Pony (Pferd)

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Pony-Fohlen im Wildpark Potzberg

Ponys sind Pferde, die weniger als 148 cm im Stockmass aufweisen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es gibt typische Ponyrassen, welche sich durch stämmigen Wuchs, reiches Langhaar, starke Nerven und Leichtfuttrigkeit auszeichnen. Beispiele für typische Ponyrassen sind Shetlandpony, Dartmoor-Pony, Exmoor-Pony, New-Forest-Pony, Isländer und Highland-Pony.

Andere Ponyrassen sind auf Reitpferdepoints, beispielsweise raumgreifende Gänge und Springvermögen gezogen und werden im Ponysport eingesetzt. Beispiele hierfür sind Welsh-Pony, Connemara-Pony und Deutsches Reitpony. Diese Ponyrassen wurden mit Arabern veredelt.

Fütterung[Bearbeiten]

Die Fütterung von typischen Ponyrassen unterscheidet sich von der Fütterung von Warmblütern. Ein typisches Pony benötigt wesentlich weniger Kraftfutter als ein Warmblüter. Ohne Arbeit, in der Erhaltungsfütterung, können im Sommer eine gute Weide und im Winter Heu und Wasser genügen.[1] Je nach Bedarf ist es angebracht, Mineralfutter zu geben. Eine große Gefahr geht von übermäßig fetten Weiden und zu viel Kraftfutter aus, die Hufrehe, Kreuzverschlag und Koliken auslösen können. Auch ein Übermaß an Mineralfutter kann Hufschäden verursachen.

Etymologie von Pony[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Pony stammt ursprünglich vom lateinischen pullus in der Bedeutung von Fohlen (später auch pullanus ‚junger Hengst‘). Aus dann altfranzösisch poulain oder poulent wurde im Schottischen poulenet in der Aussprache „pulnei“ und später „punei“ in der Schreibweise powney, was dann zu englisch powny und schließlich pony führte, welches dann im 19. Jahrhundert von dort entlehnt wurde.[2] Pierers Universallexikon von 1847 führt bereits an, dass Ponys „… eine sehr kleine, zierliche, aber kräftige u. stark behaarte Pferderasse“ sind und man „[…] die kleinsten Ponies […] auf den Shetlandsinseln, Island, Norwegen, Öland u. Corsica; etwas größer [in] Wales, Galloway, Sardinien u. den Pyrenäen findet.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Kinderponys[Bearbeiten]

Die typischen Ponysrassen sind insbesondere für Kinder und kleinere, leichtere Reiter und Reiterinnen geeignet.

Freizeitpferde[Bearbeiten]

Isländer,[4] Haflinger und Norweger können aufgrund ihres kräftigen Körperbaus auch schwere Erwachsene tragen. Für ungeübte Reiter sind die typischen Ponyrassen besser geeignet als Großpferde, da sie ein im Rücken schwingendes Großpferd mit ausgreifenden Gängen meist noch nicht aussitzen können.

Für Isländer gibt es eigene Breitensport-Wettbewerbe, die Hestadagar, sowie eine Turnierszene mit Gangprüfungen.

Ponysport[Bearbeiten]

Ponyreiter sind im Pferdesport die Altersklasse bis 16 Jahre. Für die Teilnahme an Ponyturnieren muss das Stockmass des Ponys bescheinigt werden.[5] Sportponys, die nahe an das erlaubte Stockmass von 148 cm herankommen, werden als Endmassponys bezeichnet. Endmassponys sehen aus wie Miniatur-Reitpferde und können von ihrem leichten Körperbau her Erwachsene meist nicht über längere Zeit hinweg tragen.[6] Es gibt sowohl Spring- als auch Dressurprüfungen für Ponyreiter.[7]

Im Fahrsport können auch Erwachsene an Ponyprüfungen teilnehmen.

Kleinpferd[Bearbeiten]

In Deutschland gab es früher nicht nur die international übliche Unterscheidung zwischen Pony und Pferd, sondern zusätzlich auch noch die Bezeichnung Kleinpferd. Das Kleinpferd war dabei mit einer Größe von mehr als 130 cm und weniger als 147,3 cm zwischen dem Pony und dem Großpferd angesiedelt.[8] Heute wird der Begriff im Zusammenhang mit Pferdehaftpflichtversicherungen verwendet, bei denen sich die Tarife nach Klein- und Großpferd unterscheiden und schließt Ponys mit ein.[9]

Rassen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ponies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kleinpferd – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hobbylexikon Pferde, Stichwort Ponyfütterung, 1976, Luzern, Frankfurt am Main
  2. Duden 7, Herkunftswörterbuch, Bibliographisches Institut Zürich, 1963, Seite 520,
  3. Pony. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Bd. 13, Altenburg 1861, S. 358 (online bei zeno.org).
  4. Angabe von einem Islandpferdehof zum Tragevermögen von Isländern
  5. Messbescheinigung, FN
  6. Angabe von einer Reitschule zum Reitergewicht, Cavallo
  7. Pferdesportverband Schleswig-Holstein Ponysport
  8. Hobbylexikon Pferde, Stichwort Kleinpferd, 1976, Luzern, Frankfurt am Main
  9. Beispiel für eine Pferdehaftpflichversicherung deren Tarife vom Stockmass abhängen