Klimalabel

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Ein Klimalabel oder CO2-Label ist ein Umweltzeichen, dass Hinweise auf die von einem Produkt verursachten Kohlendioxid-Emissionen gibt. Es soll Verbrauchern helfen, sich möglichst rasch ein Bild darüber zu machen, welche Produkte das Klima wie stark belasten. In verschiedenen Ländern wird die Einführung solcher Label geprüft und es existieren einige Pilotprojekte.

Klimalabelinitiativen[Bearbeiten]

Großbritannien[Bearbeiten]

Das weltweit erste CO2-Label, welches den sogenannten Kohlenstoff-Fußabdruck eines Produktes (Product Carbon Footprint, PCF) angibt, wurde 2006 in Großbritannien von Carbon Trust entwickelt [1][2]. Beispiele für Produkte, welche bereits mit dem Label versehen wurden, sind Chips von Walkers, innocent Smoothies und Boots plc Shampoos. Seit 2008 kommen Produkte des britischen Supermarktes Tesco hinzu, welche in einer Pilotphase 20 Eigenprodukte wie Waschmittel und Orangensaft auszeichnen ließen. Zudem ließ HBOS ihre online Bankkonten auszeichnen. Das Carbon Trust Label verlangt zudem, dass die CO2-Emissionen der ausgezeichneten Produkte weiter gesenkt werden um das Label weiterhin zu behalten. Ein unabhängiges Gremium überprüft den Prozess gemeinsam mit dem Britischen Department für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten Defra und dem Britischen Normeninstitut BSI. Ende 2008 wurde ein Standard zur Berechnung solcher produktbezogener Kohlenstoff-Fußsabdrücke eingeführt, der PAS2050.

Schweiz[Bearbeiten]

Auch der unabhängige Verein climatop aus der Schweiz zeichnet Produkte mit einem Klimalabel aus[2]. Hierbei wird jedoch nicht der produktspezifische Fußabdruck angegeben, sondern es erhalten jene Produkte und Dienstleistungen das Label, die eine deutlich bessere CO2 - Bilanz aufweisen als solche einer relevanten Vergleichsgruppe. Es werden Produkte ausgezeichnet, welche im Verlauf ihres Lebenszyklus signifikant und relevant weniger CO2 verursachen als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Hierfür wird eine Ökobilanz durch eine unabhängige Stelle erstellt und durch eine weitere Instanz im Rahmen eines Reviews geprüft. Nebst den Anforderungen an die Klimaverträglichkeit des Produktes muss das Produkt auch andere ökologische und soziale Standards erfüllen. Die Gültigkeit beträgt zwei Jahre. Im Moment hat climatop Produkte von Dyson, dem Einzelhändler Migros, Ricoter Erdaufbereitung AG, Dirk Rossmann GmbH, Saline de Bex und weiteren Produzenten ausgezeichnet. Lizenziert sind Produkte verschiedenster Art - zum Beispiel der Dyson Handtrockner AirbladeTM, Bio-Zucker aus Paraguay (Max Havelaar-Stiftung), Balkonerde ohne Torf, Haushaltpapier aus Altpapier, Waschmittel, Windeln, Mehrwegtaschen, Siedesalz u.a.

Ein weiteres glaubwürdiges Label mit dem Namen "Swiss Climate CO2" wurde in einer neuen Studie vom Team Praktischer Umweltschutz Schweiz (PUSch) im Februar 2014 als einziges Klimalabel mit der höchste Punktezahl ausgezeichnet [3][4][5]. Das Label wird Firmen vergeben, welche sich vorbildlich für den Klimaschutz einsetzen.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland wurde im Februar 2008 das PCF Pilotprojekt unter der Trägerschaft von WWF, dem Öko-Institut, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und des Think Tanks THEMA1 gestartet. Hierbei wurde ein CO2-Fußabdruck von 15 Produkten und Dienstleistungen erstellt. Zum Ende des Projektes wurde jedoch befunden, dass die Einführung eines entsprechenden Labels nicht sinnvoll erscheint, da für den Endkunden ohne allgemeingültige Standards keine objektiven Vergleichsmöglichkeiten gegeben sind.[6]. Seit Ende 2011 können Verbraucher in Deutschland den CO2-Fußabdruck von über 200.000 Produkten über die Mobile App von Get-neutral durch den Scan des Barcodes erfahren.

Eine von den Verbraucherzentralen beauftragte und im Jahr 2012 veröffentlichte Studie versucht, den Stand von Klimalabeln auf Lebensmitteln in Deutschland zu erfassen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es in Deutschland nur wenige Klimalabel gibt. Anders als in anderen Ländern geben sie keine absoluten Treibhausgasemissionen an. Nur eine der identifizierten Kennzeichnungen wird nicht vom Produkthersteller oder -händler selbst sondern von einer unabhängigen Zertifizierungsorganisation vergeben, nämlich das Stop Climate Change Umweltzeichen. Nur dieses Label und ein Eigenlabel der Firma Frosta veröffentlichen der Studie zufolge ausreichende Hintergrundinformationen.[7]

Frankreich[Bearbeiten]

Die Französischen Supermarktketten Casino und E.Leclerc haben zwei unterschiedliche Projekte gestartet[2]. Während Casino auf Eigenprodukten den CO2-Gehalt angibt, der ähnlich wie beim Britischen Label, auf einer produktspezifischen Ökobilanz basiert, werden bei E. Leclerc alle Produkte mit einem generischen Wert für die jeweilige Produktkategorie auszeichnet. Bei der zweiteren Methode lassen sich somit einzelne Produkte der gleichen Produktkategorie nicht vergleichen, Konsumenten können sich jedoch bewusst gegen ganze Produktgruppen entscheiden, welche klimabelastend sind.

Vereinigte Staaten von Amerika[Bearbeiten]

In den USA findet man ebenfalls zwei unterschiedliche Ansätze[2]. Der Carbon Fund berechnet den Kohlenstoff-Fußabdruck eines Produktes, das Produkt wird jedoch nicht mit diesem Wert angeschrieben. Stattdessen verpflichtet sich der Produzent, die entsprechenden Mengen an CO2 zu kompensieren, und erhält dafür ein Label mit der Aufschrift „carbon free“. Ein weiteres Label, das Climate Conscious Label der Non-Profit-Organisation The Climate Conservancy, befindet sich in der Entwicklungsphase. Geplant ist ein Rating der Produkte, und eine entsprechende Auszeichnung (bronze, silber, gold).

Canada[Bearbeiten]

Die Non-Profit-Organisation CarbonCounted hat eine Webapplikation entwickelt, welche es Unternehmen erlaubt, ihre produktspezifischen Kohlenstoff-Fußabdrücke online zu berechnen[2].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Mensch als CO2-Emittent (FAZ.net)
  2. a b c d e Summary of global carbon labels (ClimateChangeCorp)
  3. http://www.20min.ch/finance/news/story/Neue-App-zeigt--auf-welche-Labels-Verlass-ist-30942368
  4. http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/umwelt--und-soziallabel-im-test-auf-labelinfoch-pusch-1.18264512
  5. http://www.labelinfo.ch/de/labels?&label=swiss%20climate&id=158
  6. Pressemitteilung zum Ergebnissymposium vom 26. Januar 2009 (PCF Pilotprojekt) (PDF; 117 kB)
  7.  Dr. Ulrike Eberle, corsus-corporate sustainability: Auslobung klimarelevanter Aspekte bei Lebensmitteln. Hamburg 6. Februar 2012 (PDF)., im Auftrag der Verbraucherzentralen