Klett Gruppe

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48.7724499.165937Koordinaten: 48° 46′ 21″ N, 9° 9′ 57″ O

Ernst Klett Aktiengesellschaft
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1995
Sitz Stuttgart, Deutschland

Leitung

  • Philipp Haußmann, Vorstandssprecher
  • Thomas Baumann, Vorstand
  • Stefan Hartl, Finanzdirektor
  • Michael Klett, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 2.878 (2013)
Umsatz 449.9 Mio. Euro (2013)
Branche Lehrwerke, Lernsoftware, Unterrichts- und Lernmaterialien, Bildungseinrichtungen
Website www.klett-gruppe.de

Die Ernst Klett Aktiengesellschaft (Eigenschreibung: Klett Gruppe) ist eine Aktiengesellschaft in Deutschland, die als Holdinggesellschaft für die Teilunternehmen agiert. Ihr Geschäftszweck ist lt. Satzung der Betrieb von Verlagen und Bildungsdienstleistungen (als da sind Schulen, Hochschulen etc.), der Erwerb, das Halten und Verwalten sowie die Veräußerung von bzw. an Beteiligungen an anderen Unternehmen sowie die Übernahme der Geschäftsführung von Handelsgesellschaften. [1].

Zur Klett Gruppe zählt u.a. der Ernst Klett Verlag, der der größte deutsche Schulbuchverlag war (Stand: 2010).[2][3]

Die Gruppe ist mit 61 Unternehmen an 36 Standorten in 14 Ländern präsent und brachte im Jahr 2013 mehr als 2.600 Neuerscheinungen auf den Markt. Insgesamt sind rund 41.000 Titel lieferbar. Im Jahr 2013 erwirtschaftete die Gruppe mit rund 2800 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 450 Millionen Euro. Damit liegt die Gruppe an zweiter Stelle im Ranking der größten deutschen Verlage[4] und an erster Stelle der Schulbuchverlage.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Gruppe gehen zurück auf das Jahr 1897. Damals wurde die Carl Grüninger Verlagsbuchhandlung/Königliche Hofbuchdruckerei zu Gutenberg in eine oHG umgewandelt, deren Teilhaber der Kaufmann Ernst Klett und sein Schwager Julius Hartmann waren. Seitdem befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. 1900 wurde ein Teil des Areal-Geländes an der Stuttgarter Rotebühlstraße erworben, wo sich auch heute noch der Stammsitz des Unternehmens befindet. Ab 1928 firmierte das Unternehmen unter dem Namen Ernst Klett. Mit der Übernahme des Schulbuchprogramms des Bonz-Verlages wurde Klett der größte Anbieter von Schulbüchern in Württemberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigte der Verlag eine Lizenz der amerikanischen Militärregierung um wieder Bücher zu veröffentlichen. Klett erhielt die Lizenz am 29. November 1945. Zwischen 1963 und 1967 entstand in Korb ein neues Werkgelände, in dem heute der Vertrieb und die Auslieferung abgewickelt werden.[6]

Die 1970er Jahre brachten eine Erweiterung des Verlagsprogramms und führten zu Neugründungen (z.B. PONS, Klett-Cotta Verlag), Zukäufen und Beteiligungen an Verlagen. Im Jahr 1989 wurde mit der Druckerei eines der traditionellen Standbeine des Unternehmens aufgegeben.

Zur Stärkung der Unternehmensaktivitäten wurden in den 1990er Jahren der Ausbau und Erwerb sowie die Gründung von Bildungseinrichtungen, Verlagen und Zeitschriften vorangetrieben. 1995 bringt die Umwandlung der erst 1992 gegründeten Ernst Klett GmbH & Co. KG in eine Aktiengesellschaft.[7]. Die Klett Gruppe expandierte in den folgenden Jahren ins europäische Ausland und entwickelte sich zu einem Bildungsunternehmen. Zudem gründete das Unternehmen 1994 die Deutsche Weiterbildungsgesellschaft (DWG) und baute den Bereich der Fernschulen und Fernhochschulen auf und aus. Die Gründung der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft im Jahr 2005 ist Wegmarke im gezielten Aufbau des Geschäftsbereichs Erwachsenen- und Weiterbildung und der Entwicklung der Klett Gruppe zu einem vielfältigen Bildungsunternehmen.

Im Mai 2009 trat Michael Klett von seinem Vorstandsvorsitz zurück. Dem aktuellen Vorstand gehören Thomas Baumann und Philipp Haußmann an. Mit Philipp Haußmann, dem Neffen von Michael Klett, ist bereits die vierte Generation der Verlegerfamilie im Unternehmen vertreten.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Die einzelnen Geschäftsfelder der Gruppe gliedern sich in folgende Hauptbereiche: Bildungsverlage, Erwachsenen- und Weiterbildung, Publikumsverlage, Fachinformationen, Auslieferung und Vertrieb sowie Schulen, Krippen und Kitas.[8]

Der größte Geschäftsbereich sind die Bildungsverlage, mit einem Umsatzanteil von 52,8 % im Jahr 2013. An zweiter Stelle folgt die Erwachsenen- und Weiterbildung mit einem Anteil von 29,2 %. Drittgrößter Umsatzanteil wird von dem Bereich Fachinformation mit 12,4 % beigesteuert.[9]

Bildungsverlage[Bearbeiten]

  • C. Bange Verlag
  • Difusión Centro de Investigacion y Publicaciones de Idiomas, Barcelona/Spanien
  • Editions Maison des Langues, Paris/Frankreich
  • Ernst Klett Sprachen
  • Ernst Klett Verlag
  • Klett-Langenscheidt GmbH
  • KLETT Bulgaria, Sofia/Bulgarien
  • Klett Hellas, Alimos/Griechenland
  • Klett Kiadó Könyvkiadó, Budapest/Ungarn
  • Klett nakladatelstvi, Prag/Tschechien
  • Klett und Balmer AG, Baar/Schweiz
  • MANZ Verlag
  • Österreichischer Bundesverlag Schulbuchverlag
  • PONS
  • Wydawnictwo LektorKlett, Posen/Polen
  • Zalozba Rokus Klett, Ljubljana/Slowenien

Erwachsenen- und Weiterbildung[Bearbeiten]

Im deutschen Weiterbildungsmarkt ist die Klett Gruppe der führende private Anbieter von Fernhochschulen und Fernfachhochschulen. Alle in Deutschland angebotenen Fernkurse der Gruppe sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen und die Studiengänge sind von den nationalen Zulassungsinstitutionen akkreditiert. Die Gruppe zählt jährlich mehr als 185.000 Fernkursteilnehmer und Studierende. Im deutschen Weiterbildungsmarkt ist die Klett Gruppe damit der führende private Anbieter.

Die Unternehmen in der Erwachsenen- und Weiterbildung sind in der Deutschen Weiterbildungsgesellschaft zusammengefasst.[10]

Deutsche Weiterbildungsgesellschaft:

Publikumsverlage[Bearbeiten]

Zu den Publikumsverlagen der Klett Gruppe zählen:

Fachinformationen[Bearbeiten]

Auf das Gebiet der Fachinformationen haben sich in der Klett Gruppe folgende Verlage spezialisiert:

AAP Lehrerfachverlage:

Schulen, Krippen, Kitas[Bearbeiten]

  • Galileo Grundschule und Kindertagesstätte
  • Seepferdchen Kinderkrippen
  • SIS Swiss International School, Zürich/Schweiz
  • Villa Luna Kindertagesstätten

Auslieferung und Vertrieb[Bearbeiten]

  • Ernst Klett Vertriebsgesellschaft
  • Stuttgarter Verlagskontor (SVK)
  • Balmer Bücherdienst (BBD), Einsiedeln/Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtsgericht Stuttgart Aktenzeichen: HRB 17521
  2.  Handelsblatt.com (Hrsg.): Zeitenwende im Klett-Verlag. 26. Mai 2003 (HTML, abgerufen am 30. August 2010).
  3.  manager magazin (Hrsg.): Die erfolgreichsten Verlage. (HTML, abgerufen am 30. August 2010).
  4.  Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG (Hrsg.): 100 größte Verlage. (HTML, abgerufen am 30. August 2010).
  5.  manager magazin (Hrsg.): Die erfolgreichsten Verlage. (HTML, abgerufen am 30. August 2010).
  6.  Ernst Klett AG (Hrsg.): 2010 Klett Gruppe. Historie. S. 8 (PDF 2.2MB, abgerufen am 30. August 2010).
  7.  Ernst Klett AG (Hrsg.): 2010 Klett Gruppe. Historie. S. 9 (PDF 2.2MB, abgerufen am 30. August 2010).
  8.  Ernst Klett AG (Hrsg.): 2010 Klett Gruppe. Die Geschäftsbereiche. S. 10 (PDF 2.2MB, abgerufen am 30. August 2010).
  9.  Ernst Klett AG (Hrsg.): Webseite Klett Gruppe. Umsatz der einzelnen Geschäftsbereiche 2013. ([1], abgerufen am 31. Juli 2014).
  10.  Ernst Klett AG (Hrsg.): 2010 Klett Gruppe. Erwachsenen- und Weiterbildung. S. 16 (PDF 2.2MB, abgerufen am 30. August 2010).