Klaus-Peter Thaler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus-Peter Thaler (* 14. Mai 1949 in Eckmannshausen, Netphen) ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer und Radsport-Bundestrainer.

Radsportkarriere[Bearbeiten]

Seine größten Erfolge feierte Klaus-Peter Thaler bei Querfeldeinrennen. 1973 und 1976 wurde er in dieser Disziplin Weltmeister der Amateure. Dennoch konnte man den Siegerländer auch regelmäßig bei Straßenrennen beobachten, 1974 und 1976 wurde er hier deutscher Amateurmeister. Bei den Olympischen Spielen 1976 nahm er ebenfalls als Straßenfahrer teil und überquerte im Sprint der Spitzengruppe als Zweiter die Ziellinie. Die Silbermedaille wurde ihm allerdings wegen angeblicher Behinderung aberkannt, so wurde Thaler als Letzter der Spitzengruppe und damit als Neunter klassiert. 1976 schloss er ebenfalls seine Ausbildung an der Trainerakademie Köln mit einer Diplomarbeit bei Arnd Krüger ab.

1977 wechselte er ins Profilager. Seine erste Teilnahme bei der Tour de France im gleichen Jahr verlief mit einem Etappensieg schon recht positiv. Ein Jahr später belegte er im Endklassement den 35. Rang, kam in der Punktewertung auf Platz sechs, trug vorübergehend das Gelbe Trikot und gewann eine weitere Etappe. Insgesamt fünfmal stellte sich der mittlerweile diplomierte Radsporttrainer dem Abenteuer Tour de France.

1983 verabschiedete sich Thaler vorläufig vom aktiven Sport und nutzte für zwei Jahre seine Qualifikation als Diplomtrainer für ein Zwischenspiel als Bundestrainer. Thaler entschloss sich zur Fortsetzung seiner Profikarriere, und nach nur sechswöchiger Trainingsphase verblüffte er die Konkurrenz mit einem zweiten Rang bei den Deutschen Querfeldeinmeisterschaften 1985. Die Krönung war aber dann zwei Wochen später der Sieg bei der WM vor heimischem Publikum im Münchener Olympiastadion. 1987 kam dann der vierte WM-Titel dazu. 1988 nahm er nach fast 25 Jahren aktiver Laufbahn schließlich seinen endgültigen Abschied vom Radsport.

Klaus-Peter Thaler ist unter dem Beinamen Tom Smart Mitglied des renommierten Londoner Pickwick Bicycle Club.[1]

Motorsportkarriere[Bearbeiten]

1986 kam Thaler erstmals mit dem Automobilsport in Kontakt. Noch während seiner Zeit als aktiver Radsportler bestritt er ab 1987 Langstreckenrennen im Veedol Langstreckenpokal. 1989 startete er in einem Opel Kadett GSi auch bei zwei Rennen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Zu seinen größten motorsportlichen Erfolgen zählen ein vierter und ein fünfter Rang beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sowie der Gewinn der Langstreckenmeisterschaft 2001.[2]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Am 2. Dezember 2003 erhielt Klaus-Peter Thaler durch den nordrhein-westfälischen Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt das Verdienstkreuz am Bande verliehen.[3] Geehrt wurde er damals für sein vielseitiges soziales Engagement. Seine Mitarbeit als Kapitän der Tour der Hoffnung, die Gründung 1996 des gemeinnützigen Verein Menschen für Kinder e. V. und seine Mitarbeit im Freundeskreis zu Gunsten der Stiftung radWerk, die arbeitslosen Jugendlichen hilft, eine Ausbildung zu finden, wurden in der Laudatio hervorgehoben. 2005 wurde er für sein Engagement mit der Pierre-de-Coubertin-Medaille ausgezeichnet.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

  • 1973 Weltmeister Querfeldein Amateure
  • 1974 Vize-Weltmeister Querfeldein Amateure
  • 1975 Vize-Weltmeister Querfeldein Amateure
  • 1976 Weltmeister Querfeldein Amateure
  • 1980 Vize-Weltmeister Querfeldein Profis
  • 1985 Weltmeister Querfeldein Profis
  • 1987 Weltmeister Querfeldein Profis
  • 16-facher Deutscher Meister
  • 3 Etappensiege Tour de France, Träger des "Gelben Trikots"
  • 1977 3. Platz bei der Vuelta a España

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b pickwickbc.org.uk (englisch)
  2. motorsport2000.de vom 4. November 2001: Am Anfang stand ein Damenteam
  3. Verdienstorden – Termin: Pressemitteilung des Landtags NRW zu Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande