Kleinheringen

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51.10583333333311.674166666667129Koordinaten: 51° 6′ 21″ N, 11° 40′ 27″ O

Kleinheringen
Höhe: 129 m ü. NN
Einwohner: 76 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1990
Eingemeindet nach: Bad Kösen
Postleitzahl: 06628
Vorwahl: 036461

Kleinheringen ist ein Ortsteil von Bad Kösen, einem Stadtteil der Stadt Naumburg/Saale im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Lage[Bearbeiten]

Kleinheringen liegt am Ostufer der Saale in der Nähe der Mündung der Ilm. Dort zweigt von der Bahnstrecke BerlinErfurt die Strecke nach Saalfeld und München ab. Die Landesstraße 203 und die Landesstraße 1061 verbinden Thüringen mit Sachsen-Anhalt, denn dort endet Thüringen und beginnt das Land Sachsen-Anhalt. Die Muschelkalk-Saaleanhöhen eignen sich in den Südlagen besonders für Wein- und Obstanbau.

Geschichte[Bearbeiten]

Museumsguthof Sonnekalb

Kleinheringen wurde am 12. Februar 1344 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ort gehörte zum Besitz der Schenken von Saaleck[3] aus dem Haus der Schenken von Vargula. 1344 veräußerten sie Kleinheringen mit der Burg Saaleck an die Naumburger Bischöfe, welche aus dem zur Burg gehörigen Gebiet das Amt Saaleck bildeten. Dieses kam im Jahr 1544 an das zum Hochstift Naumburg gehörige Amt Naumburg und mit diesem im Jahr 1564 an das Kurfürstentum Sachsen.[4]

Ein Gabriel Heuwich aus Kleinheringen war 1652 in einen Hexenprozess verwickelt, in welchem ihm Segensprechen und Wahrsagerei vorgeworfen wurden. Der Ausgang ist nicht überliefert.[5]

Kleinheringen gehörte als Teil des Amts Naumburg zwischen 1656/57 und 1718 zum kursächsischen Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz, danach zum Kurfürstentum Sachsen und ab 1806 zum Königreich Sachsen. Nach dem Beschluss des Wiener Kongresses im Jahr 1815 wurde der Ort an das Königreich Preußen abgetreten und dem 1818 neu gebildeten Kreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.[6] Mit dem Übergang zu Preußen wurden bei der Aufhebung alter Besitzverhältnisse 17 Häuser urkundlich erwähnt.

Am 1. Januar 1990 wurde der Ort in Bad Kösen und zu Beginn des Jahres 2010 mit Bad Kösen in Naumburg (Saale) eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1724 wurde die evangelische Kirche gebaut. Am 10./11. April 1945 wurde sie nach Beschuss während der Belagerung von Amerikanern stark beschädigt. Nach der Verwitterung durch Regen, Schnee und Wind wurde sie im April 1970 abgerissen. Der Turmbereich wurde mit einem neuen Dach versehen und dient heute als Gedenkraum. 2012 wurde dieser Raum saniert und das Dach neu eingedeckt.[7]
  • Nach der Wende wurde der Museumsgutshof Sonnekalb eingerichtet. Hier entstanden aus dem ehemals landwirtschaftlich genutzten Gutshof ein Hotel, Restaurant und Tourismusinformationszentrum. Außerdem wurde aus historischen landwirtschaftlichen Geräten ein Museum eingerichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Neben dem Museumsgut existieren in dem kleinen Ort zwei weitere Betriebe, die Bauschlosserei Gneiße und der Kleinheringer Automatenvertrieb GmbH.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Tanzlehrer, Komponist und Musiker Pantaleon Hebenstreit (1668–1750) wurde in Kleinheringen geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtverwaltung Naumburg (Saale)
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 353.
  3. Germania Sacra, Kleinheringen auf S.593 und 677f.
  4. Das Hochstift Naumburg in der Retrobibliothek
  5.  Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 3-412-10602-X, S. 551 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Orte des Kreises Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  7. Beschreibung der 1724 erbauten Kirche von Kleinheringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinheringen – Sammlung von Bildern