Klebsiella pneumoniae

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Klebsiella pneumoniae
Klebsiella pneumoniae (sekundärelektronenmikroskopische Aufnahme)

Klebsiella pneumoniae
(sekundärelektronenmikroskopische Aufnahme)

Systematik
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Gammaproteobacteria
Ordnung: Enterobacteriales
Familie: Enterobacteriaceae
Gattung: Klebsiella
Art: Klebsiella pneumoniae
Wissenschaftlicher Name
Klebsiella pneumoniae
(Schroeter 1886) Trevisan 1887[1]

Klebsiella pneumoniae ist ein fakultativ anaerobes, gramnegatives Stäbchenbakterium aus der Gattung Klebsiella. Beim Menschen gehört die Art zu den normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts und zur Mundflora. Im Normalfall ist das Bakterium ungefährlich, bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder mit akuten Infektionen kann es jedoch auch als Krankheitserreger auftreten.

Systematik[Bearbeiten]

Der deutsche Mikrobiologe Carl Friedländer beschrieb diese Bakterien erstmals 1883 als Erreger einer seltenen Form der Lungenentzündung (Friedländer-Pneumonie). Er nannte sie damals noch Diplococcus. Kurz danach wurden die „Friedländer-Bakterien“ als Bacterium pneumoniae crouposae (Zopf 1885), Hyalococcus pneumoniae (Schroeter 1886) und Bacillus pneumoniae ((Schroeter 1886) Flügge 1886) beschrieben.[1]

Später wurde die Art in Unterarten aufgeteilt.[1]

  • Klebsiella pneumoniae subsp. ozaenae (Abel 1893) Ørskov 1984
  • Klebsiella pneumoniae subsp. pneumoniae (Schroeter 1886) Ørskov 1984
  • Klebsiella pneumoniae subsp. rhinoscleromatis (Trevisan 1887) Ørskov 1984

Klinische Bedeutung[Bearbeiten]

Bei durch Klebsiella pneumoniae (Klebsiella pneumoniae subsp. pneumoniae) ausgelösten Erkrankungen handelt es sich häufig um Infektionen der Harnwege oder Atemwege. Das Bakterium ist bekannt dafür, nosokomiale Pneumonien bei immuninkompetenten stationären Patienten auszulösen.

Carbapenemresistente Klebsiella-pneumoniae-Stämme[Bearbeiten]

Erstmals 2001 wurde an einen bestimmten Klebsiella pneumoniae-Stamm die Bildung einer Carbapenemase (carbapenem-hydrolyzing beta-lactamase), der sogenannten KPC, beobachtet. Die KPC bewirkt eine Resistenz der Klebsiellen gegenüber bestimmten Antibiotika, den Carbapenemen. Zu diesen gehören etwa die Arzneistoffe Imipenem und Meropenem. Die Aktivität der Carbapenemase wird jedoch in Gegenwart von Clavulansäure unterdrückt. Der untersuchte carbapenemresistente Klebsiella-pneumoniae-Stamm (carbapenem-resistant Klebsiella pneumoniae, CRKP) „1534“ zeigte weiterhin Resistenz gegen alle Cephalosporine und Aztreonam und ist damit weitgehend unempfindlich gegen viele moderne Antibiotika.[2] Es sind verschiedene Varianten der Klebsiellen-Carbapenemasen bekannt wie etwa KPC-1, KPC-2 und KPC-3.[3][4]

Klebsiella pneumoniae und Autoimmunerkrankungen[Bearbeiten]

Es gibt Studien,[5] die darauf hinweisen, dass durch natürliche Abwehrreaktionen gebildete und gegen Klebsiella pneumoniae gerichtete IgA-Antikörper mit Strukturen des humanen Zelloberflächenproteins HLA-B27 kreuzreagieren. HLA-B27 reguliert wichtige Funktionen des menschlichen Immunsystems. Klebsiella pneumoniae steht im Verdacht, über diesen Mechanismus auch Autoimmunreaktionen wie z.B. Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) auszulösen.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Klebsiella pneumoniae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c J.P. Euzéby: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature – Genus Klebsiella.
  2. H. Yigit, A. M. Queenan u. a.: Novel carbapenem-hydrolyzing beta-lactamase, KPC-1, from a carbapenem-resistant strain of Klebsiella pneumoniae. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy. Band 45, Nummer 4, April 2001, S. 1151–1161, ISSN 0066-4804. doi:10.1128/AAC.45.4.1151-1161.2001. PMID 11257029. PMC 90438 (freier Volltext).
  3. Ashfaque Hossain et. al.:Plasmid-Mediated Carbapenem-Hydrolyzing Enzyme KPC-2 in an Enterobacter sp. Antimicrob Agents Chemother. 2004 November; 48(11): 4438–4440.doi: 10.1128/AAC.48.11.4438-4440.2004
  4. Ben M. Lomaestro: The Spread of Klebsiella pneumoniae Carbapenemase–Producing K. pneumoniae to Upstate New York, Clinical Infectious Diseases, Vol. 43, 2006, S. e26-e28
  5. M. Ogasawara, D.H. Kono, D.T. Yu: Mimicry of human histocompatibility HLA-B27 antigens by Klebsiella pneumoniae. Infect Immun. 1986 March; 51(3): 901–908. PMCID: PMC260984
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