Klein Sankt Paul

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Klein St. Paul
Wappen von Klein St. Paul
Klein Sankt Paul (Österreich)
Klein Sankt Paul
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Sankt Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 68,55 km²
Koordinaten: 46° 50′ N, 14° 33′ O46.83611111111114.541666666667633Koordinaten: 46° 50′ 10″ N, 14° 32′ 30″ O
Höhe: 633 m ü. A.
Einwohner: 1.872 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 27 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9373
Vorwahl: 0 42 64
Gemeindekennziffer: 2 05 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 17
9373 Klein St. Paul
Website: www.klein-st-paul.at
Politik
Bürgermeister: Hilmar Loitsch (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
8 SPÖ, 6 ÖVP, 5 BZÖ
Lage der Marktgemeinde Klein St. Paul im Bezirk Sankt Veit an der Glan
Althofen Brückl Deutsch-Griffen Eberstein Frauenstein Friesach Glödnitz Gurk Guttaring Hüttenberg (Kärnten) Kappel am Krappfeld Klein Sankt Paul Liebenfels Metnitz Micheldorf Mölbling Sankt Georgen am Längsee Sankt Veit an der Glan Straßburg Weitensfeld im Gurktal KärntenLage der Gemeinde Klein Sankt Paul im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Pfarrkirche heiliger Paulus am Hauptplatz
Nischenfiguren der Heiligen Barbara, Katharina und Margaretha in der Pfarrkirche heiliger Paulus
Ortschaft und Propstei Wieting mit Wallfahrtskirche Maria Hilf darüber
Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH mit HOBAS Rohrfabrik an der Görtschitztal Straße B92

Klein Sankt Paul (amtlich Klein St. Paul) ist eine Marktgemeinde mit 1872 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Sankt Veit an der Glan in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Klein Sankt Paul liegt im mittleren Görtschitztal etwa 36 km nordöstlich von Klagenfurt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Görtschitztal auf die Saualpe bis zum Hauptkamm.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in zwölf Katastralgemeinden gegliedert (Buch, Dullberg, Filfing, Grünburg, Kirchberg, Klein St. Paul, Ober St. Paul, Prailing, Sittenberg, Unter St. Paul, Wietersdorf, Wieting) und umfasst folgende 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Buch (11)
  • Drattrum (9)
  • Dullberg (8)
  • Filfing (77)
  • Grünburg (4)
  • Katschniggraben (6)
  • Kirchberg (33)
  • Kitschdorf (119)
  • Klein Sankt Paul (1011)
  • Maria Hilf (0)
  • Mösel (49)
  • Müllergraben (0)
  • Oberwietingberg (66)
  • Prailing (77)
  • Raffelsdorf (16)
  • Sittenberg (81)
  • Unterwietingberg (47)
  • Wietersdorf (31)
  • Wieting (255)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Guttaring Hüttenberg
Kappel am Krappfeld Nachbargemeinden Wolfsberg
Eberstein

Geschichte[Bearbeiten]

Durch die Eisengewinnung im nahen Hüttenberg war das Gebiet der heutigen Gemeinde bereits zur Zeit der Kelten besiedelt. 831 kam das untere Görtschitztal in den Besitz des Erzbistums Salzburg. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit zwischen 1060 und 1088. 1507 wurden Grundherrschaft und Pfarre St. Paul unter Hornburg an das Stift St. Paul im Lavanttal übertragen.

1850 wurde gleichzeitig mit der Errichtung der Gemeinde der Name in Klein Sankt Paul geändert. 1930 erhielt die Gemeinde die Berechtigung zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“. 1973 wurde das Gemeindegebiet um die aufgelöste Ortsgemeinde Wieting sowie die Katastralgemeinde Hinterberg (davor zu Lölling gehörig) erweitert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Klein Sankt Paul
  • Die Hornburg war eine Zwillingsburg (Ober- und Niederhornburg). Die Ruinen der im 12. Jahrhundert errichteten Hauptburg liegen auf dem Gipfel des Hornberges am Westabhang der Saualpe zwischen Eberstein und Klein Sankt Paul. Urkundlich 1140 erwähnt, erfolgte der Ausbau im Jahr 1414. Ursprünglich war sie im Besitz der Grafen von Görz, anschließend der Ministerialen Hornburger. Im 15. Jahrhundert war sie kaiserliches Lehen, 1581 wurde sie an Sigmund Welzer von Eberstein verkauft; 1630 bis 1939 befand sie sich im Besitz der Familie Christalnigg. Die Obere Hornburg war ein rechteckiges Festes Haus aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Östlich der Burg steht die Ruine der gotischen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Von der unteren Hornburg finden sich heute nur noch geringe Reste eines ehemaligen rechteckigen Festen Hauses des 12. Jahrhunderts, im Osten Teile des ehemaligen Berings und eines Wohnbaues des 13./14. Jahrhunderts. Die Hornburg ist seit dem 17. Jahrhundert im Verfall begriffen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Klein Sankt Paul hat 2195 Einwohner (2001), davon sind 95,9 % österreichische Staatsbürger. 84,2 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 4,7 % zur evangelischen Kirche, 0,4 % zum Islam. 6,6 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftlicher Leitbetrieb ist das 1893 gegründete Wietersdorfer Werk der Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH mit rund 180 Arbeitsplätzen. Auf der Saualpe liegen die Schigebiete Weißberger Alm und Klippitztörl. Laut Volkszählung 2001 gibt es 578 Beschäftigte in der Gemeinde und 528 Auspendler. Es gibt 128 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 65 im Haupterwerb), die zusammen 6.053 ha bewirtschaften (1999).

Die Verkehrsanbindung erfolgt über die Görtschitztal Straße (B 92). Die Görtschitztalbahn wird nur für den Güterverkehr genutzt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[2]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Hilmar Loitsch (SPÖ).[3]

Wappen[Bearbeiten]

Die vordere Hälfte des gespaltenen Wappenschilds ist an das Wappen der Herren von Hornburg angelehnt, die als landesfürstliche Vasallen in der Hornburg residierten; es zeigt die Stange eines Hirschgeweihs. In der hinteren Hälfte durch ein stark stilisierten Symbol der örtlichen Zementproduktion die industrielle Gegenwart zum Ausdruck gebracht: Das Innere eines schwarzen, von zwei kleinen Zahnrädern angetriebenen Drehofens ist mit einem roten Flammenwirbel gefüllt, das „Z“ deutet die Verarbeitung von Zement an.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Ein gespaltener Schild. Vorn in Rot eine goldene rechte Stange eines Zehnenders, hinten in Gold ein schwarzer Drehofen; darin in Gold ein im Uhrzeigersinne laufender roter Feuerflammenwirbel, der mit einem goldenen Z belegt ist.“[4]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 5. August 1969 verliehen (Neuverleihung 1974). Die Fahne ist Gelb-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 20. März 2009
  3. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 20. März 2009
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 156

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klein Sankt Paul – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien