Kleinkahl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kleinkahl
Kleinkahl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kleinkahl hervorgehoben
50.1061111111119.2625296Koordinaten: 50° 6′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schöllkrippen
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km²
Einwohner: 1825 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63828
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 135
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Webpräsenz: www.gemeinde-kleinkahl.de
Bürgermeisterin: Angelika Krebs (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Kleinkahl im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Kleinkahl
Die Pfarrkirche St. Josef in Kleinkahl

Kleinkahl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kleinkahl liegt in der Region Bayerischer Untermain, am westlichen Rande des Spessarts, im oberen Kahlgrund an den beiden Wasserläufen Kahl und Kleine Kahl.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kleinkahl hat acht amtlich benannte Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[2])[3] auf fünf Gemarkungen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Huckelheimer Wald
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Biebergemünd
Gemeinde
Westerngrund
Nachbargemeinden Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Markt
Schöllkrippen
Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Kleinkahl leitet sich von dem Fluss Kahl ab[4], der durch den Ort fließt. Der Zusatz "Klein" wurde verwendet, um den Ort von Großkahl, Sommerkahl, Feldkahl und Kahl am Main zu unterscheiden.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1554 Kahl
  • 1564 Kalde
  • 1670 Khal
  • 1681 Kaal
  • 1819 Kahl links vom Kahlfluße
  • 1830 Kaal im Grund
  • 1842 Kahl im Grunde
  • 1850 Oberkahl
  • 1867 Kleinkahl

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Teil des heutigen Gemeindegebietes lag im Erzstift Mainz und wurde 1803 zugunsten des Erzkanzlers von Dalberg säkularisiert. Der Rest lag in der Herrschaft Krombach der Grafen von Schönborn und fiel bei der Mediatisierung 1806 an das Fürstentum Aschaffenburg. Mit ihm kam der Ort 1814 zum Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Kleinkahl.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kleinkahl lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kleinkahl war nun eine der 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken (Kfz-Kennzeichen ALZ). Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kam Kleinkahl in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Kleinkahl, Großlaudenbach und Kleinlaudenbach zur neuen Gemeinde Kleinkahl zusammengeschlossen.[5]

Am 1. Januar 1976 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Edelbach eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1.469 Einwohner[6]
  • 1970: 1.608 Einwohner[6]
  • 1987: 1.582 Einwohner
  • 2000: 1.842 Einwohner
  • 2011: 1.859 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion Wählergemeinschaft/CSU gehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,8 %. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Angelika Krebs (Wählergemeinschaft).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Domdechant Karl Staab, geb. 17. März 1875, gest. 18. Januar 1954, Priesterweihe am 30. Juli 1899
  • Norbert Geis, deutscher Politiker (CSU), von 1971 bis zur Gebietsreform 1972 Bürgermeister der heutigen Gemarkung Edelbach, von 1972 bis 1978 Gemeinderat von Kleinkahl, seit 1987 Bundestagsabgeordneter

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung
Durch einen von Silber und Blau gespaltenen Wellenpfahl gespalten von Rot und Gold, vorne ein silbernes Glas (Spechter), hinten eine rote Burg mit drei Zinnentürmen

Wappengeschichte
Der von Silber und Blau gespaltene Wellenpfahl weist auf die geografische Lage der Gemeinde am Fluss Kahl hin, der durch die Ortschaft fließt. Seit der Gebietsreform von 1970 besteht die Gemeinde Kleinkahl aus fünf Ortsteilen: Kleinkahl und Kleinlaudenbach am linken Kahlufer, Großkahl und Großlaudenbach am rechten Ufer. Edelbach liegt etwas weiter entfernt. Der Fluss, der seinen Ursprung 2 bis 3 km entfernt hat, war im Mittelalter eine politische Grenze. Das Glas im vorderen Wappenteil ist ein so genannter „Spechter“ und weist auf die örtliche Glasproduktion seit dem Mittelalter hin. Die Farben Silber und Rot sind die Farben des Mainzer Kurstaats, zu dem das Gebiet bis 1803 gehörte. Die hintere Wappenhälfte zeigt das Wappen der Familie Ulner von Dieburg, einer aristokratischen Familie, die vom 15. bis 17. Jahrhundert im Gemeindegebiet nachgewiesen ist. Das Ulnersche Wappen wurde nicht nur für diese Familie in das Wappen genommen, sondern auch als Hinweis auf die Grafen von Rieneck und von Schönberg.
Das Wappen wird seit dem 18. Oktober 1985 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kleinkahl

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 674 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 8 T€.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 160 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 27 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 667. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 563 ha, davon waren 162 ha Ackerfläche und 399 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Dr.-Karl-Staab-Schulhaus in Kleinkahl

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: Januar 2011):

  • Kindergarten Spatzennest im Ortsteil Edelbach mit drei Gruppen, darunter eine Kleinkindgruppe
  • Pfarrbücherei im Erdgeschoss des Rathauses
  • Grundschule im Dr.-Karl-Staab-Schulhaus (Erbaut 1907, generalsaniert 1997–1998)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohner Kleinkahl (Stand: 20. Juni 2012)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/001602&attr=OBJ&val=1543
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 119.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  6. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinkahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien