Klostein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klostein in einem Urinal
Duftstein zum Einhängen in eine Haushaltstoilette

Mit Klostein, Beckenstein, Urinalstein, Pinkelstein, Toilettenstein oder WC-Stein werden kleine würfelförmige oder runde und sich langsam auflösende Wirkstoffkonzentrate in so genannten Duftspülern bezeichnet, die in Urinalen und WCs dazu dienen sollen, Geruchsbelästigungen durch Urin gering zu halten. Sie sollen außerdem zur Verringerung der Keimkonzentrationen, also zur Hygiene, beitragen, auch an Stellen, die für eine normale mechanische Reinigung nicht erreichbar sind. Des Weiteren sollen sie Kalkablagerungen auf der Keramik von WCs und Urinalen vorbeugen. Der Klostein wurde 1963 von Kurt Gade zum Patent angemeldet.

Der jährliche Umsatz an Klosteinen und -gelen liegt in Deutschland bei etwa 100 Millionen Euro.

Flüssigprodukte[Bearbeiten]

Seit 2001 sind auch Systeme auf dem Markt, bei denen Reiniger- und Duftsubstanzen aus zwei getrennten Kammern bei jedem Spülvorgang in geringen Mengen freigesetzt werden.

Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten]

Ein Klostein besteht aus einer wasserlöslichen Trägersubstanz und anionischen Tensiden (15–30 %) sowie geringfügigen Anteilen nichtionischer Tenside (1–5 %), Wasserstoffperoxid und synthetischen Duft- bzw. Farbstoffen. Etwa ein Drittel der Produkte enthält nach Angaben der Zeitschrift Öko-Test künstliche Moschusverbindungen, des Weiteren halogenorganische Verbindungen. Beide sind schädlich für die Umwelt. Eine weitere Substanz in Klosteinen ist das stark riechende Paradichlorbenzol, dem jedoch eine keimtötende Wirkung fehlt und eine solche nur suggeriert. Es entsteht als Abfallprodukt in der chemischen Industrie. Die Flüssigprodukte sind frei von polycyclischen Moschusverbindungen und halogenorganischen Verbindungen.

Kritik[Bearbeiten]

Klosteine können eine gute Hygiene bei tatsächlich schlecht gereinigten Toiletten vortäuschen. Eine optimal gereinigte Toilette gibt jedoch keinerlei Anlass für eine Geruchsbelästigung, so dass der Einsatz in Frage gestellt werden kann. Die Inhaltsstoffe können die Abwässer belasten und wurden schon in Fischen und auch in Muttermilch nachgewiesen. Zudem können stark duftende Klosteine die Schleimhäute reizen. Umweltschutzorganisationen raten deshalb zum kompletten Verzicht auf Klosteine.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das unnötige Produkt im Feber: Reinigungsmittel für Bad und WC, abgerufen am 21. März 2012.

Siehe auch[Bearbeiten]