Klaus Glahn

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Klaus Glahn (* 23. März 1942 in Hannover) ist ein deutscher Judoka und seit dem Oktober 1981 Träger des 7. Dan des Deutschen Judobundes. Vom Deutschen Dan-Kollegium wurde Glahn am 23. Februar 2007 der 9. Dan verliehen.[1]

Nach einer kurzen Einstiegsphase (August 1958 bis September 1961) beim Turnerbund Stöcken in Hannover heuerte Klaus Glahn, der heute in Wolfsburg lebt, Anfang der 1960er Jahre beim Polizei-Sportverein Hannover 1961 bis 1970 an. Obwohl der Verein stets auf den Breitensport ausgerichtet war, gelang Glahn gleich der Sprung ins internationale Judo-Geschäft. Später startete er für den VfL Wolfsburg und feierte zahlreiche nationale und internationale Erfolge. So gewann Glahn viermal einen Titel bei Judo-Europameisterschaften (Dreimal Einzel- und einmal Mannschafts-Europameister), und er stand zudem bei sechs Weltmeisterschaften auf dem Siegertreppchen. Bei den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio Bronze und in München 1972 Silber und Fünfter holte Klaus Glahn die Silbermedaille im Schwergewicht, in Tokio 1964 gewann er die Bronzemedaille in der offenen Klasse. Glahn war von 1965 bis 1973 siebenmal Deutscher Meister im Schwergewicht und von 1966 bis 1968 zusätzlich dreimal Meister der Meister.[2] Dazu kommen neun weitere Titel in der Offenen Klasse.[3] Mit den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Judo (zwei mit dem Polizei SV Hannover und sechs mit dem VfL Wolfsburg) sind es 18 Deutsche Judo Titel. Ab 1970 wurde er bis 1975 Leiter des Judo Leistungszentrum Wolfsburg und konnte mit den von ihm trainierten Judoka zahlreiche Meistertitel und Olympia-Plazierungen erkämpfen. Von 1988 bis 1990 war Klaus Glahn der erste Olympia-Stützpunkt-Leiter des neu gegründeten Olympiastützpunktes Hannover/Wolfsburg.

Klaus Glahn war von 1982 bis 1985 Vize Präsident Leistungssport im DJB und ab 1985 bis 1988 Präsident des Deutschen Judo-Bundes und von 1985 bis 1988 Vize-Präsident der Europäischen Judo Union (EJU) und bekam am 4. April 1992 die Medaille de Or der EJU. Später leitete Klaus Glahn verschiedene Judo-Lehrgänge und -Veranstaltungen für das DDK (Deutsches Dan-Kollegium).

Für seine Verdienste um den Sport in Niedersachsen wurde er in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sports des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte aufgenommen.

Beruflich war er für Fa. Sprengel Hannover, Volkswagen, Grube/Tietze und Partner in Bad Homburg sowie Romika in Trier als Verkaufsleiter und nach der Wiedervereinigung für adidas als Außendienst-Repräsentant in den neuen Ländern tätig und hat das Händlernetz mit aufgebaut.

Bei den Europawahlen 2009 war Glahn Spitzenkandidat der Rentnerinnen- und Rentner-Partei (RRP).[4]

Im November 2013 trat er in der ARD-Show Die Show der unglaublichen Helden mit Matthias Opdenhövel auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nationales Olympisches Komitee: München Kiel 1972. Die Olympiamannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main 1972

Video[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Glahn, Klaus. Die verpasste Gelegenheit Judo unter einem gemeinsamen Dach zu betreiben. In: DDK-Magazin Nr. 37 / Juli 2007
  2. Deutsche Meisterschaften im Schwergewicht
  3. Laut der vom Nationalen Olympischen Komitee anlässlich der Olympischen Spiele 1972 herausgegebenen Broschüre Die Olympiamannschaft der Bundesrepublik Deutschland (Seite 141) hatte Glahn bis 1972 14 Deutsche Meistertitel gewonnen, da er im Schwergewicht bis 1972 7 Titel gewonnen hatte, ergibt sich die Anzahl 10 plus drei Internationale Deutsche Titel für seine Siege in der Offenen Klasse.
  4. welt.de abgerufen am 6. Juni 2009