Klarna

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Klarna AB
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2005
Sitz Stockholm, Schweden

Leitung

Mitarbeiter >1.000 (2014)[1]
Umsatz 200 Mio. Euro (2014)[1]
Branche Internetdienst
Website klarna.com

Klarna ist ein schwedisches E-Commerce-Unternehmen, das Zahlungslösungen für Onlineshop-Betreiber anbietet. Die Kernleistung besteht darin, die Zahlungsansprüche der Händler zu übernehmen und deren Kundenzahlungen abzuwickeln und somit Risiken für Käufer und Verkäufer auszuschließen. Etwa 20 Prozent aller Online-Einkäufe in Schweden werden über Klarna abgeschlossen. Das Unternehmen beschäftigt 1.200 Mitarbeiter, die meisten von ihnen sind in Stockholm tätig.

Unternehmen[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Klarna hat etwa 1000 Mitarbeiter (2014) und bietet seine Zahlungslösungen in 18 Ländern (2015) an. Aktuell werden von Klarna jährlich Transaktionen im Wert von rund 6,1 Milliarden Euro über die 21.000 Händler, die Klarna anbieten, durchgeführt. Im Jahr 2010 erwirtschaftete Klarna einen Jahresumsatz von 38 Millionen Euro.[2]

In Deutschland hat Klarna Niederlassungen in Köln und Berlin. In Österreich unterhält Klarna eine Niederlassung in Wien.[3]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Mit ihrer Idee zu der Frage, wie man den Online-Einkauf für Käufer und Händler einfacher und sicherer machen könnte, nahmen die drei Klarna-Gründer Sebastian Siemiatkowski, Niklas Adalberth und Victor Jacobsson 2005 am Entrepreneurship Award der Handelshochschule Stockholm teil. Ihre Idee wurde jedoch nicht sehr positiv aufgenommen und sie landeten im Wettbewerb auf einem der letzten Plätze. Trotzdem entschieden sie sich Mitte 2005 für die Gründung des Unternehmens Kreditor in Schweden[4].

Ende 2007 investierte das Venture Capital-Unternehmen Investment AB Öresund in Kreditor. Im Jahr 2008 begann Kreditor seine Dienste in Norwegen, Finnland und Dänemark anzubieten.

2009 wurde Kreditor in Klarna umbenannt.

2010 wurde das Angebot auf Deutschland und die Niederlande ausgeweitet, und das in San Francisco ansässige Unternehmen Sequoia Capital stieg als größter alleiniger Anteilseigner bei Klarna ein. Klarna erhöhte seine Umsätze um über 80% auf 54 Millionen US Dollar (~400m SEK). Anfang des Jahres 2011 führte das britische Magazin The Daily Telegraph Klarna als eines der hundert vielversprechendsten jungen Tech-Unternehmen auf.

Im Mai 2011 übernahm Klarna das in Europa, Israel und den USA operierende Unternehmen Analyzd. Das Unternehmen ist auf Risk Management und Online-Zahlungen spezialisiert und seine Gründer arbeiteten zuvor bei PayPal.

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass Klarna nach einer neuen Finanzierungsrunde mehr als 115 Millionen Euro einsammeln konnte.[5] Die Runde, geführt von General Atlantic und Yuri Milner (DST Global),[6][7] diente der weiteren internationalen Expansion des Unternehmens. Im Mai 2012 teilte Klarna mit, dass die internationale Capital-Gesellschaft Atomico als Investor gewonnen werden konnte.[8]

2012 begann Klarna, seine Dienste in Österreich und Schweden anzubieten.

Im Jahr 2013 schloss sich Klarna mit der SOFORT AG zur Klarna Group zusammen, nachdem Klarna SOFORT von Reimann Investors übernommen hatte. Beide Unternehmen bieten ihre Produkte weiter nebeneinander an und arbeiten auf einer Stand-Alone-Basis.

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Beim Rechnungskauf in Onlineshops erhalten Verbraucher die Ware vor Zahlung, was zwar für die Verbraucher Sicherheit bedeutet, für Händler aber mit dem Risiko des Zahlungsausfalls verbunden ist. Anbieter wie Klarna garantieren im Rahmen des Factoring den Händlern die Zahlung.

Verbraucher haben im Onlineshop die Möglichkeit, per Rechnung zu bezahlen. Der Shop versendet darauf die Ware an den Verbraucher, der sich seine Bestellung ansehen kann und die Rechnung innerhalb von 14 Tagen an Klarna bezahlt. Klarna zahlt dann an den Shop, selbst wenn der Verbraucher den Rechnungsbetrag nicht begleicht; dies gilt auch für Betrugsfälle. Klarna bietet Verbrauchern außerdem die Möglichkeit einer Ratenzahlung.

Die Gebühren für den Käufer bei der Bezahlung über Klarna sind je nach Shop verschieden. Die Angabe der Gebühren erfolgt über eine von Klarna bereitgestellte Übersichtsseite.[9][10] Für den Ratenkauf fallen für den Käufer zusätzliche Gebühren und Zinsen an. Teilnehmende Onlineshops zahlen außerdem Gebühren und Provision an Klarna, deren Höhe Klarna jedoch nicht veröffentlicht.

Technologie[Bearbeiten]

Der Code von Klarna ist in Erlang geschrieben, einer von Ericsson entwickelten Programmiersprache für hochparallele, skalierbare Anwendungen.

Markt[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 lag der globale Umsatz im E-Commerce bei 948 Milliarden US Dollar. Die Kreditkarte ist mit einem Marktanteil von etwa 40 Prozent die beliebteste Zahlungsart in Europa und den USA. In einigen europäischen Ländern wie Deutschland und Schweden, in denen Klarna operiert, ist der Kauf auf Rechnung die beliebteste Alternative.

Klarna ist in 18 Märkten aktiv: Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweiz, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien und den USA. Einige der größten Wettbewerber mit ähnlichen Produktportfolios in diesen Ländern sind Swedish PayEx, German BillPay GmbH und Dutch AfterPay.

Kritik[Bearbeiten]

Anfang 2012 geriet Klarna in Kritik, da es in der Zusammenarbeit mit der damaligen Hausbank des Unternehmens zu einem Fehler kam. Die Bank lieferte keine korrekte Meldung darüber, welche Zahlungen am 3. Januar 2012 eingegangen waren.[11] Daher hatte Klarna an einige Kunden, die zwischen dem 29. Dezember 2011 und dem 3. Januar 2012 ihren offenen Rechnungsbetrag korrekt überwiesen hatten, unberechtigt Mahnungen versendet. Das Unternehmen informierte die betroffenen Kunden und behob den Fehler. Die fälschlich verschickten Mahnungen wurden für ungültig erklärt. Klarna gab später bekannt, die Bank für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs gewechselt zu haben.

Das Unternehmen wird von Verbrauchern wegen unangemessen hoher Mahngebühren und intransparenter Geschäftspraktiken kritisiert.[12][13][14][15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/klarna-mit-sofort-gegen-pay-pal-im-online-bezahlen-a-956277.html
  2. vgl. faz-archiv.de
  3. Klarna jetzt auch Österreich. e-commerce-magazin.de
  4. Geschichte. Klarna, abgerufen am 12. Mai 2015.
  5. vgl. faz-archiv.de
  6. vgl. techcrunch.com
  7. vgl. excitingcommerce.de
  8. Atomico ist neuer Investor bei Klarna. e-commerce-magazin.de
  9. Klarna Bedingungen von planet-sports.de. Klarna AB. Abgerufen am 11. August 2014: „Pro Einkauf wird eine Bearbeitungsgebühr von Euro 0 erhoben.“
  10. Klarna Bedingungen von wildwechsel-shop.de. Klarna AB. Abgerufen am 11. August 2014: „Pro Einkauf wird von uns eine Rechnungsgebühr von Euro 1.50 erhoben“
  11. Klarna nimmt Stellung zu den Beschwerden (DE) VBS Verbraucherschutz. 25. Juli 2012. Abgerufen am 20. Januar 2014: „Der andere wichtige Partner ist unsere Bank, die uns unverzüglich über die Zahlungseingänge informiert. Leider ist es hier zu einem Fehler gekommen und wir haben keine korrekte Meldung darüber erhalten, welche Zahlungen am 3. Januar 2012 eingegangen sind (was auch die Beiträge von Andrea und Anika erklärt). Alle von diesem technischen Fehler betroffenen Kunden werden von uns per E-Mail benachrichtigt.“
  12. https://www.trustpilot.de/review/klarna.com/de
  13. http://www.amazon.de/forum/high-definition?_encoding=UTF8&cdForum=FxSOKDBW8R6543&cdThread=TxC39QKEFB4QC2
  14. http://verbraucheralarm.de/klarna/
  15. http://www.techfacts.de/ratgeber/klarna-kunden-sprechen-von-betrug