Kleine Horen

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Als kleine Horen werden die Gebetszeiten Prim, Terz, Sext und Non im Stundengebet der katholischen Kirche bezeichnet, die zur ersten, dritten, sechsten und neunten Stunde des Tages (etwa 6 Uhr, 9 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr) gebetet werden. Gelegentlich wird auch die Komplet zu den kleinen Horen gerechnet.[1]

Nach uralter Überlieferung pflegten die Christen auch tagsüber zu verschiedenen Stunden private Gebete zu verrichten, auch während der Arbeit, um die Kirche der Apostel nachzuahmen. Im Lauf der Zeit entstanden daraus verschiedene liturgische Feiern. Die Liturgie des Ostens wie des Westens behielt davon die Terz, Sext und Non bei, vor allem deshalb, weil sich mit diesen Horen das Gedenken an bestimmte Ereignisse in der Leidensgeschichte des Herrn und an die erste Ausbreitung des Evangeliums verbindet.[2]

Als kleine Horen werden sie bezeichnet, da sie im Vergleich zu den anderen Gebetszeiten des Stundengebets kurz sind. Sie bestehen aus der Eröffnung „O Gott, komm mir zu Hilfe“, einem Hymnus, drei Psalmen, einer kurzen Schriftlesung (Kapitel) mit Versikel und der Oration mit Entlassruf. Alle, die nicht zum monastischen Chorgebet verpflichtet sind, können aus der Terz, Sext oder Non eine Hore auswählen, die der jeweiligen Tageszeit am besten entspricht[3] und heute als Tageshore oder „Mittagshore“ bezeichnet wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liborius Olaf Lumma: Liturgie im Rhythmus des Tages. Eine kurze Einführung in Geschichte und Praxis des Stundengebets. Pustet, Regensburg 2011, S. 44.
  2. Allgemeine Einführung ins Stundenbuch, 74,75
  3. AES, 77

Weblinks[Bearbeiten]