Kleve

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kleve (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kleve
Kleve
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kleve hervorgehoben
51.78756.135277777777812Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 97,76 km²
Einwohner: 47.826 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 489 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47533
Vorwahlen: 0 28 21
Kfz-Kennzeichen: KLE
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 036
Adresse der
Stadtverwaltung:
Landwehr 4-6
47533 Kleve
Webpräsenz: www.kleve.de
Bürgermeister: Theodor Brauer (CDU)
Lage der Stadt Kleve im Kreis Kleve
Niederlande Krefeld Kreis Borken Kreis Viersen Kreis Wesel Bedburg-Hau Emmerich am Rhein Geldern Goch Issum Kalkar Kerken Kevelaer Kleve Kranenburg (Niederrhein) Rees Rheurdt Straelen Uedem Wachtendonk WeezeKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Kleve (kleverländisch: Kleff, niederländisch: Kleef, französisch: Clèves, lateinisch: Clivia, amtliche Schreibweise bis 20. Juli 1935: Cleve[2]) liegt am unteren Niederrhein an der deutsch-niederländischen Grenze und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Sitz des Kreises Kleve, Mittelzentrum und Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Als Kurort und Mittelpunkt des gleichnamigen Herzogtums hatte Kleve lange Zeit eine überregionale Bedeutung.

Geographie und Bevölkerung[Bearbeiten]

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten]

Die Stadt Kleve grenzt im Norden an die Gemeinde Millingen aan de Rijn (Provinz Gelderland, NL), die Gemeinde Rijnwaarden (Provinz Gelderland, NL) und die Stadt Emmerich am Rhein, im Osten an die Stadt Kalkar, im Süden an die Gemeinde Bedburg-Hau und die Stadt Goch und im Westen an die Gemeinde Kranenburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt Kleve gehören 14 Stadtteile zur Stadt:[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stichtag Einwohner[4]
1. Dezember 1910 18.135
17. April 1939 21.784
15. Mai 1945 6.149
19. Juli 1945 13.280
1. April 1946 23.327
1. April 1947 25.077
1. April 1948 25.962
1. April 1949 27.401
1. April 1950 28.740
1. April 1951 30.138
1952 30.424
1. April 1953 * 18.642
1. April 1954 19.357
1. April 1955 19.676
1. April 1956 19.939
1. April 1957 20.191
1. April 1958 20.561
1. April 1959 20.811
31. Dezember 1960 21.129
31. Dezember 1961 21.845
31. Dezember 1962 21.967
31. Dezember 1963 22.503
* nach der Ausgemeindung
Stichtag Einwohner [4]
31. Dezember 1964 22.601
31. Dezember 1965 22.601
31. Dezember 1966 22.838
31. Dezember 1967 22.893
31. Dezember 1968 22.805
31. Dezember 1969 * 45.283
31. Dezember 1970 45.675
31. Dezember 1971 45.104
31. Dezember 1972 45.665
31. Dezember 1973 45.682
31. Dezember 1974 45.726
31. Dezember 1975 44.041
31. Dezember 1976 43.894
31. Dezember 1977 43.993
31. Dezember 1978 43.990
31. Dezember 1979 44.047
31. Dezember 1980 44.022
31. Dezember 1981 44.125
31. Dezember 1982 43.954
31. Dezember 1983 44.059
31. Dezember 1984 44.224
31. Dezember 1985 44.548
* nach der Eingemeindung
Stichtag Einwohner [4]
31. Dezember 1986 44.724
31. Dezember 1987 44.233
31. Dezember 1988 44.416
31. Dezember 1989 45.235
31. Dezember 1990 45.963
31. Dezember 1991 46.450
31. Dezember 1992 47.160
31. Dezember 1993 47.869
31. Dezember 1994 48.136
31. Dezember 1995 48.344
31. Dezember 1996 48.672
31. Dezember 1997 48.660
31. Dezember 1998 48.543
31. Dezember 1999 48.647
31. Dezember 2000 48.662
31. Dezember 2001 49.031
31. Dezember 2002 49.160
31. Dezember 2003 49.105
31. Dezember 2004 49.249
31. Dezember 2005 49.099
31. Dezember 2006 49.124
31. Dezember 2008 49.669
31. Dezember 2009 49.686

Religionen[Bearbeiten]

Traditionell ist in weiten Teilen des Niederrheins der Katholizismus die vorherrschende Konfession. Im gesamten Stadtgebiet von Kleve gehören 65,8 % der römisch-katholischen, weitere 15,6 % einer evangelischen Kirche an. Des Weiteren gibt es in Kleve eine neuapostolische Gemeinde mit 250 Mitgliedern (Stand: 2007). 18,6 % bekennen sich zu einer anderen Konfession oder sind konfessionslos. Seit Ende 2008 verfügt Kleve auch über einen islamischen Kulturverein (VIK Kleve e.V.), der den Muslimen in und um Kleve Gebets- und Vereinsräumlichkeiten bietet.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung und Mittelalter[Bearbeiten]

Kleve im 16. Jahrhundert, links die überragende Schwanenburg, rechts Mühle und Probstkirche

Kleve war Sitz der Grafen und Herzöge von Kleve. Der Name Kleve leitet sich ab von Mittelniederländisch clef, clif ‚Kliff, Klippe‘, dem steilen Hang des Burgberges, Endmoräne aus der Eiszeit. Keimzelle der Stadt ist die auf das 10. Jahrhundert zurückgehende Burg, neben der eine Siedlung entstand. 1092 wird der Name „Cleve“ erstmalig urkundlich erwähnt. Der Burg gegenüber, auf dem Heideberg, gründete Graf Dietrich VI. die Stadt Kleve. Die Stadtrechte verlieh er Kleve am 25. April 1242[5]. Das Recht zur Ratswahl erhielt die Stadt gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert kam es anlässlich der Verlegung des landesherrlichen Marienstifts von der Burg Monterberg nach Kleve zu einer erheblichen Stadterweiterung, der Gründung der Neustadt, dem Hagschen Viertel. Große Brände verwüsteten Kleve 1368 und 1528.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Erheblichen Aufschwung nahm die Stadt dank der (Heirats-) Politik der Grafen von Kleve. Auf dem Konzil von Konstanz 1417 wurde Graf Adolf II. in den Herzogsstand erhoben. Seit der Vereinigung des Herzogtums Kleve, des Herzogtums Jülich, des Herzogtums Berg und der Grafschaften Mark und Ravensberg 1521 konkurrierte Kleve mit Düsseldorf als herzogliche Residenz. Die Vereinigten Herzogtümer umfassten im 16. Jahrhundert ein Gebiet, das – ausgenommen die Fürstbistümer Köln, Münster und Paderborn sowie der Grafschaft Lippe – ungefähr dem heutigen Nordrhein-Westfalen entspricht. Nach dem Tod des kinderlosen Herzog Johann Wilhelm fielen die Territorien an das Kurfürstentum Brandenburg und Pfalz-Neuburg. 1614 erhielt Brandenburg Kleve, Mark und Ravensberg zur Verwaltung. Im 17. Jahrhundert behielt Kleve den Status einer brandenburgischen Residenzstadt (neben Berlin und Königsberg (Preußen)). 1647 wurde Johann Moritz von Nassau-Siegen als Statthalter in Kleve eingesetzt. Er veranlasste den barocken Umbau der Schwanenburg. Als Residenz des Statthalters wurde der Prinzenhof errichtet, an den heute nur noch ein Straßenname erinnert. Die von ihm initiierten Parkanlagen und barocken Gärten rund um die Stadt haben solche Dimensionen, dass sie erheblichen Einfluss auf die europäische Gartengestaltung des 17. Jahrhunderts gewannen. An die Zeit unter brandenburgischer Herrschaft erinnert eine Reiterstatue des Großen Kurfürsten vor dem Marstall. Friedrich Wilhelm (1620–1688) auf dem Platz vor der Schwanenburg. 1741 wurde die Mineralquelle am Springenberg entdeckt. Kleve wird Bad Cleve. Die Kuranlagen werden Mitte des 19. Jahrhunderts, der Blütezeit der Klever Kur, erheblich ausgebaut. Das ehemalige Kurhaus ist heute umgebaut zum Museum, dem Museum Kurhaus Kleve[6].

18. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Cleve um 1895
Die Schwanenburg überragt das Stadtbild

1794 eroberten französische Revolutionstruppen die Stadt. Von 1798 bis 1814 war sie Sitz einer Arrondissementverwaltung im Département de la Roer der Französischen Republik bzw. des Kaiserreichs Frankreich. Durch den Wiener Kongress fiel sie 1815 wieder an Preußen, das den Regierungsbezirk Kleve als einen von 28 Regierungsbezirken in Preußen aufgrund der „Preußischen Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 neugründete. Am 22. April 1816 nahm die Verwaltung ihre Tätigkeit auf. Schon nach knapp sechs Jahren wurde der Klever Bezirk zum 22. Juni 1822 aufgelöst und mit dem Regierungsbezirk Düsseldorf vereinigt.

Am 23. April 1816 wurde der Kreis Kleve als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz, gebildet.

Zwischen dem 1. Oktober 1911 und dem 31. März 1962 verkehrten in der Stadt die normalspurigen Straßenbahnen der Klever Straßenbahn GmbH. Diese hatten Anschluss an die Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich und die wiederum an die Straßenbahn Nimwegen.

1914 versiegte die Mineralquelle und der Erste Weltkrieg brachte den Kurbetrieb vollends zum Erliegen, bis dahin durfte sich Kleve als Bad bezeichnen (Bad Cleve).

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Kleve von belgischen Truppen bis 1926 besetzt. An diese Zeit und die Ermordung eines Klever Bauern erinnert ein von Arno Breker geschaffenes Denkmal.

Während der Novemberpogrome am 9. und 10. November 1938 wurde in Kleve die Synagoge niedergebrannt. Am Standort der ehemaligen Synagoge erinnert heute ein genau ihrem Grundriss entsprechendes Denkmal an die ehemalige jüdische Gemeinde Kleves. Von der 1933 ungefähr 200 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde wurden 50 Menschen während der Nazizeit ermordet.

Der Zweite Weltkrieg[Bearbeiten]

Britische Luftaufnahme der Zerstörungen in Kleve, 1945
Betender kanadischer Feldrabbiner bei Kleve am 18. März 1945, im Zuge der Befreiung vom Nationalsozialismus

Am 7. Oktober 1944 galt Kleve der erste von zwei großen Vernichtungsschlägen aus der Luft. Mehrfach hatten seit Kriegsanfang Einzel- oder Reihenwürfe die Stadt und ihre Außenbezirke getroffen, doch erst am 7. Oktober 1944 und am 7. Februar 1945 war Kleve das Ziel eines geplanten Städteangriffs zusammen mit der Nachbarstadt Emmerich. In den Nachmittagsstunden des 7. Oktobers gegen 13:40 Uhr griffen 335 englische Flugzeuge die Stadt an und warfen 1728 Tonnen Spreng- und 90 Zentner Brandbomben auf den Kern der Stadt. Zerstört wurde durch diesen Angriff primär das Zentrum, das Gebiet, das begrenzt wird durch die Lindenallee, Römerstraße, Gruftstraße, Tiergartenstraße und Kermisdahl.

Der nächtliche Angriff am 7. Februar 1945 verwüstete die bis dahin im Wesentlichen verschont gebliebene Oberstadt. Auf das Gebiet, das begrenzt wird durch Lindenallee, Nassauerallee, Königsallee und Bresserbergstraße, warfen 285 Bomber 1384 t Spreng- und 12,3 t Brandbomben. Die englischen Luftaufnahmen, die kurz nach diesem Angriff geschossen wurden, zeigen das Gebiet der Oberstadt als Kraterlandschaft. Die Altstadt mitsamt der Schwanenburg und ihren Kirchen war fast vollständig zerstört. Diese zwei Angriffe genügten, um die 700jährige Stadt bis zu 80 Prozent zu zerstören und etwa 800 bis 1000 Menschen zu töten. Infolge der beiden schweren Bombardierungen wurde Kleve stärker zerstört als jede andere deutsche Stadt vergleichbarer Größe. Tiefhängende Wolken und starker Regen verhinderten noch schlimmere Schäden.

In Zuge der Eroberung des Niederrhein (Region) durch die Alliierten, kam es um Kleve herum ab dem 7. Februar 1945 zu weiteren heftigen Bodenkämpfen. Im nahegelegeden Klever Reichswald fand die Schlacht im Reichswald statt. Bei diesen Kämpfen um die Stadt verloren mehr als 10.000 alliierte und deutsche Soldaten ihr Leben. Die alliierten Soldaten kamen aus Nijmegen und wollten über Kleve, Goch und Geldern über die heutigen Bundesstraßen 9 und 58 zur Stadt Wesel vorrücken, um dort einen Brückenkopf über den Rhein zu schlagen.

Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Donsbrüggen und dem Britischen Ehrenfriedhof im Reichswald ruhen die Toten dieser Kämpfe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der heutige Stadtteil Reichswalde als Wohnort für Heimatvertriebene aus den früheren deutschen Ostgebieten gegründet.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Die Stadt Kleve entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde Materborn und die Gemeinden Donsbrüggen, Keeken, Rindern und Wardhausen des Amtes Rindern sowie die Gemeinden Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth und Warbeyen des Amtes Griethausen und die Gemeinde Reichswalde des Amtes Till wurden mit der Stadt Kleve zusammengeschlossen.[7]

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
(in %) [8]
 %
50
40
30
20
10
0
47,0
23,6
12,3
10,0
4,3
2,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,1
-1,7
+1,7
+0,3
-2,1
+2,7

Stadtrat[Bearbeiten]

Kleve mit seiner hauptsächlich katholischen Bevölkerung wurde von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1933 von der katholischen Zentrumspartei regiert. Dies setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit der CDU trotz neu angesiedelter, meist evangelischer Vertriebener fort, die über viele Jahrzehnte mit absoluten Mehrheiten im Klever Rat regieren konnte.

Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 haben die Bürger der Stadt folgende Zusammensetzung des Rates gewählt:[9]

Partei Stimmen Sitze
CDU 47,0 % 23
SPD 23,6 % 11
Grüne 12,3 % 6
FDP 10,0 % 5
Offene Klever (OK) 4,3 % 2
Die Linke 2,7 % 1
Wahlbeteiligung: 45,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Als Bürgermeister wurde mit 54,2 % Theodor Brauer (CDU), der seit 2004 in diesem Amt war, wiedergewählt. Dabei setzte er sich gegen Josef Gietemann (SPD) durch, auf den 24,66 % der Stimmen entfielen[9].

Abgeordnete[Bearbeiten]

Überregional bekannte Politiker aus Kleve sind die Bundestagsabgeordneten Barbara Hendricks (SPD) und Paul Friedhoff (FDP), sowie der in Kaarst (Neuss) geborene ehemalige Stadtdirektor und heutige Landtagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Manfred Palmen (CDU).

[Bearbeiten]

Der Stadt Kleve wurde zuletzt 1955 ein Wappen, ein Siegel und eine Flagge verliehen. Zudem führt die Stadt ein Logo.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein silberner (weißer) Herzschild, begleitet von drei (2:1) goldenen (gelben) Kleeblättern.“

Das Wappen verbindet die "redenden" Kleeblätter für Kleve mit dem alten landesherrlichen Zeichen der Grafen. Das Wappen basiert auf mittelalterliche Siegel. Die heutige Tingierung ist seit 1614 bekannt.

Siegel[Bearbeiten]

„Das Siegel der Stadt Kleve enthält das Stadtwappen mit darauf sitzendem Schwan.“ [10]

[Bearbeiten]

„Die Flagge der Stadt Kleve zeigt die Farben rot und weiß. Sie kann das Stadtwappen enthalten.“ Die korrekte (genauere) Beschreibung lautet:„Rot-Weiß quergestreift im Verhältnis 1:1, in der Mitte kann das Wappen der Stadt enthalten sein. Sie wird auch als Banner geführt.

[Bearbeiten]

Das Logo gibt die Lage (roter Punkt) der Stadt am Niederrhein (grüne Quadrate) und des Stromes (blaues Quadrat) wieder und zeigt die Silhouette des Turmes der Schwanenburg in Verbindung dem Kraftfahrzeugkennzeichen KLE. Das Logo kann auch mit dem Schriftzug, oben "Stadt" und unten "Kleve" geführt werden. [11]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kleve unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Bildung[Bearbeiten]

Kleve beherbergt im Jahr 2010 neun Grundschulen, eine Förderschule, drei Hauptschulen, zwei Realschulen, zwei Gymnasien, eine berufsbildende Schule und eine Hochschule. Daneben gibt es noch drei Schulen für Alten- bzw. Krankenpflege, eine Landwirtschaftsschule, das Studienseminar für die Sekundarstufen sowie die Studienseminare für die Primarstufe und für Sonderpädagogik. Die Klever Volkshochschule bietet auch den Erwerb von Haupt- und Realschulabschlüssen für Erwachsene an, die nächste Möglichkeit zum Erwerb von Fachhochschulreife und Abitur in der Erwachsenenbildung besteht am Weiterbildungskolleg Westmünsterland in Bocholt.

Schulen[Bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen
  • Grundschulen
    • Gemeinschaftsgrundschule An den Linden Kleve
    • Gemeinschaftsgrundschule Kleve Unterstadt
    • Gemeinschaftsgrundschule St. Martinus in Griethausen
    • Kath. Bekenntnisgrundschule Johanna Sebus in Rindern
    • Kath. Bekenntnisgrundschule Karl-Leisner-Schule in Kleve
    • Kath. Bekenntnisgrundschule Marienschule in Materborn
    • Kath. Bekenntnisgrundschule Willibrordschule in Kellen
    • Kath. Bekenntnisgrundschule St. Michael in Reichswalde
    • Kath. Bekenntnisgrundschule Karl Thelosen in Keeken (2010 aufgelöst)
  • Hauptschulen
    • Gemeinschaftshauptschule Konrad Adenauer in Kellen
    • Gemeinschaftshauptschule Hauptschule St. Anna in Materborn
    • Gemeinschaftshauptschule Wilhelm Frede in Rindern
  • Realschulen
    • Realschule Kleve Hoffmannallee
    • Karl Kisters Realschule Kleve-Kellen
  • Gymnasien
  • Ringschule Förderschule Förderschwerpunkt Lernen
Weitere Schulen
  • Berufskolleg Kleve des Kreises Kleve in Kleve, Weißes Tor

Hochschule[Bearbeiten]

Die Hochschule Rhein-Waal ist eine 2009 gegründete Fachhochschule mit ingenieurwissenschaftlicher Ausrichtung. Zum Wintersemester 2009/10 wurde die Bildungseinrichtung eröffnet. Im vollständigen Hochschulbetrieb ab dem Jahr 2013 sollen etwa 5.000 Studierende unterrichtet werden. Die Hochschule hat ihren Hauptsitz in Kleve und eine Dependance in Kamp-Lintfort.

Unterstadtkirche
Stiftskirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Kleve

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die Unterstadtkirche, ehemalige Klosterkirche der Minoriten, stammt aus dem 15. Jahrhundert und beinhaltet ein wertvolles, holzgeschnitztes Chorgestühl aus dem 15. und eine reich verzierte Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.
  • Sehenswert ist auch die Stiftskirche Kleve, ein Bau aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die die Gräber der Klever Grafen beherbergt. Seit 1967 ist sie zugleich Propsteikirche. Mit ihren beiden Türmen prägt sie neben dem Schwanenturm das Klever Stadtbild.
  • Kleine Evangelische Kirche Kleve
  • Alte Kirche Kellen

Villen[Bearbeiten]

Einstmals charakteristisch für die Stadt Kleve waren ihre zahlreichen Villen, von denen leider viele gedankenlos abgerissen oder zweckentfremdet wurden wie das alte Kurhaus, das u.a. als Möbellager diente.

Villa Belriguardo in Kleve
  • Ein besonders drastisches Beispiel ist die Villa Steiger auf der Gruftstraße, die 1907 vom kaiserlichen Hofphotographen Ewald Steiger erbaut und bis zum Zweiten Weltkrieg bewohnt wurde. Steiger machte aus seiner Villa ein Kunsthaus, das durch seine architektonische Besonderheit das Straßenbild positiv prägte. Nach Steigers Tod im Jahre 1966 wurde das bis dahin völlig intakte und auch im Krieg kaum beschädigte Gebäude versteigert und schließlich an einen Klever Architekten verkauft, der es herunterkommen und 1983 trotz heftiger Proteste, Demonstrationen und sogar Hausbesetzungen seitens der Klever Bevölkerung abreißen ließ, um dort, in steiler Hanglage, Behindertenwohnungen zu erbauen. Der Rat der Stadt Kleve hatte 1981 einstimmig auf das Vorkaufsrecht verzichtet.
  • Die Villa Belriguardo am Tiergartenwald wurde 1840 erbaut. Nachdem sich dort jahrelang eine Nachtbar und eine Zoohandlung befunden hatten, wurde sie 1999 von der Klever Designerin Inge Dähne gekauft, die sie vollständig restaurieren ließ. Die Wandmalereien wurden freigelegt, der Stuck an den Decken restauriert, die Holzböden in ihren Originalzustand versetzt und die Kamine an ihren ursprünglichen Standorten wieder aufgebaut. Die Villa kann besichtigt werden, da sie als Geschäftshaus, Café und kultureller Veranstaltungsort genutzt wird.
  • Die Villa Flora am Tiergartenwald wurde um 1870 von einer niederländischen Familie erbaut. 1927 zog Heinrich Frings, ein Bruder des bekannten Kölner Kardinals, dort ein. Heute erinnert die Villa mit ihrem authentischen cremefarbenen Anstrich an italienische Vorbilder.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Aussichtsturm des Klever Bergs
  • Die Stadt Kleve wird von der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichteten Schwanenburg überragt. In ihr befindet sich das Amts- und Landgericht Kleve. Im Innenhof ist der Schwanenbrunnen des Bildhauers Alfred Sabisch aufgestellt.
  • Der Marstall (Koordinaten)51.7856836.137956 gegenüber der Schwanenburg wurde 1467 erbaut und überstand als eines der wenigen mittelalterlichen Gebäude die Bombenangriffe relativ unversehrt.
  • Der Forstgarten (Koordinaten)51.795936.126852 an der Tiergartenstraße mit ihren zahlreichen Villen aus Klassizismus und Gründerzeit wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit 156 verschiedenen Baum- und Pflanzensorten angelegt und von Maximilian Friedrich Weyhe im Jahre 1822 im Stile englischer Parkanlagen gestaltet. Dort befinden sich das ehemalige Kurhaus und das Amphitheater (Koordinaten)51.7955326.123741.
  • Auf dem 106 Meter hohen Klever Berg (Koordinaten)51.7887366.11527, der höchsten Erhebung am unteren Niederrhein, steht der Aussichtsturm.
  • Sendemast des WDR

Museen[Bearbeiten]

  • B.C. Koekkoek-Haus: Das Gebäude ließ der niederländische Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek (1803–1862) 1847/1848 als Wohn- und Atelierhaus errichten. Heute beherbergt es als Museum eine Sammlung von Gemälden Koekkoeks und seines Umfelds.
  • Geologisches Museum im Schwanenturm: Das Museum im höchsten Turm der Schwanenburg zeigt mineralogische und paläontologische Funde vom Niederrhein, in der unteren Etage befindet sich eine Fotogalerie.
  • Museum Kurhaus Kleve: Das neben der Gartenanlage an der Tiergartenstraße gelegene Museum Kurhaus beherbergt eine Sammlung zeitgenössischer Kunst, darunter den Nachlass des Malers und Bildhauers Ewald Mataré, und veranstaltet regelmäßig Ausstellungen.
  • Alte Mühle Donsbrüggen: In der 1824 fertiggestellten und 1957 stillgelegten Mühle im Klever Ortsteil Donsbrüggen befindet sich ein Mühlenmuseum.
  • Museum Forum Arenacum: In der ehemaligen Lehrerwohnung des Klever Ortsteils Rindern zeigt das Museum Forum Arenacum keltische, römische und fränkische Funde aus Rindern und Umgebung.

Theater[Bearbeiten]

Das XOX-Theater wurde im Jahre 1997 als freies Theater gegründet und hat seinen Sitz in der ehemaligen XOX-Biskuit-Fabrik im Ortsteil Kellen. In den verwaisten Räumen der Keksproduktion im dritten Stock des Gebäudes entstanden auf einer Fläche von etwa 600 m² eine große, gut ausgestattete Bühne, ein Zuschauerraum mit 99 Sitzplätzen und ein großzügiges Foyer. Das Ensemble des XOX-Theaters besteht aus theaterbegeisterten Frauen und Männern mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund. Der Schwerpunkt der Stückauswahl liegt beim zeitgenössischen Theater. Neben den Eigenproduktionen finden sich Gastspiele von berufsmäßigen Theatermachern sowie Vorträge, Lesungen und Konzerte im Programm.

Gedenkstätte Synagogenplatz[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof in Kleve

Als Höhepunkt der langen jüdischen Geschichte in Kleve, kann die Synagoge gelten, die vollständig in das Stadtbild integriet war. Sie hatte eine kostbare Innenausstattung und war im Stil des niederländischen Klassizismus gebaut worden. Die Synagoge Kleves wurde bei den Novemberpogromen des 9. und 10. November 1938 niedergebrannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag der Platz der ehemaligen Synagoge brach und wurde dann als asphaltuierter Parkplatz genutzt. Im Jahr 2000 ist es die Initiative von überlebenden Juden und Bürgern, welche den Anstoss zur Errichtung einer Gedenkstätte gibt. Am ehemaligen Standort der Synagoge besteht heute ein Denkmal, der Synagogenplatz[12], das deren Grundriss abbildet. Die Namen von 50 ermordeten jüdischen ehemaligen Mitbürgern Kleves sind hier mit Namen, Todestag und Sterbeort auf kleinen Schildern erinnert.[13][14]

Die Gärten von Kleve[Bearbeiten]

Sichtachse vom Sternberg Richtung Schwanenburg
Neuer Tiergarten, Blick vom Kanal auf den Springenberg mit Amphitheater
Blick vom Fuß des Obelisken auf dem Springenberg über Amphitheater und Prinz-Moritz-Kanal Richtung Hochelten

Sehenswert sind die barocken Gartenanlagen[15] mit Amphitheater, die Johann Moritz von Nassau-Siegen ab 1647 durch seinen Gartenarchitekten Jacob van Campen anlegen ließ. Die Gärten sind heute nur noch teilweise erhalten bzw. wiederhergestellt, sind aber gerade deshalb sehr reizvoll. Sie dienten ab 1660 als Vorbild für die Gartenanlagen des Potsdamer Stadtschlosses des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der Johann Moritz 1649 zu seinem Statthalter in Kleve und Mark ernannt hatte.

Die Klever Gartenlandschaft ist eingebunden in das European Garden Heritage Network.

Für den Neuen Tiergarten wurde auf dem Springenberg eine künstliche Erhebung (Sternberg) geschaffen, von der strahlenförmig zwölf Wege ausgingen. Die Besonderheit dieses Wegesystems ist seine Ausrichtung auf besondere Bauwerke und Städte. Als Schneisen im Wald sind sie zum Teil heute noch erkennbar. Die Blickachsen zur Schwanenburg und zum – jenseits des Rheines – gelegenen Ort Hochelten lassen heute trotz einer Überformung im Sinne des Landschaftsgartens noch erahnen, wie kunstvoll die Anlage damals war.

Zur Gesamtanlage gehört das restaurierte Amphitheater, das in den Hang des Springenberges hineingebaut wurde. Es handelt sich um ein gartenbauerisches Zitat; das Theater wurde nie als solches genutzt. In der Literatur wird es auch als Laubengang oder Exedra bezeichnet. Das Amphitheater wurde schon zu Lebzeiten des Johann Moritz von Nassau mehrfach verändert.

Heute befindet sich darin unter anderem Stephan BalkenholsNeuer Eiserner Mann“, ein Standbild, das an den Prinzen Johann Moritz von Nassau-Siegen erinnert und zu dessen 400. Geburtstag eingeweiht wurde. Vorläufer war ein gleichnamiges Standbild des 17. Jahrhunderts, das 1794 von französischen Revolutionstruppen zerstört wurde.

Oben auf dem Berg thront heute ein Obelisk, der von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen entworfen worden sein soll.

Vorgelagert ist am Fuß des Springenberges eine Parkanlage, die durch eine nach Nordosten ausgerichtete, langgestreckte Wasserfläche – den Prinz-Moritz-Kanal – geprägt ist und von der Joseph-Beuys-Allee umgrenzt wird. Der Kanal mit zwei Inselparterres ist ebenfalls auf Hochelten in der Ferne ausgerichtet. Er wird immer noch von der stillgelegten Eisenbahnstrecke Kleve–Nimwegen gequert. Westlich befindet sich auch heute noch ein Tiergarten.

Südöstlich schließt sich heute der Forstgarten an. Die ursprünglich als Neue Plantage bezeichnete Anlage wurde ab 1782 auf Veranlassung des seinerzeitigen Kammerpräsidenten der preußischen Regierung in Kleve, Julius Ernst von Buggenhagen, angelegt. Ihre verschlungenen Wege entsprechen dem Übergang zum Landschaftsgarten. Bepflanzt ist der Park in der Art eines Arboretums mit zahlreichen verschiedenen Baumarten.

Die Anlage ist durch einen Aha-Graben zur Wasserburgallee sowie in Richtung Prinz-Moritz-Kanal abgegrenzt. Dieser kleine Wassergraben ziert nicht nur den Park, sondern sicherte ihn gleichzeitig vor dem Eindringen von Vieh ohne den Ausblick in die umgebende Landschaft zu stören. Die Neue Plantage präsentiert sich heute – nach Veränderungen durch den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe auf einer Fläche von 5,6 Hektar als Forstgarten. Zu den Gärten von Kleve gehört schließlich die im Bereich des Alten Tiergartens gelegene Grabstätte des Fürsten Johann Moritz in Bergendael (Berg und Tal), etwas außerhalb von Kleve an der Landesstraße 362 gelegen. Heute noch erhalten sind die Tumba sowie die vorgelagerte Exedra. In die Exedra wurden römische Fundstücke aus der Umgebung eingearbeitet. Johann Moritz wurde zwar nach seinem Tode dort beigesetzt, aber sehr bald nach Siegen überführt.

Von den Klever Parks wurden Amphitheater und Forstgarten 2004/2005 als herausragende Beispiele in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Der Reichswald[Bearbeiten]

Der Niederrhein bietet aufgrund seiner Naturausstattung vielfältige Möglichkeiten der Erholung. Besonders der Klever Reichswald ist ein Paradies für die Naherholung. Dieser Wald hat eine Fläche von ca. 5100 ha und ist damit die bei weitem größte Waldfläche am Niederrhein. Die Höhen des Reichwaldes sind Teil des Niederrheinischen Höhenzuges, der sich über eine Länge von ca. 60 km zwischen Kamp-Lintfort und Nimwegen erstreckt. Im Reichswald befinden sich die höchsten Erhebungen des Unteren Niederrheins, nämlich der Klever Berg mit 106 Metern, sowie der Stoppel-, Gelden- und Brandenberg mit etwa 90 m Höhe über dem Meeresspiegel. Zum Rhein hin entwässern ihn drei kleine Bäche, die Rote, die Klare und die Schwarze Beeke. Für Radwanderer, Jogger und viele weitere Sportarten steht ein ausgedehntes Wegenetz zur Verfügung, auf denen sich die Natur in allen Facetten genießen und erleben lässt.

Klever Platt[Bearbeiten]

Ausbreitung von Salfranken und Rheinfranken bis zum 5./6. Jahrhundert

Kleevse Platt sowie die unterschiedlichen Mundarten der Stadtteile und umliegenden Ortschaften, basiert auf den Niederfränkischen Sprachen die zur Zeit der frühmittelalterlichen Expansion der Franken am Niederrhein gesprochen wurden. Die Mundarten rechtsrheinisch von Emmerich bis Duisburg, linksrheinisch von Kleve bis zum Krefelder Ortsteil Hüls (mit Hölsch Plott) werden dem nördlich der Uerdinger Linie gesprochenen Nordniederfränkischen zugerechnet (umfassend auch Kleverländisch genannt). Klever Platt ist gekennzeichnet durch einen besonderen "Tonfall" den Außenstehende als "singend" empfinden und durch Aufnahme von Mundart-Vokabular aus dem nahen Niederländischen Grenzraum, mit dem es eine lange Tradition verbindet. Nördlich der Uerdinger Linie wird das Personalpronomen "ich" als "ek" oder "ekk" gesprochen. Südlich dieser Linie, im Südniederfränkischen (auch Ostlimburgisch genannt) wird stattdessen "isch" oder "esch" verwendet. Noch weiter südlich verläuft die Benrather Linie (maake-maache-Unterscheidung), die das Südniederfränkische zum Mittelfränkischen (mit den ripuarischen Dialekten, u.a. Kölsch) abgrenzt. Östlich von Bocholt/Oberhausen verläuft ausserdem zum Westfälischen hin die Einheitsplurallinie.[16] Obwohl Kleevse Platt in Vereinen und Mundartzirkeln gepflegt wird, geht die Zahl der Mundartsprecher insbesondere unter jüngeren Menschen ständig zurück. Immer häufiger wird eine Niederrheinisches Deutsch genannte Umgangssprache gesprochen – von Wissenschaftlern Regiolekt genannt.[17]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Industrie und Handwerk[Bearbeiten]

Die Industrialisierung setzte in Kleve erst spät ein. Aufgrund des Kur- und Badebetriebes war die Stadt darauf bedacht, störende Industrien von Kleve fernzuhalten. 1888 siedelten sich die Van den Bergh'schen Margarinewerke in Kellen an. Ebenfalls in Kellen entstanden weitere Lebensmittelwerke wie die Keksfabrik XOX-Biskuitfabrik GmbH und die Kakaofabrik Bensdorp. XOX und Bensdorp sind heute geschlossen, die Gebäude werden z.T. für kulturelle Zwecke genutzt.

1896 gründete Gustav Hoffmann mit seinem Schwager Fritz Pannier die Elefanten-Kinderschuhfabrik und machte die traditionelle Schuhstadt Kleve zu einem Zentrum der Kinderschuh-Industrie. 1908 trennten sich Hoffmann und Pannier mit der Vereinbarung, dass Hoffmann nur Schuhe bis Größe 26, Pannier nur Schuhe ab dieser Größe herstellt. Eine weitere Klever Marke für Kinderschuhe ist Bause. Heute ist auch die Klever Schuhindustrie in der Krise, die geschlossenen Fabriken dienen überwiegend dem Verkauf anderer Schuhmarken. Dennoch bleibt das „Schüsterken“ an der Herzogbrücke Kleves Wahrzeichen.

In der Nähe des Ortsteils Griethausen befindet sich eine Ölmühle der Firma ADM, die Raps- und Sonnenblumenöl herstellt.

Verkehr[Bearbeiten]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen beiden Flughäfen sind der 33 km weit entfernte Flughafen Niederrhein in Weeze und der Flughafen Düsseldorf International. Dieser ist 93 km weit entfernt und über die Autobahn A 57 zu erreichen. Weiter entfernt (152 km) liegt der Flughafen Köln/Bonn. Auf niederländischer Seite liegt der 147 km weit entfernte Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Kleve
City-Bus

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kleve liegt an der linksniederrheinischen Strecke. Er wird montags bis freitags im 30-Minuten-Takt, an Wochenenden und Feiertagen im Stundentakt vom RE 10Niers-Express“ Kleve–Düsseldorf über Krefeld bedient. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn (NWB), die Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 einzeln oder in Mehrfachtraktion einsetzt.

Im kommunalen Personennahverkehr verkehren eine Reihe von Stadt- und Regionalbuslinien zur Erschließung der Region und des Stadtgebiets. Die Linien werden mehrheitlich von der zur Rhenus-Veniro-Gruppe gehörenden NIAG betrieben. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Tarifraum-überschreitend der NRW-Tarif.

Die Eisenbahnstrecke Kleve–Spyck wurde 1969 stillgelegt. In den 1980er Jahren wurden die Gleise zurückgebaut, über die Strecke führt heute ein Radweg bis zur Eisenbahnbrücke über den Altrhein bei Griethausen. Die Strecken Kleve–Xanten und Kleve–KranenburgNimwegen sind seit 1990 bzw. 1991 außer Betrieb. Die Strecke nach Kranenburg bzw. Nimwegen wird mit Draisinen touristisch genutzt.

Zwischen 1911 und 1962 verkehrten in der Stadt Kleve die normalspurigen Straßenbahnen der Klever Straßenbahn GmbH. Diese hatten Anschluss an die Kleinbahn Wesel–Rees–Emmerich und an die Straßenbahn Nimwegen.

Straßen[Bearbeiten]

Kleve ist über die B9 an die A57 (NimwegenKöln) (E 31) und über die B220 an die A 3 (E 35) (EmmerichPassau) angebunden.

Ebenfalls im Stadtgebiet von Kleve beginnt die B 57. Sie verläuft in zwei Abschnitten von Kleve bis Rheinberg und von Mönchengladbach bis Aachen.

Des Weiteren verlaufen durch Kleve die Landesstraßen L 8, L 362, L 456 und L 484.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten]

Per Schiff ist Kleve vom Rhein über die Schleuse Brienen und den Spoykanal erreichbar.

Sport[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 fusionierten die Vereine VfB Lohengrin 03 Kleve und der SC Kleve 63 zum 1. FC Kleve 63/03. Einer der Vorgängervereine, der VfB 03 Cleve, richtete am 16. Oktober 1910 das erste Fußballländerspiel auf deutschem Boden zwischen Deutschland und den Niederlanden (1:2) aus.

1926 wurde der Sportverein Rindern gegründet. Seine Spielstätte liegt an der Wasserburg Rindern.

1928 wurde der SV Nordwacht Keeken gegründet. Er ist der nördlichste Sportverein der Stadt Kleve mit einem Sportgelände in Blickweite zur ndl. Grenze mit über 600 Mitgliedern.

1953 wurde der Verein DJK Rhenania VfS Kleve e.V. gegründet.

Der Tischtennisverein Weiß-Rot-Weiß Kleve gehörte in den 1970er und 1980er Jahren mit seinem Damenteam zu den besten deutschen Mannschaften.

Im Jahre 1988 wurde die American-Football-Abteilung bei dem VfL Merkur Kleve e.V. ins Leben gerufen. Die Cleve Conquerors (Eroberer) spielen derzeit in der Landesliga Nord. Der mitgliederstärkste Klever Verein bietet auch andere Sportarten, wie Volleyball, Handball, Basketball, Fechten, Leichtathletik usw. an.

Einer der ältesten Vereine Kleves ist der Clever Schwimmverein 1910 e.V. mit über 1.000 Mitgliedern. Die bekanntesten Mitglieder sind die Geschwister Angela und Klaus Steinbach, die erfolgreich bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften waren. Klaus Steinbach war auch der erste, der die 100-m-Freistil auf der Kurzbahn in unter 50 Sekunden schwamm.

Schützenvereine und Bruderschaften[Bearbeiten]

St. Georgschützenbruderschaft Kleve[Bearbeiten]

Diese Schützenbruderschaft wurde vermutlich vor 1430 gegründet. Es wird als mögliches Gründungsjahr das Jahr 1341 angenommen.

St. Antonius und St. Georg[Bearbeiten]

Die Bruderschaften verfolgten keine gewerblichen und politischen Zwecke, sondern waren rein religiösen Charakters. Jede Bruderschaft wählte sich einen bestimmten Heiligen, wonach sie benannt wurde.

Die heute noch bestehenden Schützenbruderschaften St. Antonius und St. Georg sind die Reste der einst so glänzenden Schützengilden in Kleve, die sich der besonderen Gunst der Fürsten und der Stadt erfreuten.

Schusswaffen zum „Papageienschießen“[Bearbeiten]

Die Schützen bedienten sich der Armbrust. Seit 1568 kommen neben dem Bogen auch „Büssen“ und „Rohr“ (Vorderlader) vor. „Een guede rüstige hörne armboste“ brauchten sie bei dem Wettbewerb auf der gemeinsamen Schießstätte des Heiberges. Hier hatte jede Gilde ihr „doel“, nämlich eine Vogelstange mit dem Papageien darauf.

Armenspeisung[Bearbeiten]

Die Armen wurden am Tage des Königsschießens regelmäßig bedacht und die Wache am Heidelberger Tor beschenkt. Drei Schützengilden gab es um 1430: „Die alte, mittlere und junge“. Als älteste ist die Sebastianus-Bruderschaft anzusehen, während die St.-Georg-Bruderschaft als die mittlere zu betrachten ist. Die Letztere schloss sich 1586 mit der Barbaragilde zusammen und 1569 trat Herzog Wilhelm der Gilde bei.

Antoniusgilde[Bearbeiten]

Dia Antoniusschützen traten 1461 zu einer Gilde zusammen und setzten damit die Tradition einer älteren Bruderschaft fort. In diese vom Herzog warm befürwortete Bruderschaft ließen sich neben den angesehensten Bürgern der Stadt auch manche Hofherren aufnehmen. 1648 vereinbarten die Gildebrüder im Minoiitenkloster zu Kleve, wieder nach dem Vogel zu schießen, das wegen der beschwerlichen Kriegszeiten seit 1603 unterblieben war. Da nunmehr aber „die heilige Sonne des Friedens“ aufgegangen war, malte auch Meister Glasmacher ten Have einen Schwan für eine Fahne der St.-Antonius-Bruderschaft.

Gildenbuch: genealogische Quelle[Bearbeiten]

Um 1540 wurde ein Gildenbuch der St.-Antonius-Bruderschaft angelegt, das dann durchgehend weiter geführt wurde. Die Aufzählung auf Seite 4 der vor Anlage des Buches verstorbenen Gildebrüder zeigt, dass seit Johann I. von Kleve (1448–1481) alle Herzöge Gildenbrüder waren.

Der an erster Stelle genannte Gildenbruder Herzog Wylhem kam 1539 zur Regierung und musste nach einem unglücklichen Krieg gegen Kaiser Karl V. im Frieden von Venlo 1543 den seit 1538 geltend gemachten Ansprüchen Kleves auf Geldern und Zutphen entsagen. Da die Namen dieser beiden Grafschaften ursprünglich unter seinen Titeln mit aufgeführt waren und erst später (aber immer noch lesbar) wegrasiert wurden, scheint der Schluss berechtigt, dass das besagte Mitgliederbuch um 1539/40 angelegt wurde.

Brudermeister[Bearbeiten]

  • 1899 Kleidermacher Gerhard Flock, Kirchenschweizer der Unterstadt, * 17. September 1855, † 6. März 1928.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Kleve

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleve – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kleve – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 267
  3. http://www.kleve.de/C12572B30025D73F/html/4E9C2E81111ECFE1C1257524004B6C76?opendocument&nid1=86452
  4. a b c Stadt Kleve, statistisches Jahrbuch des Jahres 2005; ab 1975: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik
  5. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelter, Erlangen 1863, S. 494-497
  6. www.heimat-kleve.de
  7.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 80.
  8. Wahlergebnisse Kommunalwahl 2009 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  9. a b NRW-Kommunalwahlen 2009 im WDR
  10. Hauptsatzung der Stadt Kleve. Abgerufen am 24. September 2013 (PDF; 114 kB).
  11. Stadtwappen/Logo. Abgerufen am 20. September 2013.
  12. Synagogenplatz, Reitbahn, 47533 Kleve
  13. Synagogenplatz. In: Sehenswürdigkeiten in Kleve. Kleve Marketing GmbH & Co. KG. Abgerufen am 9. August 2013.
  14. Audioguide zum Synagogenplatz Kleve (MP3; 3,5 MB) In: Sehenswürdigkeiten in Kleve. Kleve Marketing GmbH & Co. KG. Abgerufen am 9. August 2013.
  15. Wilhelm A. Diedenhofen, Klevische Gartenlust - Gartenkunst und Badebauten in Kleve, Kleve 1994
  16. Internetportal des LVR: Rheinischer Fächer und Erläuterung der Mundartgrenzen Webseite abgerufenen am 10. Oktober 2013
  17. Internetportal des LVR: Ausführungen zum Thema Regiolekt im Rheinland Webseite abgerufenen am 10. Oktober 2013