Klebreis

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Klebreis mit Mango – als Süßspeise

Klebreis ist eine Reissorte, bei der durch den hohen Amylopektin-Anteil in der Stärke des Korns (bei maximal 6 % Amylose)[1] die Reiskörner beim Dämpfen vollständig miteinander verkleben – noch stärker als beim Rundkornreis („Milchreis“, Japonica). Frischer Klebreis ist leicht an den matt-weißen und vor allem völlig undurchsichtigen Körnern zu erkennen. Klebreis wird nicht gekocht, sondern gedämpft.

Verwendung als Lebensmittel[Bearbeiten]

Da das Quellungsvermögen von Klebreis sehr hoch ist, wird er vielfach für Dickungs- und Bindemittelzwecke eingesetzt.[1] Klebreis wird für viele Rezepte überall in Südostasien and Ostasien verwendet.

China[Bearbeiten]

In China isst man gern Zongzi (chinesisch 粽子), Klöße aus Klebreis (糯米nuòmǐ), eingewickelt in Bambus- oder Schilfblätter, mit verschiedenen Füllungen wie z. B. Datteln, süßem Bohnenbrei, Schinken, Krabben, Erdnüssen und Eigelb. Ein traditioneller Imbiss aus Peking sind Aiwowo, die kalt gegessen werden.

Japan[Bearbeiten]

Schale mit Songpyeon

Die japanischen Mochi – dort fester Bestandteil des Neujahrsfestes – sind süße Bällchen aus Klebreis, die z. B. mit Kinako gewürzt werden.

Korea[Bearbeiten]

In Korea wird Klebreis zum einen zu herzhaften Breigerichten verwendet, beispielsweise mit Seetang und Sesam, mit Seeohren oder mit Hühnerfleisch. Zum anderen werden aus gestampftem Klebreis auch viele verschiedene Reiskuchen hergestellt, wie z.B. Songpyeon, gefüllt mit Sesam oder Bohnenmus, oder belegt mit Pinienkernen, Maronen und Kürbis.

Thailand[Bearbeiten]

Eine beliebte Kombination in Thailand: gegrilltes Hähnchen, Papayasalat und Klebreis

In der thailändischen Küche wird Klebreis khao niao (Thai: ข้าวเหนียว) meist, aber nicht nur, für Süßspeisen verwendet, im Norden und Nordosten (Isaan) von Thailand wie auch in Laos bildet Klebreis das Hauptnahrungsmittel. Zur Klebreisherstellung wird in Thailand ein Dampftopf und ein Bambuskörbchen verwendet. Zuerst lässt man den Klebreis circa 3 Stunden in kaltem Wasser quellen, dann dämpft man den Klebreis anschließend circa 30 Minuten. Nach dem Dämpfen kleben die Reiskörner aneinander. Zum Essen als Beilage lockert man den Klebreis auf oder formt den Klebreis zu handlichen Beilagen, die man zu Barbecue Fleisch- und Fischgerichten isst. In Thailands Garküchen bekommt man Klebreis geformt in kleinen Plastiktüten oder gefüllt in Bambusstangen oder Bananenblättern zu kaufen. Fertiger Klebreis dient in Thailand auch zur Herstellung vieler Süßspeisen wie „Khao Neow Moon“ (mit Kokosnussmilch), „Khao Tom Mad“ (in Bananenblättern) oder „Khao Neow Ma Muang“ (mit gelber Mango). Aus Klebreis wird auch ein Bier gebraut: Sato (สาโท), das auch gelegentlich als „Thai Reiswein“ bezeichnet wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Waldemar Ternes, Alfred Täufel, Lieselotte Tunger, Martin Zobel (Hrsg.): Lebensmittel-Lexikon. 4., umfassend überarbeitete Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klebreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien