Klaus-Michael Kühne

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Klaus-Michael Kühne bei der Taufe der Hamburg Express (2012)

Klaus-Michael Kühne (* 2. Juni 1937 in Hamburg) ist ein deutscher Unternehmer und Manager. Er ist Verwaltungsratsmitglied und Mehrheitseigner sowie größter Einzelaktionär des internationalen Logistikdienstleisters Kühne + Nagel und gemeinsam mit seinen Eltern Stifter der Kühne-Stiftung.[1] Zudem ist er Anteilseigner der HSV Fußball AG.

Leben[Bearbeiten]

Der Enkel des Unternehmens-Mitbegründers August Kühne und einziges Kind des Speditionskaufmanns Alfred Kühne (1895-1981)[2] und seiner Frau Mercedes (1908-2001 in Hamburg, geb. Greef). [3] Klaus-Michael besuchte in Hamburg-Winterhude die Heinrich-Hertz-Schule und war dort ein Klassenkamerad von Wolf Biermann.[4]

Nach dem Abitur absolvierte Kühne zunächst zwei Jahre bei dem Bankhaus Münchmeyer & Co.[5] eine Ausbildung zum Bank- und Außenhandelskaufmann, anschließend war er bei befreundeten Speditionen, Reedereien und Schiffsmaklern tätig. 1958 trat er ins Speditionsunternehmen ein, mit 26 wurde er 1963 persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) und Teilhaber. Im Zuge der Umwandlung von Kühne + Nagel in eine Aktiengesellschaft wurde er 1966 Vorstandsvorsitzender und verlegte den Firmensitz in die Schweiz.

In den Zeiten der ersten und zweiten Ölkrise versuchte er ein Reedereiunternehmen aufzubauen, geriet damit in finanzielle Schwierigkeiten[6] und musste 1981 – im Todesjahr seines Vaters – 50 Prozent der Anteile für 90 Millionen DM an die damalige Lonrho-Gruppe abgeben, die er jedoch 1992 für 340 Millionen Mark zurückkaufte[7][8] und 1994 die Kühne + Nagel International AG an die Börse brachte.[9]

Seit 1998 ist er nicht mehr Vorstandsvorsitzender, sondern Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats. Über die Kühne Holding AG, die im alleinigen Eigentum von Klaus-Michael Kühne ist, hält er einen Anteil von 55,75 Prozent an der Kühne + Nagel International AG.

Über das Konsortium Albert Ballin wurde er 2008/2009 Miteigentümer der Reederei Hapag-Lloyd.

Kühne heiratete im Dezember 1989 seine Frau Christine. Er wohnt seit 1975 im schweizerischen Schindellegi am Zürichsee, wo sich auch der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Mit einem geschätzten Privatvermögen von ca. 11,9 Milliarden US-Dollar wird Kühne in der Liste der reichsten Deutschen 2015 auf Platz 9[10] und weltweit auf Platz 103 geführt.[11] Er ist damit der reichste deutsche Spediteur.

Am 27. November 2008 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die WHU – Otto Beisheim School of Management verliehen.

Wirken[Bearbeiten]

Er ist alleiniger Stifter der gemeinnützigen Kühne-Stiftung (Stiftung nach schweizerischem Recht), in die er jährlich fünf Millionen Schweizer Franken einbringt und die später das Firmenvermögen tragen soll. Gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg gründete er 2003 die Hamburg School of Logistics, die nach einer weiteren Großspende im Jahre 2007 in Kühne School of Logistics and Management umbenannt wurde und aus der schließlich die Kühne Logistics University hervorging. Ebenfalls besteht eine Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin, die schließlich zur Gründung des Fachgebiets Internationale Logistiknetze führte. Des Weiteren werden an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar das Kühne-Zentrum für Logistikmanagement und der Kuehne Foundation Endowed Chair of Logistics Management von der Kühne-Stiftung unterstützt.

Im Jahr 2005 wurde Kühne in die Logistik Hall of Fame aufgenommen. 2007 wurde er vom Hamburger Senat für sein „nachhaltiges Engagement beim Auf- und Ausbau der Logistikwissenschaft in Hamburg und seinen Einsatz für den Bau der Elbphilharmonie“ mit dem Ehrentitel Professor geehrt.[12]

Kühne ist außerdem als Investor beim Hamburger SV tätig. Für 12,5 Millionen Euro erhielt er im Sommer 2010 33 Prozent der Transferrechte an den Spielern Dennis Aogo, Dennis Diekmeier, Paolo Guerrero, Marcell Jansen, Lennard Sowah und Heiko Westermann (Anstoß³).[13][14] Im Zuge des Transfers von Rafael van der Vaart 2012, für den Kühne ein Darlehen gab, verzichtete Kühne auf diese Transferrechte und erhielt im Gegenzug eine Beteiligung an den Transferrechten an van der Vaart während dessen Vertragslaufzeit.[15]

Am 22. Januar 2015 erwarb Kühne für 18,75 Mio Euro 7,5 % der Anteile der HSV Fußball AG. Zudem sicherte er sich für vier Jahre das Namensrecht des Stadions, das ab dem 1. Juli 2015 – 14 Jahre nach der ersten Umbenennung – wieder „Volksparkstadion“ heißen wird.[16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kuehne-stiftung.org/index.php?id=1273
  2. Kühne, Alfred, Deutsche Biografie (1982)
  3. Mercedes Kühne, geb. Greef, abgerufen am 5. April 2015
  4. Was Wolf Biermann mit Klaus-Michael Kühne verbindet Hamburger Abendblatt vom 14. November 2013
  5. "Ich will mit dem HSV kein Geschäft machen" DIE WELT vom 16. September 2012
  6. UNTERNEHMER Dunkler Drang DER SPIEGEL vom 9. Februar 1982
  7. Abstieg eines Magnaten Die Zeit, 31. Januar 1992
  8. Kühne kauft Spedition zurück, Britischer Mischkonzern Lonrho gibt 50-Prozent-Paket ab Hamburger Abendblatt vom 24. Januar 1992
  9. 'Klaus-Michael Kühne Wirtschaftswoche
  10. Deutsche in der Forbes list, abgerufen am 4. März 2015
  11. Forbes-Profil, abgerufen am 4. März 2015
  12. Ehrentitel Professor für Klaus-Michael Kühne, 10. Dezember 2007, abgerufen am 2. Juli 2014
  13. Wird Klaus-Michael Kühne der zweite Dietmar Hopp? In: goal.com, 23. Juni 2012, abgerufen am 2. Juli 2014
  14. Ende der Zusammenarbeit mit Investor Kühne, In: faz.net, 26. August 2010, abgerufen am 2. Juli 2014
  15. HSV holt Rafael van der Vaart zurück. In: hsv.de, 31. August 2012, abgerufen am 2. Juli 2014
  16. Hamburger SV: Kühne steigt ein und präsentiert das Volksparkstadion, 22. Januar 2015, abgerufen am 22. Januar 2015.