Klaus von Pape

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus Maximilian von Pape, auch Claus von Pape (* 16. August 1904 in Oschatz, Sachsen; † 9. November 1923 in München)[1] war ein nationalsozialistischer Putschist. Der gelernte Kaufmann starb während des Hitlerputsches bei der Auseinandersetzung mit der Polizei; davor lebte er in Herrsching am Ammersee.[2]

Pape entstammte einer im Jahr 1779 in den Reichsadelsstand erhobenen Familie aus Wolfenbüttel im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg.[3] Er war der Sohn des königlich sächsischen Majors und Bataillons-Kommandeurs Georg von Pape (1868–1917) und der Emma von Rabenau (* 1879; † nach 1928). Das Ehepaar hatte die drei Kinder Magdalena (* 1903), Klaus und Georg (* 1909).[4]

Hitler widmete Pape und 15 weiteren getöteten Putschteilnehmern 1925 den ersten Band seines Buches Mein Kampf, wo sie namentlich im Vorwort aufgeführt wurden. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde an der Feldherrnhalle in München eine Tafel mit den Namen der 16 Getöteten angebracht, die von einer Ehrenwache der SS bewacht wurde. Jeder Passant, der an dieser Tafel vorbei kam, war verpflichtet, diese mit dem Hitlergruß zu ehren. 1935 wurden auf dem Königsplatz zwei „Ehrentempel“ als gemeinsame Grabanlage für diese Personengruppe errichtet. Im selben Jahr wurde Pape exhumiert, zusammen mit den übrigen Toten dorthin überführt und in einem bronzenen Sarkophag erneut beigesetzt. Bis 1945 inszenierten das NS-Regime und die NS-Propaganda einen Kult um die „Blutzeugen der Bewegung“.

Zwischen 1933 und 1945 wurde Pape in verschiedener Weise geehrt. So erhielt 1937 eine zur Sporthalle umgebaute frühere Exerzierhalle in Celle (Burgstraße) den Namen Claus-von-Pape-Halle und in Jöhstadt wurde die dortige Jugendherberge Claus v. Pape benannt. Im NS-Staat waren mehrere Straßen nach ihm benannt, zum Beispiel in Gelsenkirchen der heutige Drosteweg,[5], in Recklinghausen[6] Wuppertal (seit 1935; vorher Gerberstraße)[7], in Kassel-Oberzwehren das heutige Im Triesch[8] und in Düsseldorf-Stockum die jetzige Gladiolenstraße.[9]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. 1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Alter Adel und Briefadel 1928, Verlag Justus Perthes, Gotha 1928, Seite 436. - 2. Hermann Bethge: Der Führer und sein Werk. Kernstoffe, Leitgedanken und Anregungen, Verlag A. W. Zickfeldt, 1939, Seite 73. In beiden Quellen wird er Klaus (mit K) genannt.
  2. in Herrsching hieß die jetzige Schönbichlstraße während der NS-Zeit 'Claus-von-Pape-Straße'.
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Seite 157, Band 119 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1999, ISBN 3-7980-0819-1.
  4. Gotha B 1928; alle drei Kinder sind in Oschatz geboren.
  5. Straßenumbenennungen in Gelsenkirchen nach 1945, Gelsenzentrum, Portal für Stadt- und Zeitgeschichte.
  6. lwl.org: Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus. Datenbank der Straßenbenennungen 1933-1945
  7. Klaus Gobel: Wuppertal in der Zeit des Nationalsozialismus, 1984, S. 47.
  8. Oberzwehren im RegioWiki.
  9. Der Baurat Ernst Julius Langenberg