Ključ

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den gleichnamigen Berg in Montenegro, siehe Ključ (Montenegro)
Ključ
Кључ

Wappen von Ključ

Ključ (Bosnien und Herzegowina)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation
Kanton: Una-Sana
Koordinaten: 44° 35′ N, 16° 42′ O44.58333333333316.7266Koordinaten: 44° 35′ 0″ N, 16° 42′ 0″ O
Höhe: 266 m. i. J.
Fläche: 358 km²
Einwohner: 19.923
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 37
Postleitzahl: 79280
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Osman Ćehajić (SDA)
Webpräsenz:
Stadtpanorama

Ključ (serbisch-kyrillisch Кључ) ist ein Ort und die zugehörige Großgemeinde (Općina) im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina. Sie liegt im Tal der Sana und gehört zum Kanton Una-Sana der Föderation Bosnien und Herzegowina.

Vor dem Bosnienkrieg (1991) bestand die Bevölkerung in der damaligen Großgemeinde je etwa zu 40% aus Serben und Bosniaken (bosn. Muslime). Die restlichen 10% machten hauptsächlich bosnische Kroaten aus.

Heute bilden aufgrund der Rückeroberung der Stadt im Jahre 1994 durch den 5.Korpus der Armee der Republik Bosnien-Herzegowinas und der damit verbundenen Vertreibung der serbischen Bewohner, die Bosniaken eine absolute Mehrheit (über 97% der Bewohner sind Bosniaken).

Die Großgemeinde hatte vor dem Krieg ca. 45.000 Einwohner, während heute nur noch 20.000 Bewohner in Ključ ihren Hauptwohnsitz haben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Mittelalter und Osmanisches Reich [Bearbeiten]

restaurierter Turm der ehemaligen Festung

Die Festung, von der der Ort seinen Namen hat (Ključ bedeutet „Schlüssel“, „Schlüssel zu Bosnien“), wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Hier wurde 1463 der letzte bosnische König Stjepan Tomašević von der türkischen Armee gefangen genommen. Die Ansiedlung wurde kontinuierlich erweitert, da sie eine große militärische Bedeutung hatte. Bis 1838 war hier eine komplette türkische Garnison stationiert, die die Verkehrsverbindungen durch das Sana-Tal kontrollierte.[1]

Bosnienkrieg und Nachkriegszeit [Bearbeiten]

Während des Bosnienkrieges kam es 1992 in Ključ zunächst zur Vertreibung und Ermordung aller nicht-serbischen Einwohner durch die Armee der Republika Srpska (VRS), zwei Jahre später aber zur Rückeroberung durch die bosniakische Regierungsarmee ABiH und Vertreibung der serbischen Einwohner. Mit dem Dayton-Vertrag wurde der größte Teil (bezogen auf die Einwohnerzahl) der früheren općina der Föderation von Bosnien und Herzegowina zugeschlagen; er wird nahezu komplett von Bosniaken bewohnt (ca. 97 %). Lediglich in der Stadt finden sich sehr wenige ältere Menschen serbischer, sowie kroatischer Herkunft. Der östliche Teil der früheren Großgemeinde, in dem von den ca. 5000 Bewohnern nahezu nur bosnische Serben wohnhaft sind, gehört seitdem zur Republika Srpska. Er wurde zunächst als Srpski Ključ bezeichnet, später aber in Ribnik umbenannt.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]

  • Zlatan Muslimović, Fußballspieler, wurde zwar in Banja Luka geboren, seine Familie allerdings stammt und wohnte in Ključ bis zum Ausbruch des Krieges.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bosnien-Herzegowina entdecken

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Ključ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien