Kleinaspergle

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Das Kleinaspergle

Kleinaspergle ist ein hallstattzeitlicher Grabhügel 1000 m südlich des Hohenaspergs zwischen Asperg und Möglingen.

Der Grabhügel[Bearbeiten]

Der Grabhügel hat einen Durchmesser von 60 m und eine Höhe von 7,60 m. Er ist von einem 1,20 m tiefen und 2,50 m breiten Kreisgraben umgeben. In dem Hügel wurden bisher zwei im Aufbau gleiche holzverschalte Grabkammern gefunden. Die altberaubte zentrale Hauptgrabkammer ist 3 m auf 4 m groß und 2,80 m tief in den gewachsenen Boden eingelassen. Die ungestörte Nebengrabkammer im Westabschnitt ist 2 m auf 3 m groß und ebenerdig. Man vermutet, dass die Aufschüttung des Hügels in zwei Schritten erfolgte, zuerst ein kleiner Hügel von 40 m Durchmesser für das Hauptgrab und dann eine Erweiterung dieses Hügels für das Nebengrab. Das aufgeschüttete Material beinhaltet Spuren von Siedlungsschutt und muss in der Nähe großflächig abgetragen worden sein, da der Aushub der Grabenanlage dafür nicht ausreichend ist. Eine sonst übliche Steinsetzung fehlt vollständig.

Funde aus der Nebenkammer[Bearbeiten]

In der unberaubten Nebenkammer findet sich ein reiches Trinkservice: zwei rotfigurige griechische Schalen des 5. Jahrhunderts vor Christus, eine keltische Bronzeschnabelkanne, eine etruskischer Bronzestamnos, eine norditalische Rippenciste aus Bronze und ein keltisches Bronzebecken. Nicht zum Trinkgeschirr gehören eiserne Gürtelhaken, ein Sapropelit-Armring und der reiche Goldschmuck. Eine eindeutige Geschlechtszuordnung ist bei diesem Inventar nicht möglich. Relativchronologisch werden sie als Latène A datiert. Neben der Grabanlage ließ sich eine Werkstatt ausmachen, in der einige Stücke vor der Grablegung vergoldet wurden.

Der vermutete Leichenbrand beinhaltete Goldplättchen, was durch den Ausgräber als Goldverzierung der Totengewandung gedeutet wurde. Es haben sich aber auch Zweifel gemeldet, ob es sich bei dem vermuteten Leichenbrand nicht um Überreste einer weißen Edelkoralle handelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Kimmig: Das Kleinsapergle. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 30. Stuttgart 1998.
  • M. Klee: Archäologie-Führer Baden-Württemberg. Stuttgart 1986.

48.897399.142977Koordinaten: 48° 53′ 51″ N, 9° 8′ 35″ O