Klimakterium virile

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Der Begriff Klimakterium virile bezeichnet den Lebensabschnitt eines Mannes, in dem sein Testosteronspiegel rasch abnimmt.[1] In diesem Lebensabschnitt, der Bestandteil des natürlichen Alterungsprozesses ist, treten häufig kritische psychosoziale Belastungen auf und die durchschnittliche sexuelle Aktivität ist rückläufig.[2]

Ein Klimakterium virile als Pendant zum eigentlichen Klimakterium (Wechseljahre) der Frau, das eine hormonelle Umstellung (nach deren Abschluss die weiblichen Geschlechtshormone nicht mehr überwiegen) in der Lebensmitte bezeichnet, gibt es nicht, da im männlichen Körper zeitlebens vorwiegend männliche Geschlechtshormone vorhanden sind.[2] Mit der letztlich gleichen Bedeutung wie „Klimakterium virile“ finden sich auch die Begriffe Andropause, ADAM (Androgen Decline in the Aging Male, übersetzt: Androgenrückgang beim alternden Mann) oder PADAM (Partielles Androgen-Defizit des alternden Mannes) im Schriftgut.

Symptome[Bearbeiten]

Als typische Symptome gelten das Nachlassen der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, Herzklopfen sowie eine Abnahme von Libido und Potenz. In diesem Lebensabschnitt treten zudem häufig kritische psychosoziale Belastungen auf.[2][1]

Beim Mann bleibt die Zeugungsfähigkeit zwar grundsätzlich bis ins hohe Alter erhalten, doch die Wahrscheinlichkeit, noch ausreichend fruchtbaren Samen zu produzieren und damit auch noch Nachkommen zeugen zu können, sinkt. Im „Klimakterium virile“ sinkt die Ejakulatmenge unter 2 ml; außerdem nimmt der Gehalt an Fruktose und saurer Phosphatase ab.[1]

Therapie[Bearbeiten]

Beim Auftreten unerwünschter Symptome in dieser physiologischen Lebensphase werden Beratungen über gesunde Lebensführung, Sport und gesunde Ernährung empfohlen.[3] Wenn die Anpassung an die neue Lebensphase nicht gelingt, kann dies Depressionen, Lebensqualitätsverlust und Störungen in der Partnerschaft nach sich ziehen und kann aus diesen Gründen eine Therapie nötig machen. Eine Testosteronersatztherapie wird nicht empfohlen, da deren Wirksamkeit nicht bewiesen ist und sie erhebliche Risiken beinhaltet.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c P. Altmeyer: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, 2005, ISBN 3-540-23781-X, S. 460, hier online
  2. a b c W. Hansen: Medizin des Alterns und des alten Menschen. Schattauer Verlag, 2006,ISBN 3-7945-2428-4, S. 303ff., hier online
  3. G. H. Jacobi: Praxis der Männergesundheit. Thieme Verlag, 2002, ISBN 3-13-132231-4, S. 150, hier online
  4. JAMA Online First Marc B. Garnick. Testosterone Replacement Therapy Faces FDA Scrutiny. JAMA Published online December 11, 2014. doi:10.1001/jama.2014.17334
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