Klarna

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Klarna AB
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2005
Sitz Stockholm, Schweden

Leitung

Mitarbeiter 700 (2012)[1]
Umsatz 38 Mio. EUR (2010)[2]
Branche Internetdienst
Website klarna.com

Klarna ist ein Anbieter rechnungsbasierter Zahlungslösungen für Onlineshopbetreiber. Das Unternehmen ist in Schweden als Klarna AB gegründet worden, unterhält aber in Deutschland die Klarna GmbH mit Sitz in Nürnberg und Köln.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Beim Rechnungskauf in Onlineshops erhalten Verbraucher die Ware vor Zahlung, was zwar für die Verbraucher Sicherheit bedeutet, für Händler aber mit dem Risiko des Zahlungsausfalls verbunden ist. Anbieter wie Klarna garantieren im Rahmen des Factoring den Händlern die Zahlung.

Verbraucher wählen im Onlineshop die Zahlungsart Rechnung. Der Shop versendet darauf die Ware an den Verbraucher, der sich seine Bestellung ansehen kann und die Rechnung innerhalb von 14 Tagen an Klarna bezahlt. Klarna zahlt dann an den Shop, selbst wenn der Verbraucher den Rechnungsbetrag nicht begleicht; dies gilt auch für Betrugsfälle. Klarna bietet Verbrauchern außerdem die Möglichkeit einer Ratenzahlung.

Dem Verbraucher berechnet Klarna für den Kauf auf Rechnung keine Gebühren [3], solange dieser pünktlich zahlt. Teilnehmende Onlineshops zahlen Gebühren und Provision an Klarna, deren Höhe Klarna jedoch nicht veröffentlicht. Für den Ratenkauf fallen auch für Verbraucher Gebühren und Zinsen an.

Hiermit konkurriert Klarna mit diversen anderen Anbietern. Der Rechnungskauf bietet Onlineshops, sofern als Zahlungsoption richtig eingesetzt, meist mehr Vor- als Nachteile [4], so dass der entsprechende Markt stark gewachsen ist.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Klarna wurde 2005 unter dem Namen „Kreditor“ von Sebastian Siemiatkowski, Niklas Adalberth und Victor Jacobsson, drei Studenten der Stockholm School of Economics, gegründet. Die Grundidee des Unternehmens lag darin, Onlineshops das Anbieten des Online-Rechnungskaufs zu ermöglichen. Im Jahr 2008 expandierte Kreditor mit der Unterstützung von Investment AB Öresund und Sven Hagströmer im Vorstandsvorsitz nach Norwegen, Dänemark und Finnland.

2009 wechselte Kreditor im Zuge der internationalen Expansion den Namen auf Klarna.

Anfang 2010 stieg Sequoia Capital, zuvor am Aufstieg von Unternehmen wie Google, Paypal, Apple und Youtube beteiligt, als größter alleiniger Anteilseigner bei Klarna ein. Michael Moritz, Partner bei Sequoia Capital, ging dabei erstmals in den Vorstand eines europäischen Unternehmens. Im Laufe des Jahres expandierte Klarna nach Deutschland und den Niederlanden.

Ende 2010 wurde Klaus Hommels, Geschäftsführer der Risikokapitalgesellschaft Hommels Holding, bekannt für Investitionen in Facebook, Skype und Spotify, in den Aufsichtsrat von Klarna berufen.

Klarna hat heute etwa 700 Mitarbeiter und bietet seine Zahlungslösungen in sieben Ländern an. Aktuell werden von Klarna jährlich Transaktionen im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro über die 15.000 Händler, die Klarna anbieten, durchgeführt. Im Jahr 2010 erwirtschaftete Klarna einen Jahresumsatz von 38 Millionen Euro.[5]

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass Klarna nach einer neuen Finanzierungsrunde mehr als 115 Millionen Euro einsammeln konnte.[6] Die Runde, geführt von General Atlantic und Yuri Milner (DST Global),[7][8] diente der weiteren internationalen Expansion des Unternehmens. General Atlantic und DST Global haben auch schon in Unternehmen wie Facebook, Zynga, Twitter, Spotify, Groupon, Airbnb, Kaspersky Lab und Staples investiert.[9] Im Mai 2012 teilte Klarna mit, dass die internationale Capital-Gesellschaft Atomico als Investor gewonnen werden konnte. Atomico konzentriert sich auf Technologieunternehmen und wird von Skype-Mitgründer Niklas Zennström geführt. [10]

Klarna Services[Bearbeiten]

Klarna bietet in Deutschland die Zahlungsmöglichkeiten Klarna Rechnung und Klarna Ratenkauf für Online-Shops an. Bei Klarna Rechnung müssen Kunden Adressdaten, Geburtsdatum und Telefonnummer beim Online-Kauf angeben und können dann zunächst die bestellte Ware begutachten, bevor sie die Rechnung mit einer Zahlungsfrist von 14 Tagen begleichen müssen. Bei der Zahlungsmöglichkeit Klarna Ratenkauf muss der Kunde ebenfalls nur Adressdaten, Geburtsdatum und Telefonnummer angeben. Statt mit einer Einmalzahlung begleicht der Kunde den offenen Betrag dann in monatlich veränderbaren Raten. Hat der Kunde in mehreren Online-Shops Klarna Ratenkauf als Zahlungsoption gewählt, werden die offenen Beträge in einer Monatsrechung zusammengefasst. Der Kunde kann jederzeit alle offenen Beträge auf einmal begleichen.

Unterstützte Länder[Bearbeiten]

Klarna bietet seine Zahlungsservices für Online-Shops in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, den Niederlanden, Deutschland und Österreich an. In Deutschland hat Klarna Niederlassungen in Köln und Berlin. Deutschen Onlineshops und Verbrauchern werden bislang die Zahlarten Klarna Rechnung und Klarna Ratenkauf angeboten, während in Schweden auch eine mobile Zahlungslösung und ein Sparkonto zur Verfügung stehen. In Österreich unterhält Klarna eine Niederlassung in Wien und bietet den Service Klarna Rechnung an.[11]

Kritik[Bearbeiten]

Anfang 2012 geriet Klarna in Kritik, da es in der Zusammenarbeit mit der damaligen Hausbank des Unternehmens zu einem Fehler kam. Die Bank lieferte keine korrekte Meldung darüber, welche Zahlungen am 3. Januar 2012 eingegangen sind [12]. Daher hat Klarna an einige Kunden, die zwischen dem 29. Dezember 2011 und dem 3. Januar 2012 ihren offenen Rechnungsbetrag korrekt überwiesen haben, unberechtigt Mahnungen versendet. Das Unternehmen informierte die betroffenen Kunden und behob den Fehler. Die fälschlich verschickten Mahnungen wurden für ungültig erklärt. Klarna gab später bekannt, die Bank für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs gewechselt zu haben. Als Grund für die Veränderung wurde die prozessuale Leistungsfähigkeit des Finanzinstituts genannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.e-commerce-magazin.de/ecm/news/klarna-jetzt-auch-oesterreich
  2. "Rechnungskünstler aus Schweden", FAZ, Ausgabe 11. Juli 2011 (www.faz.net)
  3. "Klarna Rechnung". "Klarna AB". Abgerufen am 2. November 2013: „"Pro Einkauf wird eine Bearbeitungsgebühr von Euro 0 erhoben."“
  4. [1]
  5. [2]
  6. [3]
  7. [4]
  8. [5]
  9. [6]
  10. http://www.e-commerce-magazin.de/ecm/news/atomico-ist-neuer-investor-bei-klarna
  11. http://www.e-commerce-magazin.de/ecm/news/klarna-jetzt-auch-oesterreich
  12. Klarna nimmt Stellung zu den Beschwerden (DE) VBS Verbraucherschutz e.V.. 25. Juli 2012. Abgerufen am 20. Januar 2014: „Der andere wichtige Partner ist unsere Bank, die uns unverzüglich über die Zahlungseingänge informiert. Leider ist es hier zu einem Fehler gekommen und wir haben keine korrekte Meldung darüber erhalten, welche Zahlungen am 3. Januar 2012 eingegangen sind (was auch die Beiträge von Andrea und Anika erklärt). Alle von diesem technischen Fehler betroffenen Kunden werden von uns per E-Mail benachrichtigt.“