Klaus Schwarzkopf

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Klaus Schwarzkopf (* 18. Dezember 1922 in Neuruppin; † 21. Juni 1991 in Bochum) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

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Leben und Werk [Bearbeiten]

Klaus Schwarzkopf wurde am 18. Dezember 1922 in Neuruppin geboren; sein Vater verstarb wenige Wochen nach seiner Geburt. Schwarzkopf wuchs bei seiner Mutter auf und war wegen einer Knochentuberkulose jahrelang an ein Gipsbett gefesselt. Gegen den Willen der Mutter nahm er noch während des Zweiten Weltkriegs Schauspielunterricht und debütierte 1947 unter Boleslav Barlog an den "Staatlichen Schauspielbühnen Berlin" als Theaterschauspieler.

1953 wechselte Schwarzkopf nach Wiesbaden, später war er in Hannover und München engagiert. Er avancierte zum Publikumsliebling und wurde zum "Bayerischen Staatsschauspieler" ernannt. Sein Repertoire umfasste Rollen wie den schwulen Friseur Harry in Charles Dyers "Unter der Treppe" oder auch den Willy Loman in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden", den er als seine Lieblingsrolle bezeichnete. Schwarzkopf war als intriganter Sekretär Wurm in Schillers "Kabale und Liebe", als "Hauptmann von Köpenick" oder als "Tartuffe" zu sehen und trat in Stücken wie "Frauen vor Flusslandschaft" (nach Heinrich Böll) auf.

In den 1970er-Jahren war er in Produktionen des Hamburger Thalia-Theaters zu sehen (u. a. in „Gin Romme“ von James Saunders an der Seite von Edda Seippel). In den 1980er Jahren verpflichtete Intendant Boy Gobert ihn an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, wo er unter anderem den russischen Gesandten in der deutschen Erstaufführung von Sławomir Mrożeks „Der Botschafter“ und den Hauptmann von Köpenick in Carl Zuckmayers gleichnamigem Stück darstellte. Bis zum Ende seines Lebens war Schwarzkopf als Bühnenschauspieler erfolgreich.

In den frühen 1960er Jahren startete Klaus Schwarzkopf seine TV-Karriere. Der Charakterdarsteller trat im Lauf der Jahrzehnte in den unterschiedlichsten Rollen auf und wirkte in mehr als 250 Fernsehproduktionen mit. Schwarzkopf war zum Beispiel in Krimi-Serien wie "Der Kommissar", "Derrick", "Kriminalmuseum" oder "Der Alte" zu sehen und wurde gern als "Meister der leisen Töne" bezeichnet. Der rundliche, kleingewachsene Darsteller stellte oft eher unscheinbare, "durchschnittliche" Charaktere dar. 1969 war er in der Titelrolle der TV-Adaption von Molières "Tartuffe oder Der Betrüger" zu sehen, 1970 spielte er in der Gaunerkomödie "Der Mann, der den Eiffelturm verkaufte"

Zwischen 1971 und 1978 spielte Schwarzkopf in sieben Tatort-Krimis seine wohl populärste TV-Rolle, den stets etwas mürrisch auftretenden Kommissar Finke , der zusammen mit seinem Assistenten in Kiel und Umgebung ermittelt. Die meisten Finke-Krimis wurden von dem späteren Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen inszeniert. Besondere Popularität erlangte 1977 die "Skandal"-Folge Reifezeugnis, mit der die 15-jährige Nastassja Kinski ihre internationale Star-Karriere begründete. In Erinnerung bleibt Schwarzkopf auch mit dem eher kleinen Part des Bankiers Kesselmeyer in der Thomas Mann-Adaption Die Buddenbrooks(1979).

Auch in den 1980er Jahren blieb Schwarzkopf ein vielbeschäftigter TV-Darsteller. Er spielte unter anderem in der Serie "Wer den Schaden hat..." (1981), im Mehrteiler "Alte Gauner" (1985), in "Die Stunde des Leon Bisquet" (1986) und in der TV-Satire "Das blaue Bidet" (1982), in der er als spießiger Ex-Knopffabrikant zu sehen war, der all seine Habseligkeiten verkauft und erstmals einen Urlaub am Mittelmeer verbringen will. In mehreren Folgen der beliebten Serie Praxis Bülowbogen (1987) stellte Schwarzkopf den Clochard "Gleisdreieck" dar. 1992 wurden die letzten TV-Filme mit dem im Jahr davor verstorbenen Darsteller ausgestrahlt.

Schwarzkopf spielte in Kinofilmen wie Herrliche Zeiten im Spessart (1967) oder den Simmel-Adaptionen Und Jimmy ging zum Regenbogen (1971), Der Stoff, aus dem die Träume sind (1972) und Alle Menschen werden Brüder (1973). 1973 war er auch in dem Psychothriller Einer von uns beiden zu sehen - als Soziologie-Professor, der von einem gescheiterten Studenten (Jürgen Prochnow) erpresst wird. Seinen letzten Kino-Auftritt hatte Klaus Schwarzkopf 1985 in Bernhard Wickis Die Grünstein-Variante.

Dank seiner sanften, prägnanten Stimme war Klaus Schwarzkopf ein gefragter Synchronsprecher. Besondere Popularität erlangte er in den 1970er Jahren als deutsche Stimme von Inspektor Columbo alias Peter Falk. Er sprach außerdem Darsteller wie Gower Champion in der Verfilmung des Musicals Show Boat Mississippi-Melodie (1951), William Shatner in Das Urteil von Nürnberg (1961), Mickey Rooney in In Beirut sind die Nächte lang (1965), für Peter Lorre in Die Spur des Falken (Synchronisation von 1969), für Robert Mitchum, Burt Lancaster, Bob Hope, Douglas Fairbanks jr., Tony Curtis in Winchester ’73 oder, neben vielen weiteren, auch von Lloyd Bridges in Zwölf Uhr Mittags von 1953. Im Jahr 1980 lieh er Jacques Marin in der Didi-Komödie Ach du lieber Harry seine Stimme.

Schwarzkopf galt als überzeugter Junggeselle und machte Aussagen wie: „Ich habe das Heiraten verpasst! Der Beruf ist so dominierend in meinem Leben, dass private Gefühle und Wünsche zu kurz kommen.“[1] Leise Gerüchte über seine Homosexualität gab es schon zu Lebzeiten,[2] und er wurde auch in einigen Schwulenzeitschriften geoutet.[3] Trotzdem war er bis zu seinem Tod in der Lage, die Beziehung zu seinem langjährigen Lebensgefährten, dem ehemaligen Tänzer und Regisseur Hubertus Moeller,[2][4] vor der Öffentlichkeit weitgehend geheim zu halten.[4] Erst nach seinem Tod berichteten auch große Tageszeitungen über sein Privatleben.[2]

1991 spielte Klaus Schwarzkopf neben Mario Adorf und Will Quadflieg eine der Hauptrollen im Dieter Wedel-Vierteiler Der große Bellheim. Im Juni musste der Darsteller, der bereits durch die Immun-Krankheit Aids geschwächt war, die Dreharbeiten abbrechen und wurde wegen einer verschleppten Lungenentzündung ins Bochumer Sankt-Josefs-Hospital eingeliefert (Schwarzkopfs Rolle wurde mit Heinz Schubert neu besetzt.) Dort verstarb er am 21. Juni 1991 mit 68 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er in Aidenbach/Niederbayern.[5]

Filmografie [Bearbeiten]

Synchronarbeiten [Bearbeiten]

Tonträger [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bild-Zeitung München, 25. Juni 1991, nach einem älteren Interview mit Schwarzkopf
  2. a b c Axel Schock, Karen-Susan Fessel: OUT! – 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle. Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1.
  3. Hermann J. Huber: Unsere Prominenz. DU & ICH, September 1990, S. 11.
  4. a b Bernd-Ulrich Hergemöller: Mann für Mann – Ein biographisches Lexikon. Suhrkamp Taschenbuch, Hamburg 2001, ISBN 3-518-39766-4.
  5. knerger.de: Das Grab von Klaus Schwarzkopf