Kloster Altenberg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Kloster Altenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserinnenkloster. Es liegt zwischen Wetzlar und Solms-Oberbiel auf dem Michelsberg oberhalb der Lahn.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Als Vorläufer des Klosters wurde 1167 vom Priester Gottfried von Beselich auf dem "alten Berg" eine dem Heiligen Michael gewidmete Kapelle gegründet. Gottfried von Beselich war auch Gründer des Klosters Walsdorf bei Idstein und des Klosters Beselich bei Obertiefenbach (Beselich). Ihm wird auch der Bau der Lahnbrücken bei Limburg und Wetzlar zugeschrieben. Der Rommersdorfer Abt Engelbert schickte 12 Wülfersberger Jungfrauen aus, die die Nikolauskapelle des Altenbergs zu einem Kloster umgestalteten.
An dieser Kapelle entstand um 1170 das Prämonstratenserinnenkloster. Mutterkloster war die Abtei Rommersdorf. Viele Mitglieder der adligen Familien aus dem Umland, wie das Haus Nassau und das Haus Solms, waren in das Kloster eingetreten. Die zweite Meisterin des Klosters war Christina von Biel die mit ihrem Vermögen den Grundstock zum späteren Reichtum des Klosters legte.
Im Jahre 1248 wurde Gertrud, die Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die dritte Meisterin des Ordenskonvents und nahm dieses Amt 49 Jahre lang wahr. Unter Gertrud erlebte das Kloster einen Aufschwung. Die Klosterkirche wurde zwischen 1260 und 1270 erbaut. Das Kloster erwarb ausgedehnte Besitzungen an der Lahn, in der Wetterau und im Hinterland u.a. den Hülshof (heute Ortsteil von Bad Endbach). Kaiser Barbarossa verlieh dem Kloster vor 1192 die Reichsunmittelbarkeit. Gertrud wurde nach ihrem Tod 1297 als Selige verehrt. Nachfolgerin Gertruds wurde Katharina von Nassau (1297-1324), eine Tante des Königs Adolf von Nassau und Schwester von Otto.
Das Kloster Altenberg schloss sich, im Gegensatz zu den Adligen des Umlands, nicht der Reformation an und bildete eine bei Kurtrier verbleibende katholische Exklave. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster 1636 von schwedischen Soldaten in Asche gelegt, konnte sich jedoch wieder unter der Meisterin Katharina von Derschen (1644-1655) erholen.
Das Kloster Altenberg war zeitweise die Grablege des Hauses Solms. Das Haus Solms versuchte die Reichsvogtei über das Kloster zu erlangen. Das Kloster konnte jedoch bis 1802 seine Reichsunmittelbarkeit wahren. Nach 1802 ist die Klosteranlage in der Folge des Reichsdeputationshauptschlusses im Besitz der Fürsten zu Solms-Braunfels, die das Kloster aufhoben und in eine Domäne umwandelten. Die Fürsten zu Solms-Braunfels nutzten die Anlage als Sommerresidenz. Zahlreiche Kunstgegenstände des Klosters verbrachten die Fürsten in andere Schlösser. Die Klosterkirche wurde zur evangelischen Pfarrkirche umgewandelt.
Seitdem diente das Kloster verschiedenen Zwecken, unter anderem war seit 1947 in der Anlage ein Kinderheim untergebracht. Im Jahr 1952 wurde das Kloster durch einen Brand schwer beschädigt. Nach der Renovierung wurde 1955 in dem Kloster das neue Mutterhaus der Königsberger Diakonie der Barmherzigkeit, einer der Evangelischen Allianz nahe stehenden Gemeinschaft untergebracht. Die Königsberger Diakonie der Barmherzigkeit betreibt in den Gebäuden eine Pflegeeinrichtung.
[Bearbeiten] Anlage
Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert und die Konventsgebäude sind noch erhalten. Ebenfalls sind zahlreiche Wirtschaftsgebäude aus dem 17. Jahrhundert vorhanden. Die Außenmauer des Klosters umschließt die Anlage fast vollständig.
Sowohl die ehemalige Klosterkirche als auch verschiedene Ausstellungsstücke in den sakralen Räumen des Schlosses Braunfels in Braunfels (Lahn-Dill-Kreis) können besichtigt werden.
[Bearbeiten] Orgel
- → Hauptartikel: Orgel des Klosters Altenberg
1757 baute Johann Wilhelm Schöler die dritte Orgel des Klosters. Vorgängerinstrumente datieren aus den Jahren 1452 und 1653. Schölers Instrument verfügt über 23 Register, 2 Manuale und Pedal. Hinsichtlich der beschränkten Klaviaturen und sanften, aber sehr farbigen Klänge ist ganz für seine liturgische Funktion konzipiert. Abgesehen von Wartungen und kleineren Reparaturen ist das originale Werk nahezu unverändert erhalten.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Literatur
- Albert Hardt, Urkundenbuch der Klöster Altenberg, Dorlar, Retters, 2000 Wolfenacker
- Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Wartenberg Verlag, Gudersberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
- Hermann-Josef Hucke (Redaktion) (Hrsg.): Großer Westerwaldführer. 3. Auflage. Verlag Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1991, ISBN 3-921548-04-7.
[Bearbeiten] Weblinks
Hessen: Kloster Dorlar; Kloster Altenberg; Lubentiusstift
Rheinland-Pfalz: Kloster Dierstein; Klosterruine Brunnenburg; Kloster Arnstein