Klaus Merz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus Merz (* 3. Oktober 1945 in Aarau) ist ein Schweizer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Sekundarlehrerdiplom unterrichtete Merz, unterbrochen durch längere Auslandsaufenthalte, als Lehrbeauftragter für Sprache und Kultur an einer Höheren Fachschule. 1967 debütierte er mit dem Gedichtband Mit gesammelter Blindheit. Seither hat er über zwanzig weitere Publikationen mit Gedichten, Erzählungen, kurzen Romanen und Essays, vor allem zu Bildender Kunst, publiziert; daneben hat er auch Hörspiele, TV-Drehbücher, Theaterarbeiten und Kinderbücher verfasst. Seit 1994 erscheinen seine Werke vorwiegend im Innsbrucker Haymon Verlag, die Buchcovers sind von Heinz Egger gestaltet.

Seit 2011 erscheint bei Haymon eine auf 7 Bände angelegte Werkausgabe, die vom Literaturwissenschaftler und Autor Markus Bundi betreut wird.

2007 ehrte ihn das Zürcher Literaturmuseum Strauhof mit der Ausstellung „Der gestillte Blick – Der Schriftsteller Klaus Merz und die Bilder“.

2003 hat er die gesammelten Werke seines behinderten Bruders Martin Merz (1950–1983) bei Haymon unter dem Titel Zwischenland herausgegeben.

2009 wurde er u.a. ans Internationale Poesiefestival Medellín eingeladen.

Klaus Merz war Mitglied der Gruppe Olten und von 1995 bis 1997 deren Präsident. Er lebt heute als freier Schriftsteller in Unterkulm.

„Merz überzeugt als Lyriker und als Erzähler dank seiner Gabe, ebenso leicht wie knapp und präzise zu formulieren – eine Fähigkeit, die wir nur bei sehr wenigen Autoren antreffen“, hielt der Jury-Vorsitzende Jochen Hieber in der Pressemitteilung der Frankfurter Allgemeine FAZ zum Hölderlin-Preis 2012 fest.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Einzelausgaben[Bearbeiten]

  • Mit gesammelter Blindheit. Gedichte. Tschudy, St. Gallen 1967
  • Geschiebe – mein Land. Gedichte. Sauerländer, Aarau 1969
  • Vier Vorwände ergeben kein Haus. Gedichte. Artemis, Zürich 1972
  • Obligatorische Übung. Geschichten. Sauerländer, Aarau 1975
  • Latentes Material. Erzählungen. Sauerländer, Aarau 1978
  • Der Entwurf. Erzählung. AutorenEdition, München 1982
  • Landleben. Geschichten. Howeg, Zürich 1982
  • Bootsvermietung. Prosa, Gedichte. Howeg, Zürich 1985
  • Tremolo Trümmer. Erzählungen. Ammann, Zürich 1988
  • Nachricht vom aufrechten Gang. Prosa, Gedichte. Howeg, Zürich 1991
  • Am Fuss des Kamels. Geschichten & Zwischengeschichten. Haymon, Innsbruck 1994, ISBN 3-85218-156-9
  • Kurze Durchsage. Gedichte & Prosa. Nachwort von Werner Morlang. Haymon, Innsbruck 1995, ISBN 3-85218-196-8
  • Jakob schläft. Eigentlich ein Roman. Nachwort von Peter von Matt. Haymon, Innsbruck 1997, ISBN 3-85218-229-8; Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-16907-0
  • Kommen Sie mit mir ans Meer, Fräulein? Roman. Haymon, Innsbruck 1998, ISBN 3-85218-270-0
  • Garn. Prosa und Gedichte. Haymon, Innsbruck 2000, ISBN 3-85218-324-3
  • Adams Kostüm. Drei Erzählungen. Haymon, Innsbruck 2001, ISBN 3-85218-361-8
  • Das Turnier der Bleistiftritter. Achtzehn Begegnungen. Nachwort von Markus Kutter. Haymon, Innsbruck 2003, ISBN 3-85218-432-0
  • Die Tiere ziehen los! Eine Entdeckungsreise in die Fluss-Auen. Bilderbuch (mit Petra Rappo). Atlantis, Zürich 2003, ISBN 3-7152-0474-5
  • Löwen Löwen. Venezianische Spiegelungen. Haymon, Innsbruck 2004, ISBN 3-85218-449-5
  • Los. Eine Erzählung. Haymon, Innsbruck 2005, ISBN 3-85218-466-5
  • Kunos große Fahrt. Bilderbuch (mit Hannes Binder). NordSüd, Gossau 2005, ISBN 3-314-01433-3
  • Priskas Miniaturen. Zwanzig Erzählungen 1978–1988. Nachwort von Werner Morlang. Haymon, Innsbruck 2005, ISBN 3-85218-484-3
  • Der gestillte Blick. Sehstücke. Haymon, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-85218-539-2
  • Der Argentinier. Novelle. Pinselzeichnungen von Heinz Egger, Haymon, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-580-4
  • Aussicht mit Zimmer. Texte zu Fotos von Stephan Schenk. Steidl, Göttingen 2009, ISBN 978-3-86521-958-9
  • Aus dem Staub. Gedichte. Haymon, Innsbruck 2010, ISBN 978-3-85218-568-2.[3]
  • Unerwarteter Verlauf. Gedichte. Haymon, Innsbruck 2013, ISBN 978-3-7099-7093-5.

Werkausgabe[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elsbeth Pulver: Querfahrten. Die Dichter-Brüder Klaus Merz (* 1945) und Martin Merz (1950–1983). In: Martin Merz: Zwischenland. Haymon, Innsbruck 2003, ISBN 3-85218-419-3
  • Fridolin Stähli, Peter Gros: Quer durch die Ebene. Klaus Merz und das Epizentrum seiner Stoffe. In: Der Aargau liegt am Meer. Ammann, Zürich 2003, ISBN 3-250-10462-0
  • Markus Bundi: Die Schwerkraft im Gleichgewicht. Ein Essay zum Werk von Klaus Merz. Edition Isele, 2005, ISBN 3-86142-364-2
  • Brigitte Marschall: Klaus Merz. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 2, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1234 f.
  • Beatrice von Matt: Von einem weisen Tänzer – Klaus Merz und sein „Argentinier“. In: Neue Rundschau Nr. 2/2010. Fischer, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-10-809081-4
  • Peter von Matt: Klaus Merz und die weiten Räume. In: Das Kalb vor der Gotthardpost. Zur Literatur und Politik der Schweiz. Carl Hanser Verlag, München 2012, ISBN 978-3-446-23880-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Merz erhält Basler Lyrikpreis 2012, SF DRS 7. Oktober 2011. Abgerufen am 10. Oktober 2011.
  2. Klaus Merz erhält Hölderlinpreis, NZZ online vom 5. März 2012
  3. Bloß nicht zu ausführlich werden in: FAZ vom 3.November 2011, Seite 32