Klaus Teuber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Spieleautor; für den Fußballspieler, siehe Klaus Täuber.
Klaus Teuber (2008)

Klaus Teuber (* 25. Juni 1952 in Rai-Breitenbach, Odenwaldkreis in Deutschland) ist als Erfinder der Siedler von Catan einer der bekanntesten Spieleautoren Deutschlands. Er gewann viermal die Auszeichnung Spiel des Jahres und ebenfalls viermal den Deutschen Spiele Preis.

Er lebt in der Gemeinde Roßdorf bei Darmstadt.

Leben[Bearbeiten]

Teuber ist gelernter Zahntechnikermeister und seit 1999 hauptberuflich als Spieleautor tätig. Bereits sein Erstlingswerk Barbarossa war 1988 Spiel des Jahres. 1990 wurde Klaus Teuber das zweite Mal mit dem Kritikerpreis Spiel des Jahres ausgezeichnet, und zwar für das Spiel Adel verpflichtet.

Teuber hatte Schwierigkeiten, für sein nächstes Spiel einen Verleger zu finden. Pleitegeier – das spätere Vernissage, ein für die damalige Zeit überdurchschnittlich komplexes Brettspiel – wäre zwar von einem großen Verlag in die Reihe der Bestseller-Autoren-Spiele aufgenommen worden, aber nur unter der Bedingung, dass Teuber diesem Verlag das Recht an Veränderungen des Spiels übertragen hätte. Damit war er nicht einverstanden. Aus diesem Grund gründeten er und seine Partner mit TM-Spiele einen eigenen Verlag. Der TM-Erstling Vernissage wurde von der Spiel-des-Jahres-Jury nicht zur Kenntnis genommen. Beim Deutschen Spiele Preis reichte es 1993 jedoch für einen dritten Platz.

TM-Spiele, das zunächst vier, später fünf Gesellschafter hatte, stand bereits nach zwei Jahren vor der Insolvenz. In dieser Situation kam ein Angebot des Spielwarenkonzerns Simba Toys, der eine programmergänzende Spielelinie aufbauen wollte, aber keine Erfahrung auf diesem Gebiet besaß. TM wurde mit der Entwicklung von zunächst vier Spielen unter dem Namen Goldsieber beauftragt. Das Goldsieber-Programm wurde in der Spieleszene mit Begeisterung aufgenommen. Linie 1 und Galopp Royal gelangten 1995 auf die Spiel-des-Jahres-Auswahlliste, Linie 1 und Sternenhimmel schafften es auf Platz 2 und 3 des Deutschen Spiele Preises. Da sich die Verhandlungen zwischen Simba Toys und TM lange hinzogen, entschied sich Teuber, dass sein Spiel Die Siedler von Catan 1995 in der Franckh-Spiele-Galerie des Spieleunternehmens Kosmos Spiele erscheinen sollte. Zwei Häuser hatten das Spiel bereits abgelehnt oder verlangten erhebliche thematische Änderungen.

Für Teuber – der damals immer noch als selbständiger Zahntechnikermeister tätig war – wurde es immer schwieriger, Goldsieber und Kosmos parallel zu betreiben. Daher bot es sich für ihn an, alle TM-Aktivitäten bei Kosmos zu bündeln und Mitte 1997 mit diesem Verlag einen Exklusivvertrag über seine Autorentätigkeit abzuschließen, was ein Novum in der Branche war. 1999 verkaufte er das von seinem Vater übernommene Dentallabor und wurde hauptberuflicher Spieleerfinder.[1]

Die Siedler von Catan entwickelten sich zum bekanntesten Brettspiel der jüngsten Zeit. Innerhalb der Catan-Familie erschienen mehrere weitere Titel, sowohl Erweiterungen als auch eigenständige Spiele. Ein Novum sind die Prof. Easy-Spieleinführungen, die sowohl als kleine Broschüren als auch später als Internet-Animationen erschienen. Teuber erleichterte mit diesen von ihm erdachten Regeleinführungen den Einstieg in seine Spiele ganz erheblich.

2002 gründete Klaus Teuber zusammen mit seinem Sohn Guido Teuber die Firma Catan GmbH und übertrug ihr die Lizenzrechte an seinen Spielen. Diese Firma ist für die Kontakte zu den weltweiten Lizenzpartnern seiner Brettspiele und der Computer-Umsetzungen zuständig. Auch sein Sohn Benjamin arbeitet im Familienunternehmen.[2]

2010 erhielt Klaus Teuber den As d’Or für sein Lebenswerk.[3]

Methode[Bearbeiten]

Am Anfang einer Spielidee steht für Teuber nach eigener Aussage immer eine Geschichte. Bei seinem ersten veröffentlichten Spiel Barbarossa und die Rätselmeister wollte er die Atmosphäre der Fantasy-Trilogy Erdzauber von Patricia A. McKillip aufgreifen. Ein wichtiges Motiv für ihn ist das Entdecken: „Sie wissen nicht so genau, wo es langgeht, haben einen Wunsch, eine vage Idee, sehen, wie ein Schloss im Nebel auftaucht – und wollen da hin.“ Mit diesem Gedanken probiert er Ideen aus. „Ich arbeite eigentlich auch heute noch am liebsten intuitiv, aus dem Bauch heraus. Da gibt es nichts Vorgefertigtes, keine Schablone, aber eine große Spannung.“[2]

Spiele[Bearbeiten]

Klaus Teuber erklärt das Zwei-Personen-Spiel Sternenschiff Catan

Computerspiele[Bearbeiten]

  • 1999 Catan – Die erste Insel
  • 2000 Die Sternenfahrer von Catan
  • 2001 Catan – Das Kartenspiel
  • 2002 Catan Online Welt (als Premium-Dienst bei T-Online)
  • 2003 Löwenherz
  • 2003 Sternenschiff Catan
  • 2003 Städte & Ritter (nur online in der Catan Online Welt)
  • 2003 Adel Verpflichtet (nur online in der Catan Online Welt)
  • 2005 Elasund (nur online in der Catan Online Welt)
  • 2007 Catan Online Welt Neubeginn (auf eigenen Servern)
  • 2007 Multicatan (als spezielle Onlinewelt-Version)
  • 2007 Catan für XBox Live Arcade[6]
  • 2008 Catan – Die erste Insel – Mobile (für Mobiltelefone)
  • 2008 Catan – Städte und Ritter für den PC und Mac
  • 2013 Catan – Creator's Edition für den PC und Mac

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Zeit: Der Schöpfer von Catan, 10. März 2008
  2. a b Frankfurter Rundschau: So sehen Siedler aus, 22. Juni 2012
  3. Klaus Teuber wird in Cannes für sein Lebenswerk geehrt
  4. Baden-Württemberg Catan
  5. Wien Catan
  6. Die Siedler von Catan auf Xbox.com, abgerufen am 22. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]