Kleczew

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Kleczew
Wappen von Kleczew
Kleczew (Polen)
Kleczew
Kleczew
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Konin
Fläche: 6,68 km²
Geographische Lage: 52° 22′ N, 18° 11′ O52.37111111111118.176388888889Koordinaten: 52° 22′ 16″ N, 18° 10′ 35″ O
Einwohner: 4240
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 62-540
Telefonvorwahl: (+48) 63
Kfz-Kennzeichen: PKN
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 264 Konin–Kleczew
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 47 Ortschaften
20 Schulzenämter
Fläche: 110,12 km²
Einwohner: 9996
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3010043
Verwaltung
Adresse: pl. Kościuszki 5
62-540 Kleczew
Webpräsenz: www.kleczew.pl

Kleczew ([ˈklɛt͡ʂɛf]) (deutsch Lehmstädt) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Großpolen. Sie ist Sitz des Powiats Koniński und einer Stadt- und Landgemeinde.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kleczew liegt im Osten der Wojewodschaft Großpolen, etwa 15 Kilometer nördlich von Konin.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Kleczew erhielt am 12. Januar 1366 Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Im 16. Jahrhundert erfolgte ein Zuzug von Deutschen und Juden in die Stadt. 1648 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt. Bei der Zweiten Polnischen Teilung kam der Ort 1793 zu Preußen. 1807 wurde er Teil des Herzogtums Warschau und 1815 Teil Kongreßpolens. Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die Tuchproduktion in Kleczew zu entwickeln. Während des Januaraufstands kam es zu Zusammenstößen von Aufständischen der Stadt und russischen Truppen, der schwerste am 10. Juni 1863. 1870 verlor der Ort sein Stadtrecht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ort Teil des wiederentstandenen Polens und erhielt 1919 wieder Stadtrecht. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges marschierte am 12.[2]/15.[3] September 1939 die deutsche Wehrmacht in Kleczew ein und der Ort wurde Teil des Warthelands.[2] Die etwa 1.000 Juden der Stadt wurden am 17./18. August deportiert und später ermordet.[3] Im Januar 1945 marschierte die Rote Armee in das Gebiet ein und der Ort wurde wieder Teil Polens. 1977 wurde Kleczew Verwaltungssitz des Braunkohlebergwerks Konin, dem größten der Wojewodschaft Konin bzw. später der Wojewodschaft Großpolen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Kirche des Heiligen Andreas stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
  • Die Synagoge, errichtet zwischen 1853 und 1868, wird gegenwärtig als Kino genutzt.
  • Der katholische Friedhof wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt und ist noch in Benutzung.
  • Das Gebäude des städtischen Gerichts wurde 1928/1929 errichtet. Heute wird es als Bibliothek genutzt.

Gemeinde[Bearbeiten]

Kleczew ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde mit einer Fläche von 110,12 km² und etwa 10.000 Einwohnern. Zur Gemeinde gehören die folgenden 20 Schulzenämter (sołec):

  • Adamowo
  • Budzisław Górny
  • Budzisław Kościelny (Büßlau 1943–1945)
  • Izabelin
  • Jabłonka (Appelfeld 1943–1945)
  • Janowo
  • Kalinowiec (Miedendorf 1943–1945)
  • Kamionka
  • Marszewo
  • Miłaczew
  • Nieborzyn (Reichhofen 1943–1945)
  • Przytuki
  • Roztoka
  • Sławoszewek (Ruhmingen 1943–1945)
  • Sławoszewo
  • Tręby Nowe
  • Wielkopole (Blachenfeld 1943–1945)
  • Wola Spławiecka
  • Zberzyn
  • Złotków (Goldenwiek 1943–1945)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Stadt verläuft die Wojewodschaftsstraße 264 (droga wojewódzka 264). Diese mündet zwei Kilometer nordwestlich in die Wojewodschaftsstraße 263 und endet im Süden nach 15 Kilometern in Konin.

Kleczew verfügt über keinen Bahnanschluss.

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Posen-Ławica, welcher etwa 80 Kilometer westlich liegt.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Juni 2014.
  2. a b Website der Stadt, Historia, abgerufen am 18. Mai 2009
  3. a b Encyclopaedia of Jewish Communities in Poland, Volume I, Kleczew, Jerusalem 1976, S. 245 (WebCite)
  4. Für 1808, 1827, 1857, 1897, 1921: Encyclopaedia of Jewish Communities in Poland, Volume I, Kleczew, Jerusalem 1976, S. 245, Online (WebCite)
    Für Juni 2008: Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“ (WebCite)