Klaus-Dieter Fritsche

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Klaus-Dieter Fritsche (* 16. Mai 1953 in Bamberg) ist ein deutscher Verwaltungsjurist. Seit Januar 2014 ist er beamteter Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes.[1]

Fritsche legte 1973 am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg das Abitur ab. Nach anschließendem Wehrdienst studierte er bis 1978 Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen (Erstes Staatsexamen). Das Referendariat beendete er 1981 mit dem Zweiten Staatsexamen.

Fritsche war von Dezember 2009 bis 2013 beamteter Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Dort war er Nachfolger von August Hanning, der vom damaligen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war.[2][3]

Von 1993 bis 1996 war Fritsche Büroleiter des bayerischen Innenministers Günther Beckstein. Von Oktober 1996 bis November 2005 war er Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Von Dezember 2005 bis zum Dezember 2009 arbeitete Fritsche als Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt.

Klaus-Dieter Fritsche ist Mitglied der CSU.

NSU Untersuchungsausschuss[Bearbeiten]

Im NSU-Ausschuss des Bundestags, der Fehlgriffe der Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen zu der dem NSU angelasteten Mordserie an neun türkisch- oder griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin, untersuchen soll, kam es am 18. Oktober 2012 bei der Vernehmung Fritsches zu einem Eklat. Fritsche nahm die kritisierten Sicherheitsbehörden in Schutz, die neben ihrer Blindheit gegenüber rechtsextremen Verbrechen besonders deswegen in Verruf geraten waren, weil Teile von Ihnen unmittelbar dem Auffliegen des NSU-Terror-Trios im Jahre 2011 Akten über eine dubiose Zusammenarbeit zwischen staatlichen Behörden und V-Leuten aus dem rechtsextremen Milieu um den NSU vernichtet hatten.[4] Stattdessen griff Fritsche den Ausschuss an.[5] Fritsche behauptete, der Ausschuss beteilige sich an einem „Skandalisierungewettbewerb“ bei der Bewertung des Aktionen der Sicherheitsbehörden. Er wehre sich dagegen, dass „beißende Kritik, Hohn und Spott über einen ganzen Berufszweig von Polizisten und Verfassungsschützern“ niedergehe. Es werde nicht staatlicherseits „systematisch vertuscht und gegen den Rechtsextremismus nicht mit voller Kraft vorgegangen“. Wegen des Persönlichkeitsschutzes etwa bei V-Leuten könnten manche Unterlagen an den Ausschuss nur mit geschwärzten Klarnamen übermittelt werden. Aufklärung und "Staatswohl" stünden in einem "Spannungsverhältnis". Es dürften keine „Staatsgeheimnisse bekannt“ werden, die ein „Regierungshandeln unterminieren“ könnten."[6] Die Abgeordneten protestierten gegen diese Unterstellungen und wiesen den Staatssekretär zurück. Der Ausschussvorsitzende Sebastian Edathy hielt dem Staatssekretär vor „Es geht um den bedingungslosen Schutz der Menschen und Bürger in diesem Land, vielleicht weniger um den bedingungslosen Schutz der Klarnamen da, wo wir sie für die Ausschussarbeit benötigen.“[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus-Dieter Fritsche - Staatssekretär im Bundeskanzleramt. bundesregierung.de, abgerufen am 11. Juni 2014.
  2. Neuer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, 2. Dezember 2009
  3. Hanning in einstweiligen Ruhestand versetzt, Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, 10. November 2009
  4. http://m.welt.de/politik/deutschland/article128843458/Das-dubiose-Behoerdenversagen-nach-der-Nagelbombe.html
  5. Karl-Otto Sattler in der Zeitschrift Das Parlament: Angriff als Verteidigung, NSU-Ausschuss Staatssekretär Fritsche sorgt mit seinem Auftritt für Wirbel. Kritik an föderalistischen Strukturen, 43. Ausgabe vom 22. Oktober 2012
  6. Statement von Staatssekretär Fritsche vor dem NSU-Untersuchungsausschuss auf der Webseite des Bundesinnenministeriums, abgerufen am 22. Oktober 2012.
  7. Stefan Aust / Dirk Laabs: Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU, Pantheon, München 2014, ISBN 978-3-570-55202-5, S. 806.

Weblinks[Bearbeiten]