Klimaskeptiker

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Als Klimaskeptiker werden insbesondere in den Medien Personen bezeichnet, die in der Kontroverse um die globale Erwärmung einen menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bestreiten, nicht für relevant halten oder die Folgen nicht für relevant halten.[1] In diesem Zusammenhang wird daneben zwischen „Ursachen-“ und „Folgenskeptiker“ unterschieden: Ein Ursachenskeptiker zweifelt an der Ursächlichkeit menschlicher Aktivität an der gegenwärtigen globalen Erwärmung, ein Folgenskeptiker zweifelt an den in der Wissenschaft für wahrscheinlich angegebenen Folgen der globalen Erwärmung.[2]

[Bearbeiten] Gesellschaftliche Folgen

Simon Kuper schrieb 2011 anlässlich der UN-Klimakonferenz in Durban, dass die dabei offensichtliche mangelnde Handlungsbereitschaft der Weltgemeinschaft keineswegs durch die wenigen noch verbliebenen klimaskeptischen Stimmen in der Wissenschaft zustandekomme. Es sei ein grundsätzlicher Irrtum, zu glauben, politische Entscheidungen wie über den Umgang mit dem Klimawandel hätten mit wissenschaftlichen Befunden zu tun.[3]

Kuper verweist auf Daniel Sarewitz’ These, wonach politisches Interesse und Gestaltungswillen bei einem Thema wie etwa dem Umweltschutz in den 1970er Jahren deutlich wichtiger gewesen seien als das damals im Vergleich zu heute viel geringere Wissen dazu.[3] Es sei auch bei der Klimapolitik nicht mehr Forschung, sondern mehr politisches Bemühen nötig. Dafür sollten vorhandene politische Interessenkonflikte offener ausgetragen werden, um aus dem derzeit vorhandenen Dilemma herauszukommen.[4]

Dem Soziologen Matthew Nisbet zufolge hat die Haltung zur Klimapolitik und zum Klimawandel, ob skeptisch oder befürwortend, in den USA wie das Waffenrecht, die Steuerpolitik und das Abtreibungsrecht die Rolle einer politischen und sozialen Wegmarke bekommen. Mike Hulme führt ebenso den Hintergrund des Umgangs mit dem Klimawandel und den Skeptizismus nicht auf Wissenschaft, sondern auf unterschiedliche Weltanschauungen und Glaubensvorstellungen zurück.[5] Damit ist aber die Möglichkeit, einander bei solchen Fragen mit wissenschaftlichen Argumenten zu überzeugen, sehr begrenzt.

Kuper betont zudem, dass zwar die Anhänger des menschengemachten Klimawandels deutlich zahlreicher als die Skeptiker seien. Wesentlich für die globale Untätigkeit in Klimafragen sei aber schlicht die mangelnde Handlungsbereitschaft der Mehrheit, die Regierungen eingeschlossen.[3]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Beispiele der Verwendung durch Süddeutsche, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Tagesschau (nicht mehr online verfügbar), Focus und Welt
  2. S. Rahmstorf, H.J. Schellnhuber: Der Klimawandel. C. H. Beck, 6. Auflage 2007, S. 42 ff.
  3. a b c Simon Kuper: Squabbling while the world burns. FT, 25. November 2011
  4. Daniel Sarewitz: The Trouble With Climate Science : More research makes the controversy worse. Slate, 10. März 2010
  5. Mike Hulme: Why We Disagree About Climate Change, Understanding Controversy, Inaction and Opportunity. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0-52172-732-7
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