Kleiner Vogelfuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kleiner Vogelfuß
Kleiner Vogelfuß (Ornithopus perpusillus)

Kleiner Vogelfuß (Ornithopus perpusillus)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Loteae
Gattung: Ornithopus
Art: Kleiner Vogelfuß
Wissenschaftlicher Name
Ornithopus perpusillus
L.

Der Kleine Vogelfuß (Ornithopus perpusillus), auch Mäusewicke genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Kennzeichnend sind seine an Vogelfüße erinnernden Hülsenfrüchte, welche ihm seinen deutschen Namen verliehen.

Erkennungsmerkmale[Bearbeiten]

Der Kleine Vogelfuß wächst niederliegend bis aufsteigend und ist nur am Grunde verzweigt. Die ein- oder mehrjährige Pflanze bildet daher oft kleine "Knäuel". Die Blätter weisen 5 bis 15 Fiederpaare auf. Jedes eiförmige Blattfiederchen ist etwa 2 bis 5 mm lang. Die 3 bis 4 mm kleinen, weißlichen Blüten weisen ein gelbliches Schiffchen und eine rotgestreifte Fahne auf, die etwa so lang wie das gefiederte Hochblatt ist. Die Kronröhre ist höchstens doppelt so lang wie die auffälligen Kelchzähne. Die im Alter gebogenen Hülsenfrüchte sind gegliedert und netznervig. Der Fruchtstand erscheint vogelfußartig.

Detailaufnahme der Blüte

Ökologie[Bearbeiten]

Der Kleine Vogelfuß ist eine einjährige (sommer- und winterannuelle) Pflanze mit einem niederliegenden Stängel als Anpassung an ihren leicht beweglichen, sandigen Standort. Sie besitzt Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien. Die Blüten sind kleine, „Schmetterlingsblumen“. Es findet meist Selbstbestäubung statt. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni. Die Früchte sind gebogene Glieder- bzw. Bruchhülsen, die bei der Reife in 4-7 einsamige Teilfrüchte zerfallen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ornithopus perpusillus besiedelt vornehmlich karge Sand- und Silikattrocken- und halbtrockenrasen. Er ist auch in relativ nährstoffarmen, kurzlebigen Unkrautfluren zu finden. Er besiedelt zwar auch Brachen, sandige Äcker, Wegränder und Kiefernwaldränder, kommt aber vor allem in (Binnen)dünen vor. Er gilt als Kennart des pflanzensoziologischen Verbandes Thero-Airion und hat sein Hauptvorkommen im Digitario-Setarienion und Arnoseridenion. In Deutschland ist er nur selten bis zerstreut zu finden. Sein Verbreitungsareal ist auf die temperaten und meridionalen Bereiche Europas beschränkt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ornithopus perpusillus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien