Klaus Störtebeker

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Störtebeker-Denkmal von Hansjörg Wagner auf dem Grasbrook (heute HafenCity) in Hamburg, dem vermuteten Hinrichtungsort

Klaus Störtebeker, auch Klaas Störtebecker, Claas Störtebeker oder Nikolaus Storzenbecher (* um 1360; † vermutlich am 21. Oktober 1401 in Hamburg), war ein Seeräuber und neben den berüchtigten Kapitänen Gödeke Michels, Hennig Wichmann, Klaus Scheld und Magister Wigbold einer der Anführer der auch als Likedeeler (niederdeutsch: Gleichteiler) bezeichneten Vitalienbrüder.

Um seine Person ranken sich zahlreiche Legenden, von denen die historische Persönlichkeit, die von der Forschung auch mit einem Nicolao (Nikolaus) Stortebeker und nach neuen Erkenntnissen mit einem aus Danzig stammenden Johann Störtebeker (der mindestens bis 1413 lebte) in Verbindung gebracht wird, erheblich abweicht.

Leben und Legende[Bearbeiten]

Störtebeker-Relief am angeblichen Geburtshaus in Wismar
Störtebeker-Brunnen in Verden an der Aller
Beschriftung des Denkmals in Hamburg
Der Schädel eines in Hamburg um 1400 Hingerichteten, entdeckt 1878 beim Bau der Speicherstadt auf dem Grasbrook, diente als Grundlage der Rekonstruktion von Gesichtszügen
Rekonstruktion des Schädels eines namenlosen Piraten
Störtebeker wird bei Helgoland besiegt. Historisierende Darstellung aus dem Staatsarchiv Hamburg
Einbringung Klaus Störtebekers in Hamburg. Historisierender Holzstich von Karl Gehrts, 1877, Staatsarchiv Hamburg
Hinrichtung der Vitalienbrüder auf dem Grasbrook in Hamburg. Flugblatt aus dem Jahre 1701 aus dem Hamburger Staatsarchiv

Die genaue Herkunft von Störtebeker ist nicht bekannt. Vermutungen zufolge stammt er aus der Gegend von Rotenburg (Wümme)/Verden (Aller), anderen Meinungen zufolge aus Wismar. Im Liber proscriptorum, dem „Verfestungsbuch“ der Stadt Wismar, ist im Jahre 1380 ein Vorfall festgehalten, wonach zwei Wismarer Bürger aus der Stadt gewiesen wurden, weil sie einem anderen in einer Schlägerei verschiedene Knochenbrüche zugefügt hatten. Der Betroffene der Auseinandersetzung wird als „nicolao stortebeker“ bezeichnet. Es spricht einiges dafür, dass dieser Nikolaus Störtebeker später als Klaus Störtebeker in die Geschichte einging.

Angeblich hat sich der Freibeuterkapitän den Namen Störtebeker (aus dem Niederdeutschen von „Stürz den Becher“) wegen seiner Trinkfestigkeit als Spitznamen verdient. So soll er der Sage nach einen 4-Liter-Humpen (einen ellenhohen Becher) Wein oder Bier ohne abzusetzen in einem Zug leergetrunken haben. Allerdings besteht Grund, diese Geschichte anzuzweifeln – in dem Wismarer Verfestungsbuch wird „Stortebeker“ selbstverständlich als Familienname aufgeführt, und als Familienname existiert er noch heute – es leben mehrere „Störtebekers“ mit verschiedener Schreibweise in Norddeutschland. So ist es unklar, ob der Nachname erst mit Klaus Störtebeker entstand, oder ob er ihn als Familienname geerbt hat.

Ins öffentliche Bewusstsein trat Störtebeker nach der Vertreibung der Vitalienbrüder von der heute schwedischen Insel Gotland als Kapitän der Likedeeler. Dort hatten die Vitalienbrüder, die sich als Freibeuter selbstständig gemacht hatten, von 1394 bis 1398 Schutz hinter den Mauern der Stadt Visby auf der Insel gesucht. Ursprünglich unterstützten sie König Albrecht von Schweden im Kampf gegen die dänische Königin Margarethe I. und betrieben dazu auch Seeräuberei in Nord- und Ostsee. Den Übergriffen auf die Schiffe der Dänen und Lübecker, die auf dänischer Seite standen, folgten bald Überfälle auf andere Schiffe der Hanse. Hierfür hatten die Vitalienbrüder Kaperbriefe erhalten. Damit ausgestattet konnten sie die erbeuteten Waren in Wismar frei auf dem Markt verkaufen.

Schon seit 1396 hatte Störtebeker auch Unterstützung in Marienhafe, Ostfriesland, wo er eine Tochter des friesischen Häuptlings Keno ten Broke geheiratet haben soll. Zugleich soll ihm in der Kirche St. Marien Unterschlupf gewährt worden sein, weshalb der heute noch vorhandene Kirchturm auch „Störtebekerturm“ genannt wird. Diplomatischer Druck seitens der Hansestädte führte zum Verlust dieser Operationsbasis. Am 15. August 1400 beurkundete Herzog Albrecht I. von Bayern und Graf von Holland und Hennegau einen mit den Vitalienbrüdern geschlossenen Vertrag. Diesem zufolge nahm er 114 Vitalienbrüder auf und stellte sie unter seinen Schutz. Dabei werden acht Hauptleute namentlich genannt, darunter ein Johan Stortebeker. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass sich ein weiterer Anführer mit dem Namen Störtebeker in den Vordergrund gedrängt hat. Darum kann angenommen werden, dass Klaus Störtebeker nicht wie Gödeke Michels nach Norwegen geflohen ist, sondern sich weiterhin nahe der Nordsee aufgehalten hat.

Beim Versuch, den Seehandel mit England und Holland vor Piratenangriffen zu schützen, verstärkten die Hanse und insbesondere die Hansestadt Hamburg die Anstrengungen zur Verfolgung und Bekämpfung Störtebekers und Gödeke Michels. Störtebeker soll den überlegenen Hansekoggen mit seinen Schiffen aber immer wieder auf die hohe See entkommen sein.

Am 22. April 1401 wurde Klaus Störtebeker von einem Verband hamburgischer Friedeschiffe unter Nikolaus Schocke und Hermann Lange, beide Hamburger Ratsherren und Englandfahrer, vor Helgoland gestellt und nach erbittertem Kampf gefangen genommen und auf der Bunten Kuh nach Hamburg gebracht. Angeblich soll dieser Erfolg erst durch die Hilfe eines Verräters ermöglicht worden sein, der unbemerkt flüssiges Blei in die Steueranlage goss und damit Störtebekers Schiff manövrierunfähig machte – alternativ wird dies mit der Zerstörung des Hauptmastes durch Geschosse der Bunten Kuh erklärt.

Klaus Störtebeker wurde am 21. Oktober 1401 mit 72 Gefährten, unter ihnen sein Steuermann Humbert Grobherz, auf dem Grasbrook vor Hamburgs Hafeneinfahrt durch den Scharfrichter Rosenfeld aus Buxtehude enthauptet. Der Legende nach soll Störtebeker vom Bürgermeister der Hansestadt Kersten Miles gestattet worden sein, dass all jene Männer überleben durften, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeizugehen vermochte. An elf Männern schritt der Geköpfte vorbei, bevor ihm der Henker den Richtblock vor die Füße warf (laut einigen Quellen ihm ein Bein stellte). Nach dem Sturz des Piraten brach der Bürgermeister allerdings sein gegebenes Versprechen, und alle 73 Seeräuber wurden enthauptet. Eine weitere Legende um seine Hinrichtung besagt, dass der Scharfrichter Rosenfeld alle Enthauptungen selbst und fehlerfrei durchgeführt hätte – bei immerhin 73 Enthauptungen am Stück eine ungewöhnliche Leistung. Als ihn ein Mitglied des anwesenden Rates darob lobte, soll er geantwortet haben, das sei noch gar nichts, er könne auf Wunsch auch noch den gesamten versammelten Rat abtun. Daraufhin wurde er selbst in Gewahrsam genommen und vom jüngsten Ratsmitglied enthauptet. Die Köpfe wurden zur Abschreckung längs der Elbe aufgespießt. Hinterlassenschaften Störtebekers, wie sein berühmter Trinkbecher, wurden beim Großen Hamburger Brand 1842 zerstört.

Die Sage will außerdem wissen, dass Störtebeker dem Senat, nachdem ihm das Todesurteil verkündet wurde, für Leben und Freiheit eine goldene Kette anbot, deren Länge um die ganze Stadt reichen sollte – was der Senat aber mit Entrüstung zurückwies. Als man den legendären Goldschatz der Likedeeler nicht finden konnte, wurde das Schiff an einen Schiffszimmermann verkauft. Als dieser die Säge ansetzte, um das Schiff zu zerlegen, traf er auf etwas Hartes: In den Masten verborgen war der Schatz, einer mit Gold, der andere mit Silber, und der dritte mit Kupfer angefüllt; und er ließ aus dem Gold eine Krone für den Turm der Hamburger St.-Katharinen-Kirche anfertigen.

Das bisherige Störtebekerbild wird ernüchtert durch neue Forschungsergebnisse, die 2007 in den Hansischen Geschichtsblättern publiziert und am 26. Dezember 2007 in der NDR-Fernsehdokumentation „Der wahre Schatz des Störtebeker[1] einem breiten Publikum vorgestellt wurden.[2][3]

In einem Aufsatz beschäftigt sich der Historiker Gregor Rohmann mit der Person Klaus Störtebekers. Rohmann nutzt dazu als Quellen vor allem, zuvor eher vernachlässigte, zeitgenössische Gerichtsakten und Archivdokumente. Der Historiker kommt zu dem Schluss, dass sich die Quellen zu Klaus Störtebeker in Wirklichkeit auf einen Mann namens Johann Stortebeker beziehen, einen Kaufmann, Kapitän und Fehdehelfer aus Danzig. Der Name Johann Stortebekers findet, im Gegensatz zu einem Klaus Störtebeker, in historischen Quellen mehrfach Erwähnung, erstmals in deutschen Gerichtsakten im April 1405. Demzufolge wurde ein Kaufmann Johann Stortebeker zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er eine Handelssperre preußischer Städte gegen England missachtet haben soll. Im Jahr 1413 wurde der Kapitän Johann Stortebeker vom englischen König, Heinrich V. mit 40 Mann Besatzung unter Vertrag genommen, um englische Handelsschiffe zu beschützen. Vermutlich wurde derselbe Johann Stortebeker auch schon am 15. August 1400 von Albrecht von Holland zusammen mit 114 Vitalienbrüdern angeworben, um dessen schärfste Konkurrenz im Handel, die Hanse, zu schwächen. In diesem Abkommen wird ausdrücklich ein Johan Stortebeker genannt. Johann Stortebeker aus Danzig war vor allem Kaufmann und professioneller Fehdehelfer, er war dagegen wohl kein Gesetzloser und sicher kein Pirat.

Im Hinblick auf die Quellenlage spricht vieles dafür, die Geschichten und Berichte um den Piraten Klaus Störtebeker dem Danziger Kapitän Johann Stortebeker zuzuschreiben. Sollten sich die Erkenntnisse bestätigen, dann ist Störtebeker weder 1401 auf dem Hamburger Grasbrook hingerichtet worden, noch ist „Nicolao Störtebeker“ aus dem Wismarer Verfestungsbuch mit dem Kapitän Störtebeker identisch. Auch die Zuschreibung des berühmten Schädels aus dem Museum für Hamburgische Geschichte wird damit hinfällig – er gehörte damit einem namenlosen Hingerichteten des Mittelalters. Den Piraten Klaus Störtebeker hat es nach diesen neuen Erkenntnissen vermutlich gar nicht gegeben.

Die Namensgebung Klaus Störtebeker tauchte erstmals in Hermann KornersChronica novella“ von 1435 auf und wurde von dort insbesondere durch Albert Krantz in seiner damals sehr populären Wandalia (1518) weiter verbreitet. Bereits Korner fügt in einer neueren Fassung seiner Chronik den Vornamen Clawes für Stortebeker ein, später dann in der lateinischen Version Nikolaus, wohl nach dem Bischof Nikolaus von Myra aus dem 3./4. Jahrhundert, der Seefahrern als Schutzheiliger galt. Die bereits 1430 begonnene "Rufus-Chronik" nimmt Korners Vorgabe auf und nennt Störtebeker ebenfalls beim Vornamen "Clawes". Bei späteren Autoren wird daraus die modernere Version Klaus.

Rezeption[Bearbeiten]

Das häufig fälschlicherweise als Störtebeker-Porträt verwendete Bildnis des Kunz von der Rosen

Die von Daniel Hopfer ursprünglich bereits um das Jahr 1515 geschaffene und vom Nürnberger Kunsthändler David Funck 1682 unter dem Titel "Claus Stürtz den Becher" veröffentlichte Radierung, die vermeintlich das Porträt Störtebekers wiedergibt, stellt in Wirklichkeit Kunz von der Rosen, den Schalknarren und Berater Kaiser Maximilians dar, der 100 Jahre nach Störtebeker lebte.

Der 1878 von Arbeitern auf dem Grasbrook gefundene und lange Zeit als sogenannter „Störtebeker-Schädel“ im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellte Schädel konnte bisher nicht zweifelsfrei Klaus Störtebeker zugeschrieben werden. Auch mit Hilfe kanadischer Forensik-Experten konnte das gut 600 Jahre alte Knochenmaterial genetisch nicht mehr entschlüsselt werden. Damit ist auch eine Zuordnung zu den etwa 200 lebenden Störtebekers in Norddeutschland nicht möglich.[4] Am 9. Januar 2010 wurde der Schädel aus dem Museum gestohlen[5] und im März 2011 von der Polizei sichergestellt.[6]

In Ralswiek auf Rügen werden jährlich auf einer Naturbühne die Störtebeker-Festspiele veranstaltet. Die Stralsunder Brauerei war zwischenzeitlich dabei ein Sponsor und nannte sich inzwischen in Störtebeker Braumanufaktur um. Auch im ostfriesischen Marienhafe wird alle drei Jahre auf dem Marktplatz ein plattdeutsches Störtebeker-Freilichtspiel aufgeführt. Die letzte Aufführung fand 2011 statt.

Störtebeker soll im Kellerverlies des Schlosses Gottesgabe (bei Schwerin) eingesessen haben, seinerzeit im Besitz der Familie seines Vitalienbruders Marquard von Preen.

In der Stubbenkammer auf Rügen soll Klaus Störtebeker der Legende nach einen unermesslichen Schatz versteckt haben. Die Störtebeker-Kuhle in der Nähe von Heringsdorf wird auch als Schatzversteck genannt, und die goldene Kette, mit der er sich in Hamburg freikaufen wollte, soll im Burggraben von Venz liegen. Eine ähnliche Sage verbindet sich mit dem zu Klanxbüll gehörenden Hof Bombüll, von dem aus angeblich ein Geheimgang durch den Deich hindurch zum Meer führte.

Vor dem Rathaus der Stadt Verden werden alljährlich vier Fässer Heringe und 530 Brote an die Bürger verteilt. Anlass ist die traditionelle „Störtebeker-Spende“, auch „Lätare-Spende“ genannt, da sie am Montag nach Lätare (drei Wochen vor Ostern) stattfindet.[7] Klaus Störtebeker und Gödeke Michels sollen im Verdener Dom sieben Fenster zur Abbüßung ihrer sieben Todsünden gestiftet haben. Das auf die Spende hinweisende angebliche Wappen Störtebekers ist allerdings das des Verdener Bischofs Kesselhut.[8]

2008 wurde der „Störtebeker SV“ (mit vollem Namen: HafenCity, Alt- und Neustadt Sport, Störtebeker Sportverein) gegründet. Es ist der erste Hamburger Sportverein, der die Anwohner der Hamburger Innenstadt anspricht. 2009 wurde der neue Sportplatz HafenCity eröffnet, wo auch das Störtebeker-Denkmal steht.

Die ostfriesischen Gemeinden Marienhafe, Großheide und Hage haben sich zum Tourismusverband Störtebekerland zusammengeschlossen.[9] Auch eine Ferienstraße, die von der Grünen Küstenstraße in Höhe von Leer abzweigende Störtekerstraße, erinnert an den Seeräuber. Sie verbindet die niedersächsischen Küstenorte.[10]

Verarbeitung in Musik und Medien[Bearbeiten]

Die Geschichte von Störtebeker ist seit den 1550er Jahren als Lied in 26 Strophen überliefert.[11] Eine Melodie dazu findet sich aber erst Anfang des 17. Jahrhunderts in dem Lauten- und Liederbuch des Rostocker Studenten und späteren Pastoren Petrus Fabricius.[12]

Der Barockkomponist Reinhard Keiser schrieb die zweiteilige Oper Störtebeker und Jödge Michels (1701), von der nur das Libretto erhalten ist.

Im August 2014 findet in Lübeck die Uraufführung der Piratenoper für junge Menschen "Störtebeker" mit der Musik von Gabriele Pott statt.

Im angehenden 19. Jahrhundert kursierte in Norddeutschland ein Spottlied: „Vor vielen Jahren lebte, o Graus, hoch oben im Norden, der wilde Klaus […]“.[13]

Der DDR-Schriftsteller Kurt Barthel schrieb 1959 die dramatische Ballade Klaus Störtebeker, die in den Jahren 1959 bis 1961 und 1980 bis 1981 in Ralswiek auf Rügen im Rahmen der „Rügenfestspiele“ unter der Leitung von Hanns Anselm Perten und der Chorleitung von Günther Wolf mit jeweils ca. 2.000 Mitwirkenden aufgeführt wurde. Seit 1993 finden dort jährlich die Störtebeker-Festspiele statt.

Die Thematik um Klaus Störtebeker wurde bereits mehrfach verfilmt:

Musikalisch behandelten ihn unter anderen die Hamburger Punkband Slime mit dem Lied Störtebeker auf ihrem Album „Alle gegen Alle“, die Folk-Punkband Across the Border auf ihrem Album Loyalty mit einer Coverversion des Slime-Lieds sowie die deutsche Heavy-Metal-Band Running Wild mit einem gleichnamigen Lied.

Die Rockband Transit schrieb 1982 die 45-minütige Rocksuite Störtebeker, welche 1997 auf CD erschienen ist.

In dem Lied Nordisch by Nature von der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot wird auch Bezug auf Störtebeker genommen: „Schon Störtebecker wusste, dass der Norden rockt und hat mit seinem Kahn hier gleich angedockt.“

Achim Reichel setzte Störtebecker mit dem Störtebeckerlied auf dem Album Klabautermann ein musikalisches Denkmal.

Auch das Spielmannsduo Pampatut verwendete die Legende um Klaus Störtebecker für das Lied „Die Seeräuber“ auf ihrem Album Pampatut gut.

Am Rande dient Störtebeker als Identifikationsfigur in der Linken, die sich positiv auf dessen Teilungsprinzip beruft. Rechtsextremisten haben ein Informationsportal nach Klaus Störtebeker benannt.

Die norddeutsche, plattdeutsche Landrock-Band „De Drangdüwels“ schrieben u. a. die Lieder Störtebeker und Gödecke Michel, welche auf ihrem Album Hard an Wind veröffentlicht worden sind. Im Lied Störtebeker wird unter anderem die Schlacht vor Helgoland mit der Bunten Kuh geschildert.

1999 veröffentlichte der Comic-Autor Harm Bengen die Graphic Novel „Störtebeker“, die die letzten zehn Lebensjahre Störtebekers schilderte. Die Geschichte folgte den zu der Zeit nachweisbaren Begebenheiten aus Störtebekers Leben, ordnete sie zeitlich ein und verband sie mit den bis dahin beliebten Sagen und Legenden.

Der Autor Patrick Wirbeleit und der Comiczeichner Kim Schmidt brachten im Mai 2004 den Comicband „Störtebeker-Freunde und Feinde“ heraus. Der Band erzählt eine konstruierte Geschichte des jungen Piraten Störtebeker.

Ein Segler aus dem Jahr 1885 mit dem Namen Störtebeker

Nach Klaus Störtebeker benannte Schiffe[Bearbeiten]

Zahlreiche Schiffe erhielten den Namen Störtebeker, u. a.:

  • Das Versuchsboot Störtebeker der Kriegsmarine war als Minensuchboot M 66 im Jahre 1917 für die Kaiserliche Marine in Dienst gestellt worden. Es wurde ab 1937 von der Kriegsmarine als Versuchsboot unter dem Namen Störtebeker eingesetzt, im Oktober 1940 in M 566 umbenannt und ab Mitte 1944 als Führer- und Geleitschiff einer Minenräumflottille eingesetzt. In dieser Funktion diente es auch nach dem Zweiten Weltkrieg im Deutschen Minenräumdienst. Das Boot wurde 1950 abgewrackt.
  • Der 1917 für die Kaiserliche Marine gebaute Fischdampfer Störtebeker wurde 1918 zur U-Boot-Schule abkommandiert, 1919 aber an die private Fischerei-Industrie verkauft und als Johs. Thode in Dienst gestellt. Er strandete 1929 bei Kap Teriberka auf der Halbinsel Kola.
  • Ausflugsschiff der Wyker-Dampfschiffs-Reederei seit 1969. Es wurde 2009 verkauft an die Rijf Shipping BV und 2011 weiter verkauft an Kapitän Jelle Bos. Das Schiff fährt immer noch unter dem Namen Störtebeker.
  • Das ehemalige Motorschulboot (MSB) Patriot der GST-Seesportschule Greifswald-Wieck, der späteren GST-Marineschule "August Lütgens", das dort von 1956 bis 1960 im Dienst war, erhielt nach Übernahme durch die Pionierorganisation Ernst Thälmann, Haus der Jungen Pioniere Stralsund, am 1. Mai 1961 den Namen Klaus Störtebeker. Es diente den Jungen Matrosen in Stralsund fünfzehn Jahre als schwimmende Ausbildungsstätte und wurde 1977 abgewrackt.
  • Das ehemalige Motorschulschiff (MSS) Freundschaft (II) ex. Fürstenberg der GST-Seesportschule, später GST-Marineschule „August Lütgens“ Greifswald-Wieck - dort von 1959 bis 1973 in Dienst und scherzhaft „Hochhaus“ genannt - kam danach ebenfalls nach Stralsund und wurde zum Pionierschiff umgebaut. Als neue Klaus Störtebeker versah das Schiff unter der Flagge der Pionierorganisation seinen Dienst bis zur Wende in der DDR (1989/90). Anschließend wurde das Schiff von der Hansestadt Stralsund übernommen und erhielt seinen neuen Liegeplatz im Hafen der Insel Dänholm im Strelasund. Heute untersteht das Schiff der dortigen Seglerschule und ist Bestandteil ihres Freizeitangebotes für Kinder und Jugendliche; siehe auch Pionierorganisation Ernst Thälmann.

Literatur[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Literatur und Sachbücher[Bearbeiten]

  • Johannes Ruhr: Störtebeker. Der Weg eines Mythos. SKN Verlag, Norden 2011, ISBN 978-3-939870-92-0.
  • Harm Bents u. a.: Störtebeker. Dichtung und Wahrheit. SKN Verlag, Norden 2003, ISBN 3-928327-69-0.
  • Jörgen Bracker u. a. (Hrsg.): Gottes Freund – Aller Welt Feind. Wilhelm Zertani Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-9805772-5-2 (Ausstellungskatalog)
  • Adolph Hofmeister: Störtebeker, Klaus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 459 f.
  • Matthias Puhle: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-593-34525-0.
  • Ralf Wiechmann u. a. (Hrsg.): Klaus Störtebeker? Ein Mythos wird entschlüsselt. Wilhelm Fink Verlag, München 2003, ISBN 3-7705-3837-4 online
  • Dieter Zimmerling: Störtebeker & Co. Die Blütezeite der Seeräuber in Nord- und Ostsee. Verlag die Hanse, Hamburg 2001, ISBN 3-434-52615-3.
  • Gregor Rohmann: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der „Vitalienbrüder“. In: Hansische Geschichtsblätter. 125 (2007), ISBN 978-3-933701-28-2, S. 77–119.
  • Wilfried Ehbrecht (Hrsg.): Störtebeker. 600 Jahre nach seinem Tod. (Hansische Studien Bd. XV). Trier 2005, ISBN 3-933701-14-7, hierin:
    • Matthias Puhle: Die Vitalienbrüder – Söldner, Seeräuber? S. 15–22.
    • Heinrich Schmidt: Das östliche Friesland um 1400. Territorialpolitische Strukturen und Bewegungen. S. 85–110.
    • Detlev Elmers: Die Schiffe der Hanse und der Seeräuber um 1400. S. 153–168.
    • Volker Henn: Das Störtebeker-Bild in der erzählenden Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. S. 273–290.
  • Jens Freyler: Mit Störtebeker durch Hamburg. Ein ReiseGeister-Buch auf den Spuren des berühmten Freibeuters. Traveldiary Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-941796-06-5.
  • Lutz Mohr: Das Leben, Lieben und Sterben des Freibeuterkapitäns Claus Störtebeker in ausgewählten pommerschen Sagen. In: GeschichtsBake. Hrsg. vom Verein für erlebbare Geschichte des Mare Balticum e. V. Stralsund, Jg. 1, Heft/2005, S. 10-20
  • Lutz Mohr: Störtebeker in Pommern. Piratenführer hinterließ sagenhafte Spuren zwischen Jasmunder Bodden und Stettiner Haff. In: Die Pommersche Zeitung, Jahrg. 64, Folge 13 vom 29. März 2014, S. 2.
  • Maik Nolte, Gerhard Wiechmann: Söldner, Seeräuber, Serienhelden. Die Vitalienbrüder in der Geschichtswissenschaft und im „Groschenroman“ der Kaiserzeit. In: Schiff & Zeit/Panorama maritim. 71 (2010), S. 21–31.
  • Stichwort: Störtebeker (M 66/M 566). In: Hans Hildebrand, Albert Röhr, Hans Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. sieben Bände in einem Band, 3. Auflage. Herrsching ca. 1984, Bd. 7, S. 113.

Belletristik[Bearbeiten]

  • Georg Engel: Claus Störtebecker. Roman in zwei Bänden. Dreizehnte Auflage. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart/ Berlin/ Leipzig 1920.
  • Jörgen Bracker: Zeelander. Der Störtebeker Roman. Murmann Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-938017-42-2.
  • Willi Bredel: Die Vitalienbrüder. Ein Störtebeker-Roman. Hinstorff Verlag, Rostock 1996, ISBN 3-356-00658-4.
  • Thomas Einfeldt: Störtebekers Gold. Ein Roman aus der Hansezeit. Piper Verlag, München 2002, ISBN 3-492-26022-5.
  • Thomas Einfeldt: Störtebekers Kinder. Ueberreuther 2001, ISBN 3-8000-2771-2.
  • Gloria von Felseneck u.a.: Klaus Störtebeker. Kelter-Verlag, Hamburg 2005 ff. (Heftromanserie)
  • Klaus Lingenauber: Störtebekers Beifang. Freibeuter wider Willen. (Convent-Comic). Convent-Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-86633-002-2.
  • Berndt List: Das Gold von Gotland. Ein Störtebeker Roman. Kindler Verlag, Reinbek 2006, ISBN 3-463-40499-0.
  • Wilhelm Lobsien: Klaus Störtebeker. Eine Erzählung aus der Zeit der Vitalienbrüder. Westholsteinische VA, Heide 1995, ISBN 3-8042-0675-1.
  • Boy Lornsen: Gottes Freund und aller Welt Feind. Mit Klaus Störtebeker auf Kaperfahrt. Carlssen Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-551-35447-2.
  • Gustav Schalk: Klaus Störtebeker. Ueberreuter-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-8000-2876-X.
  • Kurt Barthel: Klaus Störtebeker. (Dramatische Ballade), Leipzig 1959.
  • Klabund: Störtebecker. In: Projekt Gutenberg-DE.
  • Hans G. Stelling: Der Blut Richter. Ein Hanse Roman. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2009, ISBN 978-3-423-40186-9.
  • Georg Kranich: Störtebeker. Kleins Buch- und Kunstverlag, Lengerich (Westf) 1950.
  • Egon Günther: Der Pirat. Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar, 1988.
  • Karl F. Kohlenberg: Störtebeker. Langen-Müller bei F. A. Herbig, 1991, ISBN 3-7844-2325-6.
  • Wilhelm Fischer: Störtebeker. Der grösste Seeräuber aller Zeiten. Band 1: Störtebekers Kampf und Aufstieg. Band 2: Sieg und Ende des grossen Seeräubers. W. Fischer Verlag, Göttingen 1954ff.

Es erschienen auch Heftromanserien, die mit dem historischen Störtebeker nur Grundzüge gemein hatten:

  • Klaus Störtebecker der gefürchtete Herrscher der Meere, 60 Hefte im Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst, Berlin 1908/09. Reprint in 54 Ausgaben Neues Verlagshaus für Volksliteratur, Berlin 1932/33.
  • Klaus Störtebeker – Der kühnste Pirat aller Zeiten. 8 Hefte im Jupiter-Verlag, Darmstadt 1953.
  • Klaus Störtebeker – Liebe und Abenteuer eines Freibeuters. 12 Hefte, Martin Kelter-Verlag, Hamburg 2005/2006.

Comics[Bearbeiten]

  • Schrecken der Meere. Klaus Störtebecker der große Seeräuber, Abenteuer der Weltgeschichte. Die interessante Jugendzeitschrift, Nr. 43 (Walter Lehning Verlag, Hannover) o.J. [ca. 1955]
  • Harm Bengen: Störtebeker. Lappan Verlag, Oldenburg 2010 (Erstauflage 1993), ISBN 978-3-89982-309-7.
  • Kim Schmidt, Patrick Wirbeleit (Text): Freunde und Feinde. Störtebeker 01, Carlsen Comics, Juni 2004, ISBN 3-551-77531-1.

Hörbuch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klaus Störtebeker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karin Lubowski: Held oder Halunke?, Online-Artikel des Hamburger Abendblatts.
  2. Vgl. Rohmann, Gregor: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der Vitalienbrüder. In: Hansische Geschichtsblätter 2007.
  3. Rohmann, Gregor: Klaus Störteberke und die Vitalienbrüder. In: Johannes Fried und Olaf B. Rader, Die Welt des Mittelalters: Erinnerungsorte eines Jahrtausends, Oktober 2011, ISBN 3-406-62214-3.
  4. Spiegel Online 31. Juli 2008: Das Piratengeheimnis bleibt ungelöst abgerufen am 14. Dezember 2009.
  5. Diebe stehlen angeblichen Störtebeker-Schädel. Spiegel Online, abgerufen am 19. Januar 2010.
  6. Polizei stellt gestohlenen Störtebeker-Schädel sicher. Hamburger Abendblatt, abgerufen am 17. März 2011.
  7. http://www.verden.de/laetare_vor.html Verteilung der Lätare-Spende 2008 auf der Website der Stadt Verden.
  8. Karl Ernst Hermann Krause: Konrad III., Bischof von Verden. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 630–632. Dort auf S. 630 unten: „Daß zu seiner Zeit die Seeräuber Störtebeker und Gödecke Michael in Verden gehaust und im Dome Fenster gestiftet hätten, ist eine Fabel. Das fragliche Störtebecker Wappen, sogenannte umgestürzte Becher, waren die Kesselhüte des Bischofs Nikolaus.
  9. Offizielle Homepage des Tourismusverbandes Störtebekerland; eingesehen am 19. Januar 2012
  10. Internetauftritt der Störtebekerstraße
  11. Ein schön Lied Von der grossen Rauberey deß Störtzebechers vnnd Gödiche Michaels ..., Staatsbibliothek Berlin
  12. Ralf Jarchow: Petrus Fabricius - Lauten- und Liederbuch, Vol. 1 & 2, Glinde 2013 (Faksimile, Transkription und Kommentar)
  13. Alfred Neuwald: Der wilde Klaus. Carlsen-Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-551-05747-8.
  14. Störtebeker (1919) in der Internet Movie Database (englisch)
  15. Störtebeker (2006) in der Internet Movie Database (englisch); Störtebecker (Version vom 18. April 2006 im Internet Archive), Internet-Seiten der ARD zum Film.
  16. Der wahre Schatz des Störtebeker in der Internet Movie Database (englisch)