2-mal-12-Stunden-Zählung

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24-Stunden-Zählung 2-mal-12-Stunden-Zählung
00:00 12:00 a. m./midnight*
00:01 12:01 a. m. (ante meridiem)
01:00 01:00 a. m.
02:00 02:00 a. m.
10:00 10:00 a. m.
11:00 11:00 a. m.
11:59 11:59 a. m. (ante meridiem)
12:00 12:00 p. m./noon*
12:01 12:01 p. m. (post meridiem)
13:00 01:00 p. m.
14:00 02:00 p. m.
22:00 10:00 p. m.
23:00 11:00 p. m.
23:59 11:59 p. m. (post meridiem)
24:00** 12:00 a. m./midnight
* Da 12 a. m. und 12 p. m. mehrdeutig sind, wird häufig noon oder midnight bevorzugt.[1]
** selten
Astronomische Uhr in Ulm
Kleine Uhr: außen mit langem Zeiger mit Hand
Große Uhr: innen mit kurzem Zeiger und Sonne (anstatt von 1 bis 24 ist zweimal von 1 bis 12 beziffert)

Die 2-mal-12-Stunden-Zählung ist die zweimalige Stundenzählung des in 24 gleich lange äquinoktiale Stunden eingeteilten Volltages (der lichte Tag und die Nacht gemeinsam) mit Hilfe der sogenannten Kleinen Uhr.

Die 24-Stunden-Zählung wurde ab dem späten Mittelalter eingeführt, als gleichzeitig mit dem Aufkommen mechanischer Uhren die getrennte Zählung des lichten Tages und der Nacht mit je 12 ungleich langen temporalen Stunden aufgegeben wurde. Aus praktischen Gründen bürgerte sich aber etwa im 16. Jahrhundert wieder eine künstliche Trennung ein, wobei man den Volltag zweimal bis zu einer zwölften Stunde zählte und somit die 2-mal-12-Stunden-Zählung (abgekürzt oft nur 12-Stunden-Zählung genannt) einführte. Die Kleine Uhr macht in 24 Stunden zwei Umdrehungen und zeigt an jeder Stelle des von 1 bis 12 skalierten Zifferblatts immer zwei verschiedene der 24 Stunden des Volltages an: 1 Uhr und 13 Uhr auf der 1, …, 12 Uhr und 24 Uhr auf der 12. Als Gründe für diesen Schritt lassen sich nennen:

  • Die ersten öffentlichen mechanischen Uhren waren schlagende, noch nicht anzeigende Turmuhren. Damit das lästige Verzählen wenigstens ab 13 aufhörte, zählte man ein zweites Mal ab 1.[2]
  • Die Kleine mechanische Uhr ließ sich einfacher und für größere Lebensdauer als die Große Uhr konstruieren.

Gegenwärtige Verwendung[Bearbeiten]

Fast alle gegenwärtig verwendeten Räderuhren sind Kleine Uhren mit den Stundenziffern 1 bis 12. Mitunter sind die Ziffern 13 bis 24 neben den Ziffern 1 bis 12 zusätzlich angebracht, um die 24-Stunden-Zählung zu vereinfachen. Letztere ist die in Fahr- und Stundenplänen fast überall in der Welt offiziell verwendete Zählung. Die 2-mal-12-Stundenzählung wird öffentlich nur noch in Australien, Kanada (mit Ausnahme von Québec), Neuseeland, den Philippinen und den Vereinigten Staaten mit dem Zusatz a. m. (ante meridiem) beziehungsweise p. m. (post meridiem) offiziell benutzt. In vielen europäischen Ländern ist sie noch in der Alltagssprache inklusive besonderen Ausdrücken für Stundenteile verankert, zum Beispiel „Halb vier“ für 15:30 Uhr, mit dem Bezug auf die „angebrochene Stunde“. Bei Viertelstunden stehen regional „Viertel vier“ und „Viertel nach drei“, sowie „Dreiviertel vier“ oder „Viertel vor vier“.

Die lateinischen Abkürzungen „a. m.“ (ante meridiem = vor Mittag) und „p. m.“ (post meridiem = nach Mittag) werden im englischen und spanischen Sprachraum verwendet. In Albanien verwendet man „PD“ und „MD“, in Griechenland verwendet man „𵓠und „µµ“, während in Schweden (wo die 2-mal-12-Stunden-Zählung mittlerweile ihre Bedeutung verloren hat) die Abkürzungen „f.m.“ und „e.m.“ verwendet wurden. Viele andere Sprachen kennen keine offiziellen Abkürzungen für „vormittags“ und „nachmittags“.

Mit dem Aufkommen der digitalen Uhren verliert die 2-mal-12-Stunden-Zählung auch in denjenigen Ländern an Bedeutung, die sie offiziell noch anwenden. Auch im täglichen Leben verliert sie an Bedeutung. Zeigeruhren mit 24-Stunden-Anzeige sind aber selten.

Historische Verwendung in Fahrplänen[Bearbeiten]

Fahrplan Salzkammergut-Lokalbahn von 1896 mit Minutenunterstreichung

Das Fahrplanbuch der Preußischen Staatsbahn enthält folgende Vorbemerkungen: „Die Zeiten von 600 abends bis 559 morgens sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen gekennzeichnet.“ Auf deutschen Eisenbahnfahrplänen waren die Minutenangaben der Nachtzeiten bis 1927 unterstrichen (618 Uhr abends), bei den Tagzeiten entfiel die Unterstreichung (618 Uhr morgens).[3]

Die historische 1-mal-12-Stunden-Zählung[Bearbeiten]

Vor dem Ende des Mittelalters und der Erfindung der mechanischen Uhr wurden Tag und Nacht nur von den Astronomen als zusammengehöriger Zeitabschnitt betrachtet. Das geschah in der griechischen Astronomie spätestens seit Hipparch, wurde vom Hellenismus über die alte Welt verbreitet und auch von der arabischen Astronomie übernommen.

Im öffentlichen Leben wurden Tag und Nacht als getrennte Zeiträume behandelt und für sich in Stunden unterteilt. Eine Unterteilung in jeweils zwölf Temporalstunden (übers Jahr unterschiedlich lang) wurde im Mittelmeerraum etwa seit der klassischen griechischen Antike vorgenommen und verbreitete sich anschließend in ganz Europa. Die Zahl 12 hat einerseits Bezug zum in Babylonien entstandenen Sexagesimalsystem (Rechnen zur Basis 60) und andererseits zu den 12 Mondmonaten, die ein Mondjahr bilden. Sie spiegelt sich über den Umweg der 24-Stunden-Zählung in der heute noch beliebten 2-mal-12-Stunden-Zählung (äquinoktiale Stunden) des Volltages.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Levine: Eine Landkarte der Zeit. Wie Kulturen mit Zeit umgehen (Originaltitel: A Geography of Time, übersetzt von Christa Broermann und Karin Schuler). 16. Auflage, Piper-TB 2978, München / Zürich 2011, ISBN 978-3-492-22978-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  AM. In: American Heritage® Dictionary of the English Language. 5. Auflage. Houghton Mifflin Harcourt, 2011 (online).
  2. Jörg Meyer: Die Sonnenuhr und ihre Theorie. Harry Deutsch, 2008, ISBN 978-3-8171-1824-3, S. 100.
  3. Röll: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 1912.