Klingonische Sprache

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Klingonisch (tlhIngan Hol)
Projektautor Marc Okrand
Jahr der Veröffentlichung 1984
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

ISO 639-2:

tlh

ISO 639-3:

tlh

Textprobe
taH pagh taHbe'. DaH mu'tlheghvam vIqelnIS. quv'a', yabDaq San vaQ cha pu' je SIQDI'? pagh, Seng bIQ'a'Hey SuvmeH nuHmey SuqDI', 'ej, Suvmo', rInmoHDI'? Hegh. Qong. – (Hamlet, 3. Aufzug, 1. Szene)

Klingonisch (Eigenbezeichnung: tlhIngan Hol [ˈt͡ɬɪŋɑn xol]) ist eine konstruierte Sprache, die 1984 von Marc Okrand im Auftrag der Filmgesellschaft Paramount für die Klingonen, eine außerirdische Spezies in den Star-Trek-Kinofilmen, geschaffen wurde. Fremde Völker in Science-Fiction-Filmen sprachen zumeist ein sinnloses Kauderwelsch, doch die Produzenten von Star Trek wollten eine „richtige“ Sprache mit realistischem Hintergrund verwenden, damit die Verwendung in den verschiedenen Filmen untereinander stimmig ist. Fans der Serie, aber auch Sprachforscher, griffen die Sprache auf und begannen, sie zu lernen und aktiv zu sprechen. Das Klingon Language Institute (KLI) beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Schutz und der Verbreitung der Sprache. Als Standardwerk und Grundlage der Grammatik gilt das von Okrand verfasste Wörterbuch The Klingon Dictionary.

Entstehung[Bearbeiten]

Marc Okrand (2008 in Leipzig)

Realität[Bearbeiten]

Die ersten klingonischen Begriffe wurden 1979 für den ersten Star-Trek-Film von James Doohan, dem Darsteller von Scotty, vorgeschlagen. Als für den Film Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock weitere klingonische Dialoge benötigt wurden, wurde Marc Okrand beauftragt, die Sprache auszuarbeiten. Dabei ging er von den ersten Begriffen aus dem Jahr 1979 aus. Um der Sprache einen möglichst fremden Klang zu geben, schmückte Okrand sie mit vielen Zungenbrechern. Da es sich bei den Klingonen um ein kriegerisches Volk handelt, ist auch ihr Sprachgebrauch entsprechend schroff. Zur Begrüßung sagen sie (wenn überhaupt irgendetwas) nuqneH, was wörtlich ‚Was willst du?‘ heißt. Der einzige bekannte Ausdruck, um sich zu verabschieden, ist Qapla’, was so viel wie ‚Erfolg‘ bedeutet. Marc Okrand steht in regem Kontakt mit dem KLI und dessen Mitgliedern. Er gibt ihnen in unregelmäßigen Abständen neue Vokabeln bekannt.

CBS bzw. dessen Tochterunternehmen Simon & Schuster besitzen als Verlag das Urheberrecht auf die offiziellen Wörterbücher und die kanonische Sprachbeschreibung. Ihr Anspruch auf die Sprache selbst wird angezweifelt, ist aber bislang nicht Gegenstand von gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Der bei der IANA registrierte Sprachcode für die klingonische Sprache ist „i-klingon“, der ISO-639-2-Code ist „tlh“. Klingonisch ist also als eine echte Sprache anerkannt.

Fiktion[Bearbeiten]

Auf der klingonischen Heimatwelt, dem Planeten Qo’noS (Kronos), existierten bis zur Gründung des Imperiums durch den mythischen Gründer Kahless verschiedene Volksgruppen und unterschiedliche Sprachen. Im Zuge der Einigung erwuchs aus der Notwendigkeit, sich zu verständigen, das tlhIngan Hol. Altertümliche Formen der klingonischen Sprache werden als no' Hol (‚Sprache der Vorfahren‘) in der zeremoniellen Sprache, in Liedern und klassischen Geschichten, in besonderem Maße aber in der klingonischen Oper bewahrt. In einem solchen Fall müssen die Passagen in no' Hol von den Zelebranten und Darstellern auswendig gelernt werden, da sie sonst von heute lebenden Klingonen nicht mehr oder nur in einem falschen Sinne verstanden würden.[1]

Nach dem Zwischenfall auf dem Planeten Genesis (siehe Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock) wurde einer der Klingonen namens ‚Maltz‘ durch Captain Kirk gefangen genommen. Dieser Klingone lebt in Gefangenschaft und verrät der Föderation regelmäßig neue klingonische Wörter. Seine Zurückhaltung ist der Grund, warum viele Wörter noch unbekannt sind.[2]

Sprache[Bearbeiten]

Buchstaben des KLI
im Film verwendete Schriftzeichen
Klinzhai bzw. Mandel-Schrift

Wortschatz[Bearbeiten]

Da die Wörter ursprünglich nur für die Verwendung in den Filmen erschaffen wurden, gibt es viele Begriffe, die im alltäglichen Leben eher selten Anwendung finden, z. B. für „Phaser“, „Raumschiff“ oder „Planet“. Aus demselben Grund herrscht ein großes Defizit bei alltäglichen Begriffen, die im Film nicht gebraucht wurden, wie „Kühlschrank“, „Schlüssel“ oder „Windeln“.

Insgesamt enthält die klingonische Sprache 90 Vor- und Nachsilben sowie ca. 1960 Wortstämme. Darin enthalten sind 60 Eigennamen, 25 Planeten, 40 fiktive Tiernamen, knapp 100 Star-Trek-spezifische Begriffe und 42 transkribierte irdische Speise- und Ländernamen. Somit existieren im Grunde lediglich knapp 1700 Grundwörter, die jedoch durch die Möglichkeit der Zusammensetzung und auch der Verwendung von Nachsilben zu insgesamt circa 3000 möglichen Begriffen definiert werden. 1985 wurden im ersten Wörterbuch etwa 1500, in der erweiterten Neuauflage 1992 zusätzlich 300, 1997 in der Fortsetzung (Klingonisch für Fortgeschrittene) 800 und in den darauffolgenden Jahren in diversen Quellen nochmals ungefähr 400 Wörter bekannt gegeben. Dies beinhaltet nur die als Canon anerkannten Quellen, die direkt von Marc Okrand stammen. Das Bilden von neuen Bedeutungen kann verdeutlicht werden am Grundwort chen „entstehen“: chenmoH „bilden“ → chenmoHwI’ „Erschaffer“ → Hew chenmoHwI’ „Bildhauer“. Eigenkreationen sind hier bis zu einem gewissen Grad auch ohne kanonische Verwendung zulässig und von der Allgemeinheit akzeptiert, solange die Bedeutung klar ist.

Die Wörter basieren auf keiner irdischen Sprache, jedoch hat sich der Autor verschiedener Wortspiele bedient, um ein klingonisches Wort zu erfinden. So hat das Wort für „Nachbar“ jIl den Hintergrund, dass Okrands Nachbar Jill heißt. Das Wort für „Fisch“ heißt ghotI’, in Anlehnung an das Wortspiel Ghoti. Das Wort für Stiefel – auf Englisch boot – ist DaS, so wie im Filmtitel Das Boot zu lesen.

Grammatik[Bearbeiten]

Da diese Sprache für eine außerirdische Rasse entwickelt wurde, hat der Linguist Marc Okrand sich darum bemüht, sie mit einem besonders exotischen Charakter zu versehen. Dafür wurden die seltensten sprachlichen Eigenschaften verwendet, wie z. B. die sehr seltene Satzstellung Objekt – Prädikat – Subjekt und die Verwendung von Vor- und Nachsilben (siehe agglutinierende Sprachen).

Im Klingonischen gibt es nur drei Wortarten: Verben, Nomen, und „alles andere“. Adjektive fallen hierbei unter Verben und werden als ‚... sein‘ übersetzt, wie z. B. tIn ‚groß sein‘.

Der Aufbau des Klingonischen ist sehr stark mit einem Baukastensystem zu vergleichen. Sätze werden aus vielen Einzelteilen in einer (fast immer) unveränderbaren vorgegebenen Reihenfolge zusammengesetzt. Das Klingonische kennt weder Konjugation noch Deklination. Es gibt auch keine verschiedene Zeitformen und keine Artikel.

Schrift[Bearbeiten]

Um die Lautschrift des IPA-Systems zu vermeiden und die Darstellung mit üblichen Mitteln zu erleichtern, wird die klingonische Sprache mit Hilfe lateinischer Buchstaben dargestellt. Diese repräsentieren eine speziell für die klingonische Sprache entwickelte Lautschrift, was erklärt, warum manche der Buchstaben mitten im Wort als Großbuchstabe geschrieben werden.

Es gab nie eine „offizielle“ klingonische Schrift, damit Unstimmigkeiten im Filmset vermieden werden können. In The Klingon Dictionary heißt es, dass über die klingonische Schrift sehr wenig bekannt sei, außer dass sie pIqaD genannt wird.[2] Sehr bekannt ist die sogenannte Mandel-Schrift, die 1980 im Buch The U.S.S. Enterprise Officer's Manual vorgestellt wurde. Diese wurde aber dem englischen Alphabet zugeordnet und ist daher nicht kompatibel mit Okrands Lautschrift.

Das KLI hat seit seiner Gründung 1992 in seinem vierteljährlichen Journal eine klingonische Schrift verwendet, die auf den in den Filmen sichtbaren Zeichen basiert, jedoch nicht identisch ist. Die exakte Quelle dieser Schriftzeichen ist nicht eindeutig bekannt, jedenfalls existierte sie schon vor der Gründung des KLI. Genau diese Schrift wurde 2011 in der Veröffentlichung des Klingonischen Monopoly, in einer klingonischen Sprachlern-Software und in einem 2012 veröffentlichten Buch über den klingonischen Bird of Prey (ein Raumschiff-Typ) verwendet.[3] Daher kann dieser Schriftsatz inzwischen als offiziell betrachtet werden, auch wenn sie in den Filmen nicht verwendet wird.

Das Logo der Wikipedia enthielt ursprünglich in der oberen Ecke den klingonischen Buchstaben r. Dieser wurde nach dem Entfernen der klingonischen Wikipedia 2010 durch ein Zeichen aus der Sprache Ge'ez ersetzt.

Dialekte[Bearbeiten]

Die während der Filme schlecht ausgesprochenen Szenen und unbeabsichtigten grammatikalischen Fehler werden nachträglich im Buch Klingon for the Galactic Traveler (Klingonisch für Fortgeschrittene) folgendermaßen als Dialekte und Umgangssprache erklärt: Als „Standard-Klingonisch“ gilt der Dialekt des jeweiligen Herrschers, der als ta’ tlhIngan Hol (kurz: ta’ Hol) bezeichnet wird (wörtlich: ‚Klingonisch des Imperators‘). Da häufige Machtwechsel für die klingonische Kultur charakteristisch sind, wechselt der Dialekt des Herrschers entsprechend oft. Für sprachwissenschaftlich vergleichende Zwecke findet der klingonische Dialekt, welcher in der Hauptstadt von Qo’noS gesprochen wird, als Standard Verwendung.[1]

Offizielle Anerkennung[Bearbeiten]

Die Klingonische Sprache ist eine der wenigen fiktionalen Sprachen, die in diversen Normen gefestigt wurden und damit einen „offiziellen“ Status erhalten haben: 1999 wurde die Sprache in der Liste der IANA mit dem kürzel i-klingon eingetragen.[4] Diese Verwendung wurde im Februar 2004 abgelöst durch die Eintragung des Kürzels tlh in die ISO 639-2 und 639-3, die durch den Library of Congress verwaltet wird.[5] Derselbe Code wird auch in der MARC Code List for Languages verwendet.[6]

Sprecheranzahl[Bearbeiten]

Der Vorsitzende des KLI, Lawrence M. Schoen, als auch die Sprachwissenschaftlerin Arika Okrent schätzen, dass es etwa 20 bis 30 Menschen gibt, die Klingonisch fließend sprechen. Es gäbe wohl „mehr als zweitausend“ Leute, die zumindest ein oder zwei Wörter in Klingonisch kennen.[7] Das Problem bei einer Schätzung ist die Definition, ab wann jemand eine Sprache fließend sprechen kann.

Verwendung[Bearbeiten]

Klingonisch wurde ursprünglich nur für die Kinofilme entwickelt und dort verwendet. Eine alltägliche Konversation auf Klingonisch stößt schnell an die Grenzen des beschränkten Vokabulars von knapp 3.000 Begriffen. Fans verwenden die Sprache gerne im Rahmen des Rollenspiels (siehe Cosplay) und auf Conventions, um ihren Charakteren mehr Authentizität einzuhauchen. In Sprachkursen wird Klingonisch geübt und gesprochen (→ qepHom), aber auch Sprachforscher[8] und Studenten befassen sich mit dem Thema und erstellen z. B. Diplomarbeiten[9] über das Thema Klingonisch oder dessen Nutzer. Es gibt regelmäßig Erwähnungen und kleine Verwendungen in diversen Medien.

Star-Trek-Filme[Bearbeiten]

Klingonisch wurde in folgenden Kinofilmen gesprochen:

Insgesamt nur ca. elf kurze Sätze. Diese waren von dem Schauspieler James Doohan vorgeschlagen worden und dienten später als Grundlage für die Entwicklung der Sprache durch Marc Okrand.
Manche Dialoge wurden erst auf Englisch gedreht und nachträglich auf Klingonisch synchronisiert.
Dieser Film enthält die meisten klingonischen Dialoge.
Mehrere klingonische Dialoge, aber auch unübersetzte Zwischenrufe im Hintergrund.
In einer Szene war nur ein einziges Wort zu hören.
Die Szenen mit den Klingonen wurden aus dem Film geschnitten, sind jedoch auf der DVD als Zusatz enthalten. Hier sind mehrere klingonische Sätze zu hören, die offenbar klingonische Wörter enthalten, jedoch schwer verständlich sind.
Es gibt eine Szene mit Klingonen, in der Kommunikationsoffizier Uhura (Zoë Saldaña) fließend Klingonisch spricht.

Andere Filme[Bearbeiten]

Korrektes Klingonisch[Bearbeiten]

Eines der Kinder spricht in einer Szene einen kleinen Dialog.
Eine der beiden Hauptfiguren ist ein intensiver Trekkie; er spricht zu seiner Freundin zwei Sätze auf Klingonisch, nachdem sie ihn während einer romantischen Situation dazu aufgefordert hat.
Ein Film über zwei Nerds, die einen Alien finden. Beide sprechen nach eigenen Angaben Klingonisch und verwenden auch wenige Sätze.

Andeutungen oder Imitationen[Bearbeiten]

In dieser Filmkomödie über Star-Wars-Fans wird ein Trekkie dazu aufgefordert, etwas auf Klingonisch zu sagen. Seine Antwort ist jedoch kein echtes Klingonisch.
Eine Nebenfigur dieser Komödie spricht mehrere Sätze auf Klingonisch, was jedoch kein offizielles Klingonisch ist. Diese Figur wird von Jim Parsons dargestellt, der in der TV-Serie The Big Bang Theory richtiges Klingonisch spricht.
In der 19. Folge der 10. Staffel sitzt ein Patient in einer Therapie-Sitzung und spricht unverständliche Laute. Es wird erklärt, dass er nur Klingonisch spricht.
Der Film beginnt mit der Einblendung eines bekannten klingonischen Zitats, dargestellt jedoch auf Englisch.

Fernsehserien[Bearbeiten]

In wenigen Folgen sind klingonische Ausdrücke zu hören, selten jedoch ganze Dialoge und nicht so ausführlich wie in den Kinofilmen.
In der Folge „Star Mitzvah“ während der 10. Staffel (2002) hält Frasier eine Ansprache auf Klingonisch, weil ihm jemand sagte, es sei Hebräisch.
Eine Folge, die auf einer SF-Convention stattfindet („My Big Fat Geek Wedding“ in der 15. Staffel, 2004), enthält klingonische Dialoge. Diese sind jedoch nur Kauderwelsch. Es werden jedoch klingonische Schriftzeichen verwendet, die das Wort LOVE (Liebe) darstellen.
In der 8. Folge der ersten Staffel (2005) "Das Duell" muss Robin wegen eines Notfalls ein Date mit einem Nerd abbrechen. Daraufhin sagt dieser die klingonische Beleidigung Hab SoSlI' Quch („Deine Mutter hat eine flache Stirn“) mit der Erklärung, sie sei unehrenhaft.
Auf einem Maskenball in der Folge der 4. Staffel (2006) „Witch Hunt“ (dt. Titel „Halloween“) wird jemand mit Klingonenmaske verhaftet. Er widerspricht mit zwei klingonischen Zitaten, die einer der Ermittler namens McGee aber versteht und übersetzt.
In der Episode „Chuck gegen die Wahrheit“ in der 1. Staffel (2007) unterhalten sich Chuck und Bryce teilweise auf Klingonisch, um so Chucks Identität zu bestätigen oder eine Nachricht für die anderen unverständlich auszutauschen.
In dieser Sitcom sprechen die vier Hauptdarsteller – Sheldon, Leonard, Raj und Howard – auf unterschiedlichem Level Klingonisch, und einmal wird auch klingonisches Boggle gespielt. Außerdem ist die Einladung zur Hochzeit von Howard und Bernadette auch auf Klingonisch (5. Staffel).

Literatur-Übersetzungen[Bearbeiten]

Das eingeschränkte Vokabular der Sprache lässt Übersetzungen literarischer Werke nur eingeschränkt zu. So könnte zum Beispiel eine Übersetzung von Lewis Carrolls Alice in Wonderland in das Klingonische nicht erstellt werden (im Gegensatz zu anderen Kunstsprachen wie Volapük oder Esperanto), da zahlreiche dafür notwendige Wörter nicht verfügbar sind.[10] Auch das häufig fälschlicherweise als abgeschlossen beschriebene Bibel-Übersetzungsprojekt ist an dieser Hürde aufgehalten. Auch andere Projekte erfordern nicht selten Umformulierungen bei der Übersetzung. So wurde zum Beispiel das Wort „Sonne“ im klingonischen Hamlet als „Tages-Stern“ (pemHov) umschrieben, weil zu dem Zeitpunkt noch kein Wort dafür bekannt war.[11] Gelegentlich werden für neue Projekte neue Vokabeln durch Okrand bereitgestellt.

  • Shakespeare
Nach einer Aussage Kanzler Gorkons (David Warner) im Film Star Trek VI: Das unentdeckte Land („Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen.“) kam das Interesse auf, die Werke von William Shakespeare in die fiktionale Sprache zu übersetzen. Dieses Projekt wurde durch das Klingon Language Institute betreut. Dies ist gelungen für Viel Lärm um nichts (kling. paghmo’ tIn mIS) und Hamlet, Prinz von Dänemark (kling. Qo’noS ta’puq, Hamlet lotlut). Auch einige Sonette Shakespeares wurden übersetzt.
  • Gilgamesch
Aus der Weltliteratur ist das Gilgamesch-Epos ins Klingonische übersetzt worden.
  • Tao Te King
Im Sommer 2008 erschien eine klingonische Übersetzung von Tao Te King.[12]

Weitere Projekte[Bearbeiten]

  • Oper ’u’
Das niederländische Ensemble KTRE produzierte 2010 eine komplette Oper auf Klingonisch, mit eigens kreierten Musikinstrumenten. Marc Okrand war bei der Erstellung beteiligt und stellte mehrere neue Vokabeln zur Verfügung.
  • Oper juHrop
Frieder Butzmann komponierte 2009 in Zusammenarbeit mit dem Klingonischlehrer Lieven Litaer eine klingonische Oper mit dem Titel juHrop („Heimweh“), welche im Januar 2009 auf Deutschlandradio ausgestrahlt wurde. Gesprochen wird außer Klingonisch auch Chinesisch und Englisch. Verschiedene Phrasen basieren auf Zitaten von Shakespeare. [13]
  • Internet
Mehrere bekannte Internetseiten sind auf Klingonisch verfügbar, unter anderem Google[14] und Facebook. Auch der Kartendienst Wheelmap, ein Angebot zum Eintragen und Auffinden von rollstuhlgerechten Einrichtungen, bietet eine klingonische Benutzeroberfläche.
Es existierte eine klingonische Wikipedia, die aber aufgrund weniger Sprachkönner vergleichsweise nur sehr wenige Artikel enthielt. Das Projekt wurde 2005 geschlossen, da es nicht den Zielen der Wikimedia Foundation entsprach. Es wurde Ende 2006 als klingonisches Wikia neu gegründet.[15] Umfang im Juli 2014: 199 Artikel.
Zum zehnten Geburtstag ihres Online-Auftritts hat auch die Deutsche Welle 2004 ein Angebot auf Klingonisch eingerichtet.[16][17]
Anlässlich des neuen Star-Trek-Films hat Microsoft im Mai 2013 ihrer Übersetzungs-Software von Bing die Sprache Klingonisch hinzugefügt.[18] Dieses Projekt wird durch erfahrene Mitglieder des Klingonisch-Instituts bearbeitet und soll daher eine möglichst hohe Qualität der Übersetzung gewährleisten.
  • Software
Star Trek: Klingon (CD-ROM) (1996) – Dieses interaktive Computerspiel führt den Spieler durch das Leben eines jungen Klingonen. Hierbei kann der Film angehalten werden und diverse Gegenstände können angeklickt werden, um eine Erklärung und die klingonische Bezeichnung zu erhalten. Ein Zusatz des Spiels ist ein Sprachlabor, in welchem die Sprache geübt und gelernt werden kann. Die Software läuft nicht mehr ohne weiteres auf aktuellen Betriebssystemen.
Die Firma Sophos hatte im Jahr 2009 eine Version ihrer Anti-Virus-Software komplett auf Klingonisch angeboten.[19]
Im Jahr 2011 veröffentlichte die Sprachlern-Software-Firma Eurotalk eine Version für Klingonisch.
Ebenfalls im Jahr 2011 veröffentlichten die Entwickler von dem Computerspiel Minecraft eine Spracheinstellung auf Klingonisch für das Spiel.

Trivia[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Englische Bücher zur Sprache:

Übersetzungen der vorgenannten Bücher:

  • Marc Okrand: Das offizielle Wörterbuch Klingonisch/Deutsch, Deutsch/Klingonisch. Heel, Königswinter 1996, ISBN 3-89365-544-1
  • Marc Okrand: Die Ehre der Klingonen. Heel, Königswinter, 1997, ISBN 3-89365-603-0
  • Marc Okrand: Klingonisch für Fortgeschrittene. Heel, Königswinter 1998, ISBN 3-89365-657-X
  • Marc Okrand, Lieven Litaer: Das offizielle Wörterbuch Klingonisch/Deutsch, Deutsch/Klingonisch., Überarbeitete Neuauflage, Heel, Königswinter 2013, ISBN 978-3-86852-688-2

Klingonische Übersetzungen:

Bibliotheksbestände:

Weblinks[Bearbeiten]

Sprachkurs

Das offizielle Klingonisch-Institut (KLI)

Internet-Seiten auf Klingonisch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Marc Okrand: Klingon for the Galactic Traveler. Original Auflage. Pocket Books, 1. September 1997, ISBN 978-0671009953.
  2. a b  Marc Okrand: The Klingon Dictionary. Pocket Books, 1. Januar 1992, ISBN 978-0671745592.
  3.  Ben Robinson: Klingon Bird of Prey Manual. Haynes Publishing Group, 24. Oktober 2012, ISBN 978-0857332769.
  4. Language Subtag Registry der IANA. 24. Oktober 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  5. Language Tags - Obsolete. 17. Juni 2010, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  6. MARC Code List for Languages. 30. Oktober 2013, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  7. "But what about speakers in the sense of people who can carry on a spontaneous live conversation in Klingon? (...) I would say, oh, twenty or so. Maybe thirty." Arika Okrent. In the Land of Invented Languages. New York (Spiegel & Grau). 2010, S. 273. "There are probably more than two thousand people who have learned to use Klingon in some way. Many of them have learned a word or two." Ebendort, S. 272
  8. Martina Scheffler, dpa: Klingonisch und Elbisch für Anfänger. 13. Juli 2004, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  9. Yens Wahlgren: Klingon as Linguistic Capital, A Sociologic Study of Nineteen Advanced Klingonists. 2004, abgerufen am 7. Oktober 2013 (PDF; 182 kB).
  10. Michael Everson: Re: pIqaD in actual use. In: Unicode Mail List Archive. 3. März 2013, abgerufen am 6. März 2013 (englisch).
  11. "Doubt that the sun doth move / ratlh pemHov 'e' HIpon" The Klingon Hamlet, Pocket Books, S. 55
  12. Dr. Lawrence M. Schoen: Tao Te Ching... in Klingon! kli.org (Klingonisch-Institut), 25. Juni 2008, abgerufen am 16. Januar 2013.
  13. juHrop – Ursendung. Klingonische Oper von Frieder Butzmann. Deutschlandradio Kultur, 9. Januar 2009, abgerufen am 16. Januar 2013.
  14. Google-Suche auf Klingonisch. Google, abgerufen am 16. Januar 2013.
  15. tlhIngan Hol. The Klingon Encyclopedia. Wikia, abgerufen am 16. Januar 2013.
  16. Klingonisches Online-Angebot der Deutschen Welle. Deutsche Welle, abgerufen am 16. Januar 2013.
  17. ddp: Deutsche Welle: News auf Klingonisch. Focus, 13. September 2004, abgerufen am 16. Januar 2013.
  18. Bing spricht Klingonisch. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  19. Roland Quandt: Sophos bringt Anti-Virus-Software für Klingonen. winfuture.de, 20. Mai 2009, abgerufen am 16. Januar 2013.
  20.  Pan Macmillan: Guinness World Records 2006. Rev ed. Auflage. Guinness World Records Limited, 23. September 2005, S. 140.
  21. Bodo Wartke: Der Liebesliedgenerator. Abgerufen am 16. Januar 2013.
  22. Dieter Putz: Australien spricht "Klingonisch". tip-online.at, 28. Juli 2010, abgerufen am 16. Januar 2013.
  23. Politiker verfasst Rücktrittsgesuch in Klingonisch, in: Die Welt vom 3. Januar 2014, abgerufen am 4. Jan. 2014