rauschen lässt sich als musikalische Klangfarbe nutzen (Windheulen).
  • Bei vielen musikalischen Klängen sind zudem auch Rauschanteile prägend für die Klangfarbe (z. B. Anblasgeräusche bei Blasinstrumenten und Orgelpfeifen).

Einschwingverhalten[Bearbeiten]

Entscheidend für die Klangfarbe ist besonders das Einschwingverhalten, das heißt der zeitliche Verlauf des Spektrums und der Lautstärke in den ersten Sekundenbruchteilen eines Tons. Blendet man diese ersten Zehntelsekunden aus, lassen sich einige Instrumente nur noch schwer identifizieren.

Formanten[Bearbeiten]

Wesentlich für den Klangcharakter eines Musikinstruments sind auch die Formanten, die unabhängig von der gespielten Tonhöhe sind und die im Wesentlichen von der Bauform des Instruments abhängen. Als Formanten bezeichnet man charakteristische Minima und Maxima im Obertonspektrum einer akustischen Schwingung.

Das wahrgenommene und messbare Klangbild von Sprachlauten wird ursächlich von Formanten bestimmt: Deren jeweils spezifische Lage ermöglicht die akustische Unterscheidung der Vokale a, e, i, o, u (siehe auch: Vokaldreieck).

Spieltechnik[Bearbeiten]

Neben der Beschaffenheit des Tonerzeugers (z. B. Instrument, Singstimme) bestimmt auch die Art der Anregung (Stimulierung, Spieltechnik) die Klangfarbe eines Instruments.

Hören[Bearbeiten]

Die Klangfarbe, das heißt die vorhandenen Frequenzanteile und deren zeitliches Verhalten, ermöglicht es, dass wir auf unterschiedlichen Instrumenten hervorgebrachte Töne, aber auch auf demselben Instrument unterschiedlich hervorgebrachte Töne hörmäßig unterscheiden können.

Klangfarbendynamik[Bearbeiten]

Dynamische Änderungen haben Klangfarbenänderungen – also spektrale Änderungen – zur Folge. Beispiele: verstärktes Anblasen, verschiedenes Streichen usw.
Musikinstrumente klingen im piano anders als im forte. Dies wird mit Klangfarbendynamik oder auch Spektraldynamik im Gegensatz zur Amplitudendynamik bezeichnet.
Wird mit Kompressoren die Amplitudendynamik stark vermindert, um die Lautstärke zu erhöhen, so bleibt die Klangfarbendynamik erhalten und hörbar wirksam.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Timbre – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen