Klinozoisit

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Klinozoisit
Clinozoisite, Amphibole Group - Mount Belvidere Quarries, Vermont, USA.jpg
Klinozoisit vom Mount Belvidere, Vermont, USA
Chemische Formel

Ca2AlAl2[O|OH|SiO4|Si2O7][1]

Mineralklasse Silikate und Germanate
9.BG.05 (8. Auflage: VIII/C.23) nach Strunz
58.02.01a.01 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin monoklin-prismatisch 2/m
Farbe farblos, z. T. blassgelb, grau, grün; farblos im Dünnschliff
Strichfarbe gräulich, weiß
Mohshärte 6,5 bis 7
Dichte (g/cm3) 3,21 bis 3,38
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Spaltbarkeit {001} vollkommen
Bruch uneben
Habitus faserig bis prismatisch, z. T. massig
Häufige Kristallflächen {100}, {111}, {001}
Zwillingsbildung lamellar nach {100}, selten
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,670 bis 1,718; nβ = 1,670 bis 1,725; nγ = 1,690 bis 1,734
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δn = 0,004 bis 0,015; zweiachsig positiv
Optischer Achsenwinkel 2V = 14 bis 90°
Pleochroismus nicht vorhanden, bei geringen Mengen an Fe3+ schwach gelb nach grün
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen teilweise Umwandlung in orthorhombischen Zoisit oberhalb 500 °C
Chemisches Verhalten unlöslich in Wasser und Salzsäure
Ähnliche Minerale Epidot, Zoisit, Piemontit, Allanit

Klinozoisit ist ein Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Aufgrund der nahen chemischen Verwandtschaft zu Epidot gehört es innerhalb der Gruppensilikate zur Epidotgruppe. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca2AlAl2[O|OH|SiO4|Si2O7][1] und entwickelt faserige bis langprismatische, zum Teil auch kurzsäulige Kristalle.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Klinozoisit vom Mount Belvidere, Vermont, USA

Die Unterscheidung von Klinozoisit und des sehr ähnlichen Epidots (Ca2(Fe3+,Al)Al2[O|OH|SiO4|Si2O7]) erfolgt über die optischen Eigenschaften im Dünnschliff unter dem Polarisationsmikroskop. Klinozoisit besitzt aufgrund des Fehlens von Fe3+-Ionen niedrigere Brechungsindices als Epidot, weiterhin ist seine optische Orientierung zweiachsig positiv im Gegensatz zum zweiachsig negativen Epidot. Vom chemisch identischen, orthorhombischen Zoisit kann er durch die schiefe Auslöschung unterschieden werden.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wissenschaftlich beschrieben und als eigenständiges Mineral erkannt wurde Klinozoisit von Ernst Weinschenk (1865–1921). Der von ihm vergebene Name bedeutet so viel wie „der schiefe Zoisit“ und beruht auf der engen Verwandtschaft zum chemisch identischen, jedoch orthorhombischen Zoisit, während Klinozoisit im monoklinen Kristallsystem kristallisiert.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehört der Klinozoisit noch zur allgemeinen Abteilung der „Gruppensilikate (Sorosilikate)“, wo er Mitglied der großen Gruppe der Epidote ist.

Seit der Überarbeitung der Strunz'schen Mineralsystematik in der 9. Auflage ist diese Abteilung präziser unterteilt nach der Art der in der Verbindung auftretenden Silikatkomplexe und der Koordinierung der beteiligten Kationen. Der Klinozoisit steht entsprechend in der Unterabteilung der „Gruppensilikate mit gemischten SiO4- und Si2O7-Gruppen; Kationen in oktahedraler [6] und größerer Koordination“ und ist dort nach wie vor Mitglied der Epidotgruppe mit der System-Nr. 9.BG.05.

Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Klinozoisit ebenfalls in die Abteilung der Gruppensilikate, dort allerdings in die Unterabteilung der „Gruppensilikate mit insularen, gemischten, einzelnen und größeren Tetraedergruppen mit Kationen in [6] und höherer Koordination; Einzel- und Doppelgruppen (n=1,2)“. Auch hier ist er Mitglied der Epidotgruppe, genauer der „Epidot-Untergruppe“.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Klinozoisit entsteht primär bei der Gesteinsmetamorphose und ist typisch für die Gesteine Grünschiefer- und Amphibolit-Fazies. Sekundär bildet sich Klinozoisit auch durch die hydrothermale Alterierung von Plagioklas in Magmatiten. Begleitende Minerale (Paragenesen) sind häufig Epidot, verschiedene Chlorite, Prehnit, Albit, Quarz und Calcit, seltener auch Biotit, Stilpnomelan, Pumpellyit und verschiedene Granate.

Klinozoisit ist farblos, kann jedoch durch Fe3+-Ionen auf den Plätzen von Al3+ in der Kristallstruktur schwach gelb bis grün, durch Mn2+ auf den Plätzen von Ca2+ schwach rötlich bis rosa (selten) gefärbt sein.

Bekannte Fundorte befinden sich in der Schweiz, Österreich, Mexiko, Kalifornien, Madagaskar und den Neuseeländischen Alpen.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Klinozosit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe \ P2_1/m (Raumgruppen-Nr. 11) mit den Gitterparametern a = 8,88 Å; b = 5,58 Å; c = 10,15 Å und β =&nbsp115,2° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Die chemische Struktur besteht aus gemischten Insel-[SiO4] und Disilikaten [Si2O7] mit3(OH)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 585.

Literatur[Bearbeiten]

  • P. Comodi, P. F. Zanazzi: The pressure behavior of clionzoisite and zoisite: An x-ray diffraction study. In: American Mineralogist. Bd. 82, 1997, S. 61-68. (englisch)
  • W. A. Deer, R. A. Howie, J. Zussman: An Introduction to the Rock Forming Minerals. Prentice Hall, Harlow 1992, ISBN 0-582-30094-0 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clinozoisite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien