Klaus Renft Combo

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Klaus Renft Combo
Peter Kschentz bei einem Auftritt der Klaus Renft Combo 2003
Peter Kschentz bei einem Auftritt der Klaus Renft Combo 2003
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1958
Website www.renft.de
Aktuelle Besetzung
Thomas Monster Schoppe
Marcus Basskran Schloussen
Detlef Delle Kriese
Gisbert Pitti Piatkowski
Ehemalige Mitglieder
Christian Kuno Kunert
Saxophon
Constantin Papamoschou
Gitarre, Saxophon
Bernd Schlund
Saxophon
Hans-Dieter Schütz
Posaune
Bernd Seifert
Schlagzeug
Hans-Dieter Schmidt
Keyboard
Michael Heubach
Gitarre, Gesang
Peter Cäsar Gläser († 2008)
Schlagzeug
Jochen Hohl
Gerulf Pannach († 1998)
Gesang, Saxophon, Gitarre
Peter Pjotr Kschentz († 2005)
Bass, Gitarre, Gesang
Klaus Renft († 2006)
Gitarre
Heinz Prüfer († 2007)
Gastmusiker
Keyboard
Robert Gohlis Hoffmann
Gitarre
Marco Zimmermann seit 2008[1]

Die Klaus Renft Combo, zwischenzeitlich auch Renft, ist eine deutsche Rockband. Die Musik von Klaus Renft (1942–2006) und seiner Band genoss vor allem in der DDR Kultstatus. Durch die politischen, teilweise sehr kritischen Texte gab es stetige Spannungen mit der DDR-Kulturbehörde. Schließlich wurde die Band verboten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Klaus Renft Combo wurde 1958 von Klaus Jentzsch in Leipzig gegründet. Renft war der Geburtsname von Jentzsch' Mutter. Er verwendete ihn fortan als Künstlernamen. Als die Gruppe ein Auftrittsverbot erhielt, gründete Klaus Renft die Beat-Gruppe The Butlers. Jedoch durfte auch diese Band nicht auftreten. 1967 wurde das Auftrittsverbot für die Klaus Renft Combo wieder aufgehoben. Ab 1969 war zunehmend der regimekritische Liedermacher Gerulf Pannach für die Texte der Band zuständig, wobei er von Kurt Demmler unterstützt wurde. Um die gleiche Zeit wurde auch Peter Pjotr Kschentz (* 1941 in Nischwitz), der zuvor als Kraftfahrer für die Band gearbeitet hatte, zum festen Mitglied der Band. Er spielte Saxophon, Querflöte, Geige, Akkordeon, Gitarre sowie andere Instrumente und komponierte einige Songs der Klaus Renft Combo wie Liebeslied, Die alte Mühle und den Raucherblues.

In den folgenden Jahren konnte die Band aufgrund der zeitweiligen Liberalisierung der Kulturpolitik (siehe auch Musik der DDR) ihre für lange Zeit einzigen beiden Studioalben veröffentlichen. Mit den darauf enthaltenen Titeln wie Nach der Schlacht, Als ich wie ein Vogel war, Wer die Rose ehrt und Ermutigung entwickelte sich die Band zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rockgruppen der DDR. In dieser Zeit verkürzte sich der Bandname zu Renft.

Problematisch gestalteten sich die Beziehungen zu den staatlichen Organen, da viele Liedtexte zwischen den Zeilen Kritik am „real existierenden Sozialismus“ enthielten. Das Lied Glaubensfragen beispielsweise thematisierte die staatlicherseits weitgehend totgeschwiegenen Bausoldaten der NVA. Nachdem man in der Rockballade vom kleinen Otto die missglückte Republikflucht eben jenes Ottos thematisierte, wurde Renft im Herbst 1975 verboten. In der Folgezeit verließen einige Bandmitglieder freiwillig die DDR. Pannach und Christian Kunert wurden nach neun Monaten Haft im Gefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen und der Androhung von bis zu zehn Jahren Haft ausgebürgert.

Danach war die Gruppe faktisch aufgelöst. Als Nachfolge-Band wird allerdings die Gruppe Karussell gesehen, die sich 1977 mit den ehemaligen Renft-Mitgliedern Peter Gläser und Jochen Hohl gründete, und die auch einige Lieder aus der Renft-Zeit im Programm hatten.

1990 fand sich die Band zu einer Wiedervereinigungs-Tournee durch die DDR wieder zusammen. 1997–1998 firmierte die Band vorübergehend als Monsters Renft. 1999 veröffentlichte Renft nach fast 25-jähriger Pause ihr drittes Studioalbum Als ob nichts gewesen wäre. 2003 feierte die Band mit einem Konzert auf Rügen ihr 45-jähriges Bestehen.

Am 18. September 2005 verstarb Multiinstrumentalist Peter Kschentz auf Poel an Lungenkrebs.

Christian Kunert widmete sich eigenen Projekten, und Thomas Schoppe übernahm die Position des Frontmannes. Nach einem Hörsturz von Kunert sowie dem Tod des Bandleaders Renft im Herbst 2006 formierte sich die Band zu viert für das Programm „Viererbande 2007“. Es begannen wieder Auftritte mit „Cäsar und die Spieler“.

Am 18. März 2007 verunglückte Gitarrist Heinz Prüfer auf der Rückfahrt von einem Auftritt in Altdöbern tödlich. In seiner musikalisch tragenden Funktion schien er kaum ersetzbar. Mit Gisbert Piatkowski hat Renft allerdings inzwischen einen Nachfolger gefunden.

Am 23. Oktober 2008 verstarb der frühere Gitarrist der Band, Peter „Cäsar“ Gläser, an den Folgen von Krebs.

[Bearbeiten] Ehrung

Am 9. Oktober 2007 wurde anlässlich des ersten Todestages des Bandgründers Klaus Renft eine kurze Straße vor dem Klubhaus und Veranstaltungsort „Anker“ im Leipziger Stadtteil Möckern in Renftstraße umbenannt.

[Bearbeiten] Diskografie

  • 1973: Klaus Renft Combo
  • 1974: Renft
  • 1980: Rock aus Leipzig
  • 1990: Renft − Die frühen Jahre
  • 1990: Renft Live
  • 1991: Rock aus Deutschland Ost Vol. 3 − Klaus Renft Combo
  • 1991: Rock aus Deutschland Ost Vol. 4 − Renft
  • 1993: Renft − Zwischen Liebe und Zorn
  • 1994: Das Erbe Renft − Wer die Rose ehrt
  • 1996: Renft − Die schönsten Balladen
  • 1996: Renft − Live In Concert (Doppelalbum)
  • 1997: 40 Jahre Klaus Renft Combo
  • 1999: Als ob nichts gewesen wär
  • 2001: Original Klaus Renft Combo
  • 2003: Unbequem woll'n wir sein
  • 2008: Abschied und Weitergehn
  • 2010: RENFT goes on (Live 2009)

[Bearbeiten] Literatur

  • Klaus Renft: Zwischen Liebe und Zorn. Autobiographie. Hrsg. von Hans-Dieter Schütt. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1997, ISBN 3-89602-135-4.
  • Detlef Kriese: Nach der Schlacht. Die Renft-Story – von der Band selbst erzählt. Aufgeschrieben von Delle Kriese. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1998, ISBN 3-89602-170-2.
  • Michael Rauhut, Thomas Kochan: Bye, Bye, Lübben City. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-602-X.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.renft.de/presse/redaktion/article.php?article_file=1221132600.txt&showtopic=all
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