Klaus-Dieter Fritsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus-Dieter Fritsche (* 16. Mai 1953 in Bamberg) ist ein deutscher Verwaltungsjurist. Seit Januar 2014 ist er beamteter Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes.[1]

Fritsche legte 1973 am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg das Abitur ab. Nach anschließendem Wehrdienst studierte er bis 1978 Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen (Erstes Staatsexamen). Das Referendariat beendete er 1981 mit dem Zweiten Staatsexamen.

Fritsche war von Dezember 2009 bis 2013 beamteter Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Dort war er Nachfolger von August Hanning, der vom damaligen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war.[2][3]

Von 1993 bis 1996 war Fritsche Büroleiter des bayerischen Innenministers Günther Beckstein. Von Oktober 1996 bis November 2005 war er Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Von Dezember 2005 bis zum Dezember 2009 arbeitete Fritsche als Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt.

Klaus-Dieter Fritsche ist Mitglied der CSU.

NSU Untersuchungsausschuss[Bearbeiten]

Im NSU-Ausschuss des Bundestags kam es am 18. Oktober 2012 bei seiner Vernehmung zu einem Eklat. Er nahm die kritisierten Sicherheitsbehörden in Schutz und lehnte Zwischenfragen von Abgeordneten ab.[4] Ausdrücklich kritisierte Fritsche: „Der Respekt vor den Opfern gebietet es [...] dass die wichtige Untersuchungsarbeit nicht von einem Skandalisierungswettstreit überlagert [...] wird. Ich wehre mich [...] dass auf Grundlage des Wissens von heute [...] beißende Kritik, Hohn und Spott über einen ganzen Berufszweig von Polizisten und Verfassungsschützern niedergeht. Für skandalös und gefährlich für die Vertrauensbasis zwischen Bürgern und Sicherheitsbehörden halte ich die Unterstellung, es werde staatlicherseits systematisch vertuscht und gegen den Rechtsextremismus nicht mit voller Kraft vorgegangen.[5]

Andererseits fasste er zusammen: "Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren."
Damit rechtfertigte er die Aktion von Polizei und Bundesamt für Verfassungsschutz, die 2011, als der Fall aufflog, Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der mutmaßlichen Täter ( Uwe Böhnhard, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe) schreddern ließen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus-Dieter Fritsche - Staatssekretär im Bundeskanzleramt. bundesregierung.de, abgerufen am 11. Juni 2014.
  2. Neuer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, 2. Dezember 2009
  3. Hanning in einstweiligen Ruhestand versetzt, Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, 10. November 2009
  4. Karl-Otto Sattler: Angriff als Verteidigung, Das Parlament, 43. Ausgabe vom 22. Oktober 2012
  5. Statement von Staatssekretär Fritsche vor dem NSU-Untersuchungsausschuss auf der Webseite des Bundesinnenministeriums, abgerufen am 22. Oktober 2012.
  6. http://m.welt.de/politik/deutschland/article128843458/Das-dubiose-Behoerdenversagen-nach-der-Nagelbombe.html

Weblinks[Bearbeiten]