Kleinköpfiger Pippau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kleinköpfiger Pippau
Kleinköpfiger Pippau (Crepis capillaris)

Kleinköpfiger Pippau (Crepis capillaris)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Pippau (Crepis)
Art: Kleinköpfiger Pippau
Wissenschaftlicher Name
Crepis capillaris
(L.) Wallr.

Der Kleinköpfige Pippau (Crepis capillaris), auch Kleinblütiger Pippau oder Grüner Pippau genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Pippau (Crepis) in der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Europa häufig anzutreffen und inzwischen weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet.

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten]

Der Kleinköpfige Pippau ist eine einjährige sommerannuelle oder winterannuelle, krautige Pflanze. Die Größe ist je nach Standort variabel und reicht von 10 bis 100 Zentimeter. Die Pflanze enthält Milchsaft. Der überwiegende Teil der fiederspaltigen Laubblätter des Kleinköpfigen Pippaus ist grundständig. Die Blätter am Stängel sind ungestielt und haben eine pfeilförmige Basis. Im Unterschied zum ähnlichen Dach-Pippau sind diese Blätter am Rand nicht eingerollt und haben eine frischgrüne Farbe.

Stängel und Blätter sind unbehaart oder mit wenigen gelblichen Haaren besetzt. Die Stängel sind vielköpfig. Die Einzelköpfchen sind 10 bis 15 Millimeter breit, die Hülle misst 5 Millimeter. Die äußeren Hüllblätter der Köpfchen sind oft nach innen zu diesem hingebogen, oder sie liegen ihm flach an, sie sind flaumig behaart. Die Blütenköpfchen bestehen nur aus Zungenblüten, diese sind goldgelb, an der Außenseite oft auch etwas rötlich. Die Blütezeit liegt zu Beginn des Sommers.

Die Frucht ist eine Achäne. Der Pappus ist in mehreren Reihen angeordnet und weiß. Die Pappusstrahlen sind unverzweigt, biegsam und bei Trockenheit spreizend.

Genetik[Bearbeiten]

Blatt- und Wurzel-Meristeme zeigen Metaphasen mit geringer Chromosomenzahl: 2 n = 6.[1] Das (haploide) Genom besitzt 1 C = 2.10 pg DNA.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Körbchen haben innen eine geringe, außen eine hohe UV-Reflexion und erscheinen deshalb den Bestäubern zweifarbig. Sie werden durch Fliegen und Bienen bestäubt.

Es sind Schirmchenflieger. Außerdem erfolgt auch Zufallsverbreitung durch den Distelfink sowie Verschleppung als Bestandteil von Rasenmischungen.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Der Kleinköpfige Pippau ist im westlichen und südwestlichen Europa verbreitet, in Mitteleuropa könnte er als Archäophyt eingeführt worden sein. Inzwischen ist er weltweit in den gemäßigten Zonen zu finden. In den Alpen steigt er bis in Höhenlagen von 1300 Meter.

Der Kleinköpfige Pippau wächst verbreitet in etwas mageren Wiesen und Weiden oder in Parkrasen der Tieflagen, auch in Unkrautfluren an Wegen, auf Schuttplätzen und in Brachen. Er liebt kalk- und stickstoffarmen, frischen Untergrund. Nach Ellenberg ist er eine Halblichtpflanze, ozeanisch verbreitet, ein Frischezeiger und eine Verbandscharakterart der Weidelgras-Kammgrasweiden (Cynosurion).

Belege[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen deutschlands. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 540.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 7 Auflage. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7, S. 993.
  • R. Düll, H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 6. Auflage.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emil Heitz: Elemente der Botanik. Eine Anleitung zum Studium der Pflanze durch Beobachtungen und Versuche an Crepis capillaris (L.) Wall. Springer, Wien 1950. Dort S. 86ff: Chromosomen.
  2. Pflanzen-Genome: [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinköpfiger Pippau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien