Klinikgruppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Krankenhauskette oder Klinikgruppe ist ein Krankenhaus- oder Mischkonzern, der mehrere Krankenhäuser bzw. Kliniken betreibt. Krankenhausketten sind vor allem im Bereich der privaten Trägerschaft verbreitet. Es handelt sich dabei um Unternehmensverbünde rechtlich selbständiger Unternehmen.

Während beim Begriff „Kette“ der Fokus auf den konstituierenden Merkmalen Mehrgliedrigkeit, gleicher Name und qualitativ gleiches Angebot liegt, rücken beim Begriff „Krankenhauskonzern“ die leistungs- und finanzwirtschaftliche Zusammengehörigkeit in den Mittelpunkt.

Die Verbreitung der Krankenhausketten hat im letzten Jahrzehnt in Deutschland stark zugenommen, wie das Wachstum des privaten Krankenhaussektors allgemein. Krankenhausketten wachsen fast ausschließlich über Akquisition von Krankenhauseinrichtungen mit Versorgungsauftrag bzw. Plankrankenhausstatus. Hintergrund ist, dass nur auf diese Weise eine Teilnahme an der Versorgung der GKV-Versicherten gewährleistet ist, die den Großteil der Bevölkerung stellen und damit aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtig für die Erlössicherung sind. Dies gilt vorrangig für den Akutbereich. Im Bereich der Reha-Kliniken sind zu einem Großteil die Rentenversicherungsträger Kostenträger der Maßnahmen, die über etwa 20.000 eigene Betten in knapp 100 Reha-Kliniken verfügt. Die Neugründungen von Einrichtungen sind eher selten. Mit der Akquisition geht eine sogenannte materielle Privatisierung einher.

Eine andere Möglichkeit sind Betriebsführungs- bzw. Managementverträge. Dabei wird im Regelfall die Betriebsführung an eine Krankenhauskette oder -organisation zwar zeitlich befristet aber langfristig angelegt vergeben.

Die Auswirkungen der Umstrukturierungen auf den Markt Gesundheitswesen, auf die Mitarbeitenden (auch künftige) und die Kunden im jeweiligen Einzugsbereich sind zu beachten.

Deutschland[Bearbeiten]

2012 untersuchte das Bundeskartellamt die Übernahme des Rhön-Klinikum durch die Helios Kliniken (gehört zum Fresenius-Konzern). Helios hatte zuvor bereits die Damp Holding übernommen. Außerdem stand die Übernahme von proDiako durch die Agaplesion auf dem Prüfstand. Unterdessen hat Asklepios die Mediclin übernommen und lässt vor dem Bundeskartellamt eine Minderheitsbeteiligung an den Rhön-Kliniken prüfen.

Private Klinikbetreiber in Deutschland mit Umsatzzahlen in Mio. Euro:[1][2]
Klinikbetreiber Umsatz 2006 Umsatz 2010 Umsatz 2011
Helios Kliniken/Fresenius 1.673 2.520 2.665
Rhön-Klinikum 1.933 2.550 2.630
Asklepios 2.150 2.305 2.500
Sana Kliniken 792 1.485 1.630
Schön Kliniken 348 558 575
SRH Kliniken 342 360 565
Mediclin 378 487 494
Damp Holding[3] 422 487 476
Ameos 244 377
Paracelsus Kliniken 284 336 331
Im Vergleich der größte kommunale Krankenhauskonzern:
Vivantes 718 837 865
Im Vergleich die größten konfessionellen Krankenhauskonzerne:
Agaplesion[4] 329 610 520
St. Franziskus-Stiftung Münster[5] 400 602 624
Die folgenden Abschnitte Konfessionelle, Private, Staatliche, Schweiz bestehen hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.

Konfessionelle und überwiegend gemeinnützige Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

Private Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

  • Allgemeine Hospitalgesellschaft, 45 Kliniken, Therapiezentren und Ambulanzen mit ca. 4.500 Behandlungsplätzen
  • Ameos (Schweiz) , 36 Standorte in Deutschland
  • Asklepios Kliniken GmbH, ca. 2,0 Mrd. Euro Umsatz (2006), 34.500 Mitarbeiter (2006), beim ehemaligen Landesbetrieb Krankenhaus Hamburg hält sie 74,9 % der Anteile. 2011 Übernahme von 52,73 % der Aktien der Mediclin AG.
  • Unternehmensgruppe Damp, 5.971 Mitarbeiter (2011), 2.649 Betten in 7 Akutkrankenhäuser und 1.463 Betten in 4 Rehaeinrichtungen. Darüber hinaus werden 8 Medizinische Versorgungszentren und 2 Pflege-/Heimeinrichtungen mit 606 Betten betrieben.
  • Dengg Kliniken Consult GmbH, 6 Rehakliniken, eine Pflegeeinrichtung
  • dk Deutsche Klinik GmbH, 2.500 Mitarbeiter (2005), ca. 2.000 Betten (2005), 5 Krankenhäuser in Trägerschaft, 6 mit Managementvertrag; seit 2006 im Besitz der Capio AB, Schweden einer börsennotierten Krankenhausgruppe die europaweit mehr als 100 Krankenhäusern betreibt
  • Dr. Becker Unternehmensgruppe mit 8 Klinken sowie Wohnparks und pysiotherapeutischen Zentren
  • Eifelhöhen-Klinik AG, drei Krankenhäuser + Kauf der Klinik im Hardter Wald (Mönchengladbach) im Oktober 2011. Die E. will das Gebäude umbauen und dort 2014 ein Reha-Zentrum für Herzpatienten eröffnen.[6]
  • Johannesbad Unternehmensgruppe, 7 Fach- und Rehakliniken, 3 Gesundheitszentren.[7]
  • Klinikgruppe Dr. Guth, Hamburg, 4 Krankenhäuser
  • Klinikgruppe Enzensberg, 6 Krankenhäuser, ein Rehazentrum
  • Die Fresenius AG übernimmt
    • 2011 94,7 % der Damp-Gruppe (s.o.)
    • 2005 die Helios GmbH, ca. 9.345 Betten (2004), ca. 1,157 Milliarden Euro Umsatz (2004), 17.600 Mitarbeiter (2004)
    • 2001 die Wittgensteiner Kliniken AG mit 30 Akut- und Fach-Kliniken und rund 4.600 Mitarbeitern (2001)
  • KMG Kliniken AG, 5 Krankenhäuser, 3 Rehakliniken, 9 Seniorenheime
  • Marseille-Kliniken AG, Berlin, 2008 bundesweit 67 Einrichtungen, davon 58 Pflegeeinrichtungen und 8 Rehaeinrichtungen sowie ein Akutkrankenhaus, mit insgesamt 5.400 Mitarbeitern, 2009 wurden die Anteile an den Rehaeinrichtungen verkauft
  • Maternus Kliniken AG, zwei Fach- und Rehaklinikien und 21 Senioreneinrichtungen
  • Median Kliniken, 2 Akutkrankenhäsuer, 32 Rehaeinrichtungen
  • Mediclin AG, 7 Krankenhäuser, 26 Rehaeinrichtungen, 7 Pflegeheime. Im September 2011 Übernahme von 52,73% der Aktien durch die Asklepios Kliniken GmbH
  • Medigreif Unternehmensgruppe, 5 Krankenhäuser, 5 Rehakliniken, ca. 1.850 Beschäftigte, seit 2010 eine Tochter der Rhön-Klinikum AG
  • Michels Kliniken GmbH & Co. KG, 7 Rehaeinrichtungen
  • Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH, 20 Akutkrankenhäuser mit 2.285 Betten, 11 Rehabilitationskliniken mit 1.825 Betten sowie 9 ambulante Einrichtungen und insgesamt 5.144 Mitarbeitern (Stand 2006, Unternehmensangaben)
  • Ehemalige Procuramed GmbH (jetzt Tochter von Asklepios), betrieb über Managementverträge 20 Krankenhäuser vor allem in Bayern, zuletzt nur noch das Krankenhaus Lindau im Bodensee
  • Recura-Kliniken GmbH, 2 Kliniken, 2 Rehaeinrichtungen
  • RHM Klinik- und Altenheimbetriebe, 13 Kliniken, 7 Heime
  • Rhön-Klinikum AG, ca. 14.650 Betten (2007), ca. 2,02 Mrd. Euro Umsatz (2007), ca. 31.000 Mitarbeiter (2007)
  • Sana Kliniken GmbH oder Sana-Gruppe, ca. 550 Mio Umsatz, ca. 60 Krankenhäuser und 20 Seniorenheime, 21.000 Mitarbeiter
  • Schön Kliniken, 12 Krankenhäuser, 3.660 Betten
  • SRH Kliniken GmbH, 6 Krankenhäuser, 3 Rehakliniken, 2.817 Betten
  • Waldburg-Zeil Kliniken (Württemberg, Bayern), 2 Akutkliniken, 11 Rehakliniken, ca. 3.500 Mitarbeiter
  • Wicker-Gruppe, 2 Krankenhäuser, 12 Rehaeinrichtungen
  • Mühlenkreiskliniken (AöR), 5 Krankenhäuser, ca. 285 Mio. € Umsatz, 4.300 Mitarbeiter

Staatliche und kommunale Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]

Weitere Entwicklungen im Gesundheitsmarkt[Bearbeiten]

Im Unterschied zu den bisher großen Betreibern (frei gemeinnützige Verbände, Unternehmen) entwickeln sich nach dem Krankenhaussektor seit 1995 zunehmend offen gewinnorientierte Unternehmensverbünde auch im Bereich Altenheime, medizinische Diagnostik und Arztpraxen. Zusätzlich ist eine Internationalisierung in diesem Bereich zu beobachten (Zuerst zwischen den NL, GB und D). Bei den Betreibern oder Besitzern handelt es sich zum Teil um ehemalige Leitende Manager oder direkt um die genannten Verbände selbst, die sich durch die andere Rechtsform einen größeren, auch finanziellen, Handlungsraum ermöglichen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung vom 19. Oktober 2007
  2. Wirtschaftswoche vom 9. Februar 2012
  3. Geschäftsbericht der Damp Holding 2011 (PDF; 758 kB)
  4. Agaplesion. Aufstieg in die Top 5
  5. St. Franziskus Stiftung – Kennzahlen 2011 (PDF; 126 kB)
  6. rp-online.de / Rheinische Post vom 19. Oktober 2011 S. C7 (regional): [1]
  7. johannesbad.de: [2]
  8. Kliniken der Deutschen Rentenversicherung

Siehe auch[Bearbeiten]