Kleinniedesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kleinniedesheim
Kleinniedesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kleinniedesheim hervorgehoben
49.5877777777788.3227777777778101Koordinaten: 49° 35′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Lambsheim-Heßheim
Höhe: 101 m ü. NHN
Fläche: 3,88 km²
Einwohner: 953 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67259
Vorwahl: 06239
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 015
Adresse der Verbandsverwaltung: Mühltorstraße 25
67245 Lambsheim
Webpräsenz: www.kleinniedesheim.de
Ortsbürgermeister: Ewald Merkel
Lage der Ortsgemeinde Kleinniedesheim im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
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Kleinniedesheim, pfälzisch auch Klänidsem oder oft nur Nidsem, ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Mit ihren rund 900 Einwohnern ist sie die kleinste Kommune des Rhein-Pfalz-Kreises und die einzige, die weniger als 1000 Einwohner hat. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim an.

Geschichte[Bearbeiten]

Chronik[Bearbeiten]

Kleinniedesheim ist eine fränkische Ortsgründung aus dem 6./7. Jahrhundert und wurde zum ersten Mal 1190 im Lehensverzeichnis von Werner II. von Bolanden als Uzelnheim erwähnt. Im 16. Jahrhundert hatte sich der Name über Ützelheim, Nützelheim, Nitzelsheim zu Nittelheim gewandelt. Wegen der Namensähnlichkeit und gleichen Geschichte mit Nittesheim nahmen beide Orte den gleichen Namen mit Unterscheidung durch die Vorsilben Groß- und Klein- an.

Die Geschichte von Kleinniedesheim entspricht weitgehend der von Großniedesheim. Bis 1969 gehörte der Ort zum ehemaligen Landkreis Frankenthal (Pfalz).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Aus dem Jahr 1667 liegt mit 134 Einwohnern die erste Bevölkerungszahl vor. Eine stärkere Bevölkerungszunahme gab es erst im 18. Jahrhunderts während der wirtschaftlichen Blütezeit unter der Regierung von Kurfürst Karl Theodor. Durch Neuansiedler, hauptsächlich Kleinbauern, kam es Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem starken Bevölkerungsanstieg von 242 Einwohnern im Jahr 1801 auf 410 im Jahr 1836. Die Ortsgrenzen aus dem kurz darauf im Jahr 1842 erstmals erstellten exakten Ortsgrundriß blieben bis zum Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten. Ebenso wuchs die Bevölkerungszahl kaum an, 1939 betrug sie 437. Anders als viele umliegende Ortschaften blieb Kleinniedesheim lange Zeit landwirtschaftlich geprägt. Trotz der Nähe zu den Städten Worms und Frankenthal wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Ausweisung von Neubaugebieten im Nordosten Wohnsiedlungen für auswärts beschäftigte Arbeiter und Angestellte angelegt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kleinniedesheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 2 3 7 12 Sitze
2009 2 3 7 12 Sitze
2004 2 2 8 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kleinniedesheim e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Ortsbürgermeister 2009 setzte sich Ewald Merkel (FWG) mit 70,7 Prozent der Stimmen durch. Er löste Norbert Buch ab. Merkel wurde 2014 mit 68,7 Prozent wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein grüner Eichenzweig mit zwei grünen Eicheln und einem grünen Eichenblatt“.

Es geht zurück auf das gemeinsame Gerichtssiegel von Groß- und Kleinniedesheim aus dem 15. Jahrhundert und verweist mit dem Eichenzweig auf die ehemalige Ortsherrschaft der Herren von Falkenstein.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss von der Gartenseite
Schloss

Das Kleinniedesheimer Schloss (aus Verwandtschaftsgründen auch Propst Maudraisches Schloss genannt) wurde in den Jahren 1733 bis 1735 vom kurkölnischen Geheimen Rat von Steffne erbaut und von dessen Sohn an Carl Christoph von Gagern verkauft. Es hatte seitdem oft wechselnde Eigentümer. Heute gehört der südliche Teil des Schlosses und der Schlosshof der Familie Westkirch, deren Vorfahren aus Amsterdam stammen. Der Nordflügel und ein Teil des Westflügels mit dem Eingangsportal sind Eigentum der Gemeinde, die es als Gemeindehaus nutzen. In den Jahren 1985 bis 1988 wurde das Schloss umfangreich renoviert.

Pavillon und Schlossgarten
Pavillon im Schlossgarten

Der südländisch anmutende Pavillon im Schlossgarten dient heute als Standesamt und ist ein Wahrzeichen Kleinniedesheims.

Protestantische Kirche

Die protestantische Kirche wurde in den Jahren 1725/26 erbaut und im Jahr 1966 renoviert.

Gemeindehaus

Das alte Gemeindehaus wurde im Jahr 1766 erbaut. Heute ist die Gemeindeverwaltung im Schloss untergebracht.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kleinniedesheim

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinniedesheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen