Klaus Tochtermann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klaus Tochtermann vor den Computerarbeitsplätzen in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Standort Kiel

Klaus Tochtermann (* 22. August 1964 in Heidelberg) ist Professor am Institut für Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft (ZBW).[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Klaus Tochtermann ist der Sohn Werner Tochtermanns. 1983 legte er an der Kieler Gelehrtenschule sein Abitur ab.[3] Von 1985 bis 1991 studierte Tochtermann Informatik in Kiel (Vordiplom) und Dortmund (Diplom). An der Universität Dortmund schloss er 1995 eine Promotion im Fach Informatik mit einer Arbeit zum Thema „Ein Modell für Hypermedia: Beschreibung und integrierte Formalisierung wesentlicher Hypermediakonzepte“ ab. Im Jahr nach seiner Promotion verbrachte Klaus Tochtermann als Stipendiat der Max-Kade-Foundation ein Jahr als Post-Doktorand an der Texas A&M University, Center for the Studies of Digital Libraries, USA. Seine Arbeitsschwerpunkte waren in dieser Zeit der Bereich internetbasierte Tools und Dienstleistungen für Digitale Bibliotheken. In den Jahren 1997 bis 2000 war er Bereichsleiter am FAW Ulm.

Von 2001 bis 2010 führte er als wissenschaftlicher Leiter das Forschungsinstitut Know-Center, einem in Österreich beheimateten Kompetenzzentrums für informationstechnologisches Wissensmanagement. Zusammen mit Hermann Maurer begründete Klaus Tochtermann im Jahre 2001 die Tagungsreihe I-KNOW. Im Jahre 2002 erfolgte die Habilitation im Fach „Angewandte Informationsverarbeitung“ an der TU Graz mit einer Arbeit zum Thema „Personalisation in the Context of Digital Libraries and Knowledge Management“. Von 2004 bis 2010 war er Universitätsprofessor (Lehrstuhl für Wissensmanagement, Angewandte Informationsverarbeitung, Digitale Bibliotheken) und Vorstand des Instituts für Wissensmanagement der TU Graz. Im Zeitraum von 2007 bis 2010 leitete er auch das Institut für Vernetzte Medien am Joanneum Research, eine anwendungsorientierte Forschungseinrichtung mit Sitz in Graz.[4] Seit 2010 ist Klaus Tochtermann Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) und hat eine Universitätsprofessur für Medieninformatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne.

Im Jahr 2012 ist auf Initiative von Klaus Tochtermann der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 gegründet worden. Im Rahmen dieses Forschungsverbundes wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Soziale Web Forschungs- und Publikationsprozesse verändert und Informationsinfrastruktureinrichtungen diese Veränderungen mitgestalten können.

2014 erhielt die von Klaus Tochtermann geleitete Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) die nationale Auszeichnung[5] "Bibliothek des Jahres 2014" durch den Deutschen Bibliotheksverband (dbv).

Klaus Tochtermann ist verheiratet und wohnt in Kiel.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Andere berufsbezogene Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Mitglied im Rat für Informationsstrukturen
  • Mitglied im DFG-Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme
  • Mitglied im Beirat der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken (ASpB)
  • Mitglied im Beirat "Information und Bibliothek" des Goethe-Instituts
  • Mitglied im Advisory Board "Monitoring Science 2.0" der Europäischen Kommission, Directorate A
  • Präsidiumsbeauftragter der Leibniz-Gemeinschaft für EU-Angelegenheiten
  • Mitglied im Aufsichtsrat des Know-Center - Graz (Österreich)
  • Visiting Professor an der Universiti Teknologi MARA (Malaysia)
  • Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, Sektion B
  • Steuerkreis Goportis – Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation
  • Beirat für wissenschaftliche Bibliotheken beim Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein
  • Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Mimos (IT-Forschungseinrichtung des Landes Malaysien)
  • Mitglied in nationalen und internationalen Gutachter- und Expertengremien
  • Mitglied im Programme Committee zahlreicher relevanter internationaler Tagungen zum Thema Wissensmanagement, Wissenstechnologien, Wirtschaftsinformatik

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

als (Mit-)Herausgeber:

  • Hypermedia im Umweltschutz. Marburg 2000, ISBN 3-89518-281-8
  • Neue Methoden für das Wissensmanagement im Umweltschutz. Marburg 2001, ISBN 3-89518-340-7
  • Web 2.0 in der Unternehmenspraxis: Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software. München 2009, ISBN 978-3-486-59121-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informatikprofessor übernimmt Ruder der weltgrößten Wirtschaftsbibliothek, Pressemitteilung der ZBW.
  2. Martina Drexler: Der neue Herr der Bücher In: Kieler Nachrichten vom 31. Mai 2010.
  3. Wirtschaftsbibliothek 3.0 Bits und Bytes bewahren die über 100-jährige Geschichte der Weltwirtschaft, In: Wirtschaftsland, 4/2010, S. 27.
  4. Prof. Klaus Tochtermann, In: community of knowledge, Zugriff: 2. November 2010.
  5. Meldung ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften