Klara Lidén

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klara Lidén (* 1979 in Stockholm) ist eine schwedische Installations-, Performance- und Videokünstlerin.

Leben[Bearbeiten]

Klara Lidén studierte von 2000 bis 2004 Architektur an der Königlich Technischen Hochschule Stockholm. 2003 besuchte sie die Universität der Künste Berlin. Ab 2004 wechselte sie an die Konstfack, wo sie drei Jahre lang studierte.[1] Bereits zu diesem Zeitpunkt waren ihre Werke regelmäßig in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Ihre bisher bedeutendste Einzelausstellung fand 2010 in der Serpentine Gallery in London statt.[2]

2010 gewann sie den Kunstpreis blauorange der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, ein Jahr später einen Sonderpreis auf der Kunstbiennale in Venedig sowie den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst.

Heute lebt und arbeitet Klara Lidén in Berlin.

Werk[Bearbeiten]

Klara Lidéns Werk besteht hauptsächlich aus Videos, Performances und Installationen sowie Skulpturen. Zu ihren bevorzugten Themen gehören ziviler Ungehorsam, verborgene Aggression und Rebellion in der heutigen Gesellschaft.[2]

Zwei ihrer frühen Performance-Projekte waren unter anderem der Bau eines Hauses aus Müll an einem Flussufer und das Überkleben von Straßenwerbung mit weißen Plakaten.

In der Regel nimmt sie ihre improvisierten Performances auf und stellt diese Kurzfilme später aus. Häufig ist sie selbst dabei die Akteurin. Dies war z. B. bei Paralyzed (2003) der Fall, einem ihrer bekanntesten Werke, das fünf Jahre später vom Museum of Modern Art erworben wurde. Das Video zeigt, wie sie auf provokative Weise in einer S-Bahn tanzt und ihren Gefühlen und ihrem Körper trotz der zahlreichen Zuschauer freien Lauf lässt.[3]

Ein weiteres erfolgreiches Video von Lidén ist Moonwalk (2008), in dem sie im Stil von Michael Jackson nachts durch die Straßen von New York geht. [4]

Lidéns Videos sind oft Teil ihrer multimedialen Installationen. Dabei stellt sie beispielsweise aus Gebrauchsmaterialien wie Pappkarton, Wellblech und Folien fragile Raumkonstruktionen her, durch die sich der Besucher bewegt und dabei auf verborgene Videopräsentationen stößt.

In der Ausstellung Unheimlich Manoeuvre (2007) brachte sie das gesamte Inventar ihrer Wohnung in das Stockholmer Museum und gestaltete daraus eine Installation.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2005 Dr. 3000, Reena Spaulings Fine Art, New York
  • 2006 Economy Class, Reena Spaulings Fine Art, New York
  • 2007 Unheimlich Maneuver, Moderna Museet, Stockholm, Schweden
  • 2007 Klara Liden, Hayward Gallery, London
  • 2008 Elda för kråkorna, Reena Spaulings Fine Art, New York
  • 2009 The Teenage Room, Nordic Pavillion, Venedig Biennale
  • 2009 Projects 89, Museum of Modern Art, New York
  • 2009 Never Come Back, Kunsthalle Fridericianum, Kassel
  • 2010 Reena Spaulings Fine Art, New York
  • 2010 Jeu De Paume, Paris
  • 2010 Klara Lidén, Serpentine Gallery, London
  • 2011 Klara Lidén, Galerie Neu, Berlin
  • 2011 Klara Lidén, Moderna Museet, Stockholm
  • 2012 Bodies of Society, New Museum, New York
  • 2012 Pretty Vacant, Reena Spaulings Fine Art, New York
  • 2013 Klara Lidén: The Myth of Progress, IMMA, Dublin
  • 2013 Klara Lidén: Invalidenstraße, Museion, Bozen

Stipendien und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2008 Stipendium des International Artist Studio Program in Stockholm (IASPIS)
  • 2009 Stipendium der Foundation for Contemporary Arts, New York, Kategorie Visual Arts[5]
  • 2010 Kunstpreis blauorange[6]
  • 2011 Sonderpreis auf der Kunstbiennale in Venedig
  • 2011 Preis der Nationalgalerie für junge Kunst[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sophie O'Brien (Hrsg.), Klara Lidén (Ill.) u.a.: Klara Lidén. Serpentine Gallery: Moderna Museet. Buchhandlung Walther Konig GmbH & Co. KG. Abt. Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-86560-915-1.
  • Christiane Rekade (Hrsg.), Klara Lidén (Ill.) u.a.: Klara Liden - Rumpfflächen und Plündererbanden. Kerber Christof Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-86678-510-6.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ausbildungsstationen auf kunsthallezurich.ch
  2. a b Ausstellung in der Serpentine Gallery
  3. Ausstellung in der Kunsthalle Fridericianum, Beschreibung einiger Videos von Klara Lidèn, Fotos von Raumkonstruktionen
  4. Review Klara Lidèn auf frieze.com
  5. Foundation for Contemporary Arts
  6. Klara Liden erhält Kunstpreis blauorange
  7. Preis2011

Weblinks[Bearbeiten]