Kletternder Gift-Sumach

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Kletternder Gift-Sumach
Toxicodendron radicans 001.JPG

Kletternder Gift-Sumach (Toxicodendron radicans)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Gattung: Toxicodendron
Art: Kletternder Gift-Sumach
Wissenschaftlicher Name
Toxicodendron radicans
(L.) Kuntze
Blätter
Blüten
Früchte

Der Kletternde Giftsumach[1] (Toxicodendron radicans, häufiges Synonym: Rhus radicans) ist ein kriechender oder mit Haftwurzeln kletternder, giftiger Strauch mit spärlich behaarten oder kahlen Trieben aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Nord- und Südamerika und im Osten Asiens.

Der Kletternde Giftsumach (Toxicodendron radicans) wird im Englischen auch Poison Ivy ("Giftefeu") genannt, ist jedoch mit den echten Efeuarten, der Gattung Hedera nicht näher verwandt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Kletternde Giftsumach ist ein am Boden kriechender, aufrechter oder mir Haftwurzeln kletternder, giftiger Strauch mit spärlich behaarten oder kahlen Trieben. Die Laubblätter sind dreizählig gefiedert. Die Blättchen sind eiförmig bis rhombisch, 5 bis 12 Zentimeter lang, zugespitzt mit abgerundeter Basis und ganzrandigem oder spärlich buchtig gesägtem Blattrand. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, kahl und glänzend, die Unterseite ist mehr oder weniger behaart.[2]

Die Blüten wachsen in 5 bis 6 Zentimeter langen Rispen. Sie blühen im Juni und Juli. Die grauweißen Früchte sind kahl oder selten kurz behaart.[2][3]

Inhaltsstoffe und Giftwirkung[Bearbeiten]

Der Kletternde Giftsumach enthält in seinem Harz wie auch andere nordamerikanische Vertreter der Gattung Urushiole, die sich mit Eiweißstoffen der Haut verbinden und damit eine allergische Reaktion auslösen können, die zu einer Entzündung mit Schmerzen, Erwärmung, Hautrötung und Schwellungen verbunden ist. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf die Inhaltsstoffe, doch nimmt die Empfindlichkeit mit dem Alter zu.[4]

Verbreitung[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Nordamerika in Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko, weiters auf den Bahamas, Bermuda und in Guatemala, in China, Taiwan und Japan, auf den Kurilen und auf Sachalin.[5] Der Kletternde Giftsumach wächst in Heide- und Dünenlandschaften, auf mäßig trockenen bis frischen, sauren bis schwach sauren, mäßig nährstoffreichen Böden an licht- bis halbschattigen, kühl gemäßigten Standorten. Die Art ist mäßig frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 4 zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −34,4 bis −28,9 °C (−30 bis −20 °F).[2]

Systematik[Bearbeiten]

Der Kletternde Giftsumach (Toxicodendron radicans) ist eine Art aus der Gattung Toxicodendron in der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Dort wird die Gattung der Unterfamilie Anacardioideae zugeordnet.[6] Die Vertreter der Gattung werden manchmal auch der Gattung Rhus zugeordnet.[5] Die Art wurde 1753 von Carl von Linné als Rhus radicans erstmals wissenschaftlich beschrieben.[7] Carl Ernst Otto Kuntze ordnete die Art der Gattung Toxicodendron zu.[5] Der Gattungsname Toxicodendron wird aus den beiden griechischen Ausdrücken toxicon für „Gift“ und dendron für „Baum“ zusammengesetzt.[8] Das Artepitheton radicans bedeutet „Wurzeln bildend“.[9]

Es werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter:

  • Toxicodendron radicans subsp. eximium, mit einem Verbreitungsgebiet in den Vereinigten Staaten und Mexiko[10]
  • Toxicodendron radicans subsp. hispidum, in Asien[11]
  • Toxicodendron radicans subsp. radicans, in Kanada, den Vereinigten Staaten und in der Karibik[12]
  • Toxicodendron radicans subsp. verrucosum in den Vereinigten Staaten und Mexiko[13]

Verwendung[Bearbeiten]

Der Kletternde Giftsumach wird nur sehr selten verwendet.[2] Trotz der Giftigkeit der Art und die Wirkung auf die Haut, wurde von verschiedenen Anwendungen der indigenen Bevölkerung berichtet, darunter die Herstellung von Körben und das Einfärben von Textilien.[4]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  David S. Senchina: Ethnobotany of poison ivy, poison oak, and relatives (Toxicodendron spp., Anacardiaceae) in America: Veracity of historical accounts. In: The New England Botanical Club, Inc. (Hrsg.): Rhodora. 108, 2006, S. 203-227, doi:10.3119/0035-4902(2006)108[203:EOPIPO]2.0.CO;2.
  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 535.
  •  Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 723-724.
  •  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-73-3, S. 349.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 525, 649.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze. S. 535 und nach Fitschen: Gehölzflora. S. 724.
  2. a b c d Roloff u. a.: Flora der Gehölze. S. 535.
  3. Fitschen: Gehölzflora. S. 723–724.
  4. a b Senchina: Ethnobotany of poison ivy, poison oak, and relatives (Toxicodendron spp., Anacardiaceae) in America: Veracity of historical accounts, S. 203–227.
  5. a b c Toxicodendron radicans. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  6. Toxicodendron radicans. In: Flora of Missouri. www.efloras.org, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  7. Rhus radicans. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  8. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 649.
  9. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 525.
  10. Toxicodendron radicans subsp. eximium. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  11. Tianlu Min, Anders Barfod: Toxicodendron radicans subsp. hispidum In: Flora of China. Band 11, S. 349.
  12. Toxicodendron radicans subsp. radicans. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  13. Toxicodendron radicans subsp. verrucosum. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kletternder Gift-Sumach (Toxicodendron radicans) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien